Warze(l) das Wort ist allg., lrhn. in Jül, Aach, Geilk (rip.) an
fratzel, in Jül-Gereonsw Linnich, Erk (rip.) an
frats grenzend, dem sich
n. der Benr. L.
frat-, –ǫ- (Selfk auch
vratsəl) anschliesst [doch hat Grevbr, Neuss u. MGladb
wats]; rrhn. reicht W. bis einschl. Ruhr [
wrats n. abseits Wesel]; Rhfrk
wārts; Saargeb.
wārts(əl), auch Saarl; WMosfrk
wărtsəl, –ōă-, seltner
wărts an der mosfrk. Saar, Trier bis Koch, Wittl, Bitb, SPrüm, SDaun; sonst
wā(r)tsəl, dies auch Siegld [östl. auch
wārtsə, wărtsə], Altk, Rip in Schleid, Monsch, Sieg, eine Form, die neben
wā(r)ts auch im übrigen Rip nicht fehlt;
wats Grevbr, Neuss, MGladb, Düss-Stdt;
watsəl rip. Sol; OBerg
wārtsə [Gummb-Wiedenest
wąrtəl]; NBerg, Ruhr
watə [Mettm-Velbert, Duisb-Serm
wat]; Pl.
-ts(ən), –tsələ(n), –tən; Dimin.
wEərtsχə(n), -tsəlχə(n), wętsχə, wętšən f.: 1. wie
nhd. [auch für Brustwarze; auch für »Gerstenkorn am Auge«]. Man wendet noch allerhand Volksmittel u. Sympathie gegen die W.n an:
De W.ən gohn weg, wamme nüchterne Spei (Spucke)
drop deht od.
Fröscheier od.
en Stöckchen roh Flesch un dat dann in de Erd engräft; wann dat ful es, es de W. weg; man soll die Hand
met Fröscheier, Wolfsmelk wäschen Gummb, Allg.;
me mutt sek bi tunemmendem Mond op en Krützweg stellen, dat der M. enen van vür beschingt, in den Mond siehn un dobi sagen, die ēn Hangd üəver de Warzenhangd gelagt: wat ek sinn, sall tunemmen, wat ek nich s., sall afnemmen! Gummb-Berghsn; man streiche die W. über eine Leiche; wie dann später der Tote vermodert, werden die W. vergehen MGladb; man bestreiche die W. mit dem Öl, das in der Totenlampe war Koch; man reibt die W. (an fünf Freitagen Wittl) mit einer Speckschwarte (Dickebohnenschale, Schnecke) ein u. vergräbt diese (unter der Dachtraufe eines anderen Hauses) (od. gibt sie einem schwarzen Hund zu fressen Birkf); sobald sie vermodert sind, schwinden die Warzen Allg.; man lässt eine grüne Heuschrecke in die W. beissen Monsch-Rötgen; man macht in einen Faden soviel Knoten, als man Warzen hat; man vergräbt den
F. unter der Traufe; ist er verfault, sind die W. weg Saar, WEif; man macht in die Ginstern drei Knoten Koch. Wer während der hl. Wandlung jmd. schwätzen sieht, spreche:
Was ich seh, ist Sünd; was ich greif (die W. berührend),
verschwind! Bernk, Koch. Der an W. Leidende gehe während des Grabgeläutes an ein fliessendes Wasser, wasche
[] sich darin die Hände u. spreche:
Do lögge se nem Dude en et Graf, ich wäsche mir de Warzele af! Sieg-Hangelar, Rip, Allg. Man näht zwei (sieben) Erbsen in ein Stückchen Leinwand, gehe zu einem Bildstock beten, u. werfe während des Gebetes die E. rückwärts; wer sie findet, bekommt dann die W. Wittl-Binsf, Schleid-Holzh. Wenn man die W. zählt, verdoppeln sie sich Eusk. RA.:
He hät e Wärzelchen om Röck einen Höcker Dür-Gürzenich. — 2. übertr. a. knorriger Auswuchs an einem Baume Saarl-Differten, Schleid-Dollend. — b. warzenförmiger Ansatz an der Sense, der in ein Loch oben am Stiel hineinpasst Simm, Saar, Prüm, Daun, Schleid, Rheinb, SNeuw. — c. kleine Erhöhung an der
Stif des Hinterpfluges zum Befestigen des
Wessels Neuw-Steinshardt, Sieg-Scheiderhöhe, MülhRh-BGladb.