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Weichbild

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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9 in 9 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Weichbild n.

Weichbild n.

Weichbild n. ‘innerhalb der Ortsgrenzen liegendes Gebiet’, mhd. wīchbilde ‘die Stadtgrenze bezeichnendes Symbol, Stadtgebiet, Stadtrecht’, mnd. wīkbelde ‘Stadtgrenze, Stadtgebiet, Ort mit eigener Gerichtsbarkeit, Stadtrecht’, mnl. wijcbelt ‘städtisches Rechtsgebiet, Ansiedlung’. Der seit der 2. Hälfte des 12. Jhs. von Westfalen aus sich im Bereich des Nieder- und Mitteldeutschen ausbreitende Rechtsausdruck weist in seinem zweiten Glied wahrscheinlich ein Substantiv mit der Bedeutung ‘Recht’ auf, das vom germ. Stamm *bil- ‘angemessen, gerecht’ (s. billig und Unbill) abgeleitet ist, während das erste Glied wohl mit ahd. wīh m. ‘Ortschaft’, asächs. wīk ‘Wohnstätte’, mnd. wīk ‘(fester) Ort, Stadt’, mnl. wijc ‘Stadtviertel, Gebiet’, aengl. wīc ‘Wohnung, Ansiedlung, Ortschaft’ und dem ersten Kompositionsglied in mhd. wīchgrāve ‘Stadtrichter’, wīchvride ‘Stadtfrieden’ übereinstimmt, einer westgerm. Entlehnung aus lat. vīcus ‘Stadtviertel, Dorf, Gehöft’, das seinerseits mit griech. ó͞ikos (οἶκος) ‘Haus, Wohnung’ und got. weihs ‘Flecken’ verwandt ist; vgl. Frings in: PBB 65 (1942) 221 ff. Den ältesten Belegen entsprechend wäre die ursprüngliche Bedeutung dann ‘Ortsrecht’, aus der sich Verwendungen wie ‘Rechtssymbol, Marktzeichen’ und ‘Rechtsgebiet’ entwickelt hätten. Eine andere Deutung bei Kaspers in: ZfdSpr. 20, 91 ff., der für germ. *bil- die Bedeutung ‘Zeichen, Symbol’ annimmt (s. Bild), Weich- aber mit mhd. wīch ‘das Weichen, Fliehen’, mnd. wīk ‘das Weichen, Entweichung’, nl. wijk ‘Flucht, Zuflucht’ zu ie. *u̯eig- ‘sich von der Stelle bewegen, weichen’ (Erweiterung von ie. *u̯ei- ‘drehen, biegen’) stellt und deshalb für Weichbild die Ausgangsbedeutung ‘Schutzzeichen’ erschließt.
1703 Zeichen · 34 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Weichbild

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Weichbild , des -es, plur. die -er. 1. Eine Stadt mit ihrem unmittelbaren Gebiethe; besonders die Stadtflur ausserha…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Weichbild

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Weichbild (vom altdeutschen Wih = Stadt, u. Bild d.h. Siegel abgeleitet), der Gerichtsbezirk einer Stadt; die Stadtflur:…

  3. Sprichwörter
    Weichbild

    Wander (Sprichwörter)

    Weichbild Jedes Weichbild hat sein sonderlich Gesetz. – Graf, 21, 237. Zur Charakteristik des deutschen Mittelalters, da…

  4. Spezial
    Weichbild

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Weich|bild n. (-[e]s,-er) (Gerichtsbezirk) iurisdiziun (-s) f. ▬ Weichbild des Dorfes taela f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weichbild

13 Bildungen · 12 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von weichbild 2 Komponenten

weich+bild

weichbild setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

weichbild‑ als Erstglied (12 von 12)

weichbilden

DWB

weich·bilden

weichbilden v. mit weichbildrecht begaben: etzliche irer stet oder gewîchpildet vesten lehnsurk. Schlesiens 1, 304 (1329). —

weichbilder

DWB

weich·bilder

weichbilder , m. mnd. wîkbelder Schiller-Lübben 5, 712 . zu weichbildrecht angesessener neubürger, civis, im gegensatz zum ( alt ) bürger, b…

weichbildfriede

DWB

weichbild·friede

weichbildfriede , m. nächstdem bedeutet ein kreuz marktgerechtigkeit und weichbildsfrieden, gleich dem handschuh Grimm rechtsalt. 4 1, 238. …

weichbildgeld

DWB

weichbild·geld

weichbildgeld , n. mnd. wîkbeldegelt Lübben-Walther 581 . städtische grundrente im gegensatz zum lîfgelt, verdeutlichung von weichbild 4 c )…

weichbildgericht

DWB

weichbild·gericht

weichbildgericht , n. städtisches gericht unter vorsitz des schultheiszen Campe 5, 635 . schwerlich vor Estor d. Teutschen rechtsgel. 3 (176…

weichbildgut

DWB

weichbild·gut

weichbildgut , n. mnd. wîkbeldegut Schiller-Lübben 5, 712 . städtisches erbzinsgut, später allg. städtisches grundstück im gegensatz zum vâr…

weichbildisch

DWB

weich·bildisch

weichbildisch , adj. mnd. wîkbeldesch Lübben-Walther 581 , zur jurisdiction der stadt gehörig, gegensatz geistlich. —

weichbildleute

DWB

weichbild·leute

weichbildleute , plur. schon vor dem gleichbed. weichbilder vorhanden R. Schröder festg. f. Bekker 105 aus dem stadtpriv. f. Schüttorf (1295…

weichbildrecht

DWB

weichbild·recht

weichbildrecht , n. mnd. wîkbelderecht Schiller-Lübben 5, 712 ; Haltaus gloss. 2054 . die einzige zus.-setzung mit weichbild, die sprachlich…

weichbildrente

DWB

weichbild·rente

weichbildrente , f. wie weichbild 4 c, nam. im alten Lübeck: Pauli die sog. wieboldsrenten, 1865. —

weichbildstadt

DWB

weichbild·stadt

weichbildstadt , f. kreisstadt zu weichbild 2 im sinn ' bezirk ' und wie dies auf Schlesien beschränkt: Lohenstein ward im 1635. jahre den 2…

weichbild als Zweitglied (1 von 1)

stadtweichbild

DWB

stadt·weichbild

stadtweichbild , n. stadtgebiet: sie zogen rings in das stadtweichbild, was gewesen ein dorngefild. Rückert Firdosi 2, 107 .