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wehleidig

nhd. bis spez. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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5 in 5 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wehleidig adj.

Bd. 28, Sp. 114
wehleidig, adj. übertrieben empfindlich gegen schmerz. 11) von haus aus ein wort der obd. mundarten, von Steiermark bis Appenzell heimisch, der schmerz ist vorwiegend körperlich Unger-Khull 623; Schmeller2 2, 824; Schmid schwäb. 521; Meisinger Rappenau 228 (während weh dort ungebräuchlich ist); allgemein im bad. oberland; Martin-Lienhart 2, 776; Seiler Basel 312; Tobler 443; schweiz. id. 3, 1093. daneben wehleidisch Schmeller2 2, 824 und Reinwald 163 (aus Würzburg), dies auch ostmd., aus der gegend von Bitterfeld angegeben, bei Delitzsch vielmehr wehleidern. 22) in der litteratur spiegelt sich diese obd.-md. bedeutung seit dem 17. jahrh. das erste zeugnis gerade aus dem gebiet der schwankenden formen: so machte sie die betrachtung ihres unglüks und der widerwärtigkeit ihrer kinder so wehleidig, und so verwürret, dasz sie ... zu weinen anfing Zesen Sofonisbe 359. auch in neuer zeit vorwiegend bei schriftstellern, die mundartlich bestimmt sind, zunächst geradezu im dialektgedicht: und əs nutzt di' áh nix, wànnst . eam nu' so schön thuəst, und eam wêleidi' klàgst, wàst . alls aushàltn muəszt Frommann 3, 182 (oberöstr.). sodann obd. und md. aus landschaften, die auch das mundartliche wort kennen: ein mannsbild musz nicht so wehleidig seyn, und am wenigstens ein junggeselle A. Bäuerle kom. theater 2, 44; der Saberl war ja nicht wehleidig Rosegger weltgeist 222; morgen kannst kopfweh haben, so viel du willst ... aber heut darfst nicht wehleidig sein H. Kurz sonnenwirt 1, 64; Felder sonderlinge 2, 149; der mann musz halt nicht zu wehleidig sein Holtei erz. schriften 1, 43; entspr. 13, 83; 18, 30. das den classikern noch fehlende wort hat die schriftsprache unleugbar bereichert und ist ihr unentbehrlich geworden, auch fern von aller mundart: die zähne (des töchterchens) regen sich wieder sehr stark, und sie ist wieder sehr wehleidig und kränkelnd Niebuhr leben 2, 426; ein mitglied der französischen academie, der nicht daran glauben wollte, liesz sich einen groszen tropfen von einer hummel einimpfen. obschon er keineswegs wehleidig war, so konnte er doch den beiszenden schmerz seiner kleinen wunde nicht ohne trippeln auf den füszen ertragen Oken allg. naturgesch. (1835) 5, 1019; sie hatte so etwas aengstliches und wehleidiges im gesicht Spielhagen ultimo 209; Heyse nov. 20, 243; nur kurzsichtige thorheit kann dies frische, fröhliche treiben ... wehleidig beklagen Lindau nord und süd 301, 2; sie wollte nicht weinen — nein, nicht wehleidig sein Viebig das schlafende heer 2, 368. 33) ein nd. weihleidig geht von weh 'seelenleid' aus und gelangt so zu der bedeutung 'wehmüthig': Sibeth meckl. vorpomm. 106. litterarisch selten: sie sah mich ... an ... so jammervoll und so wehleidig Stinde familie Buchholz10 124; noch immer derselbe wehleidige augenniederschlag Lauff Pittje Pittjewitt 12. wie nahe unter umständen beide bedeutungen beisammen wohnen, kann ein obd. beleg zeigen: drüben ... sasz ein alter bettler mit einem kleinen leierkasten, den er matt-mühselig drehte und auf dem er altväterliche ländler wehleidig zu gehör brachte J. Rank erinnerungen 163. indem an stelle des eigenen leides das eines andern trat, hat sich 'wehmütig' zu 'rührselig' entwickelt: während das männlein ihr ein breites über sein kümmerlich würmchen vorklagte, hatte sie, wehleidig wie sie war, sich abgewandt, indem sie eifrig in ihrem täschchen suchte Storm sämtl. werke 3, 163.
3439 Zeichen · 60 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    wehleidigadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    wehleidig , adj. übertrieben empfindlich gegen schmerz. 1 1) von haus aus ein wort der obd. mundarten, von Steiermark bi…

  2. modern
    Dialekt
    wehleidigAdj.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    weh-leidig Adj. : ' zum Klagen neigend, empfindlich ', wehleidich [mancherorts, Krämer Gal 240], -läädich [ LA-Venn BZ-A…

  3. Spezial
    wehleidig

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    wehleidig жалобный; ноющий; нытик; неженка; кто-л. не терпит боль; кто-л. плохо переносит боль ~e Person - нытик, плакса…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wehleidig

2 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von wehleidig

wehleid + -ig

wehleidig leitet sich vom Lemma wehleid ab mit Suffix -ig.

Zerlegung von wehleidig 2 Komponenten

wehle+idig

wehleidig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

wehleidig‑ als Erstglied (1 von 1)

wehleidigkeit

DWB

wehleidig·keit

wehleidigkeit , f. zimperlichkeit, zu wehleidig 1) und, wo es litterarisch vorkommt, frisch aus obd. oder md. mundart entnommen: die »wehlei…

Ableitungen von wehleidig (1 von 1)

unwehleidig

DWB

unwehleidig , adj. , nicht wehleidig ( s. d. ): ich pin alsz unweleidig ( spätere ausgaben: unweleidenlich), und kan mir niemant recht thon …