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warzel

mhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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6 in 6 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

warzel f.

Bd. 27, Sp. 2203
warzel, f. , ableitung von warze, ahd. warza; warzala Steinmeyer-Sievers gl. 3, 683, 30, warcela 4, 211, 4, im älteren nhd. und mundartlich warzel. B. Schmidt vocalismus der siegerländ. mda. 17 sieht darin eine zusammensetzung mit einem auch in wurzel, ags. wyrt-wala, m., wyrt-walu, f., vorliegenden worte (got. walus, m., anord. völr, m. 'stab', ags. walu, f. 'strieme, schwiele'), doch kann auch ahd. warzala als ableitung neben warza stehen wie runzila neben runza. in den glossaren des 15.—16. jahrh. erscheint es als warzel, warzil, mit verdumpfung worzel Diefenbach gl. 160b. 411b. 614a, nov. gl. 379b, nd. wartel Diefenbach-Wülcker 894; schriftsprachlich gebraucht [] wird es besonders in elsässischen drucken bis ins 17. jahrh., so in Straszburger drucken von Gersdorf, Bock, Ryff, Golius, Sebiz, Dannhawer; auch schweiz. wartzlen Gesners thierbuch übers. v. Herold u. Forer (1563) 34; ferner bei Arigo eine kleine warczeln (acc.) Decamerone 145, 37; bei Grimmelshausen wartzel Simpl. schr. 4, 210, 24 Kurz; auch erzgeb. bei Mathesius Syrach (1586) 2, 126b. mundartlich wird jetzt warzel als fem., meist mit längung des vocals, zuweilen mit verdumpfung zu o und mit ausfall des r, bezeugt: elsäss. wārtsl, wōrtsl usw. neben wārze Martin-Lienhart 2, 860a, waardsl (Oberschopfheim) zeitschr. f. hd. mda. 1, 334, (bei Rastatt) zeitschr. f. d. mda. 1914, 345; lothr. wártsəl (in Lixingen watsəl), dimin. wērtsəlXən Follmann 531a; wārzel wb. der luxemb. mda. 476b; im Westerwald wātsəl deutsche dialektgeographie 4, 6; siegerländ. wārz Schmidt 17, hessisch in Blankenheim wōrdsəl Dittmar 8, in Würzburg warzel Sartorius 133, henneberg. wrzel Spiesz 286, eichsfeldisch wōrtsl Hentrich 4, erzgeb. worzl Göpfert 24, in Sebnitz woɐrz Meiche 57, in Seifhennersdorf bei Zittau wrts beitr. 15, 6, in Gleiwitz wūotso (< wūotsel) Gusinde 64; auch ostpreusz. wōazel Stuhrmann das mitteldeutsche in Ostpr. 25, in der Zips wrts beitr. 19, 303. auf nd. gebiet belegt im engrischen und westfälischen: wārtele Bauer-Collitz 112a, wrtəln (sg.?) in Schwalenberg (Lippe-Detmold) nd. jahrb. 32, 167, wtel Woeste 317 (unter wāte), wāod'l Kaumann münster. mda. 6. warzel steht gleichbedeutend mit warze, vgl.wartzen oder wartzeln Bas. Faber thesaurus (1597) 924b, ohne diminutiven nebensinn (doch Meiche 57 'kleine warze'). im els. steht das neutr. wärzel (s. wärzlein) als dimin. neben warzel Schmidt Straszb. mda. 115a, im Zornthal wártsələ, n., neben wórtsəl jahrb. f. Elsasz-Lothr. 4, 50. aber auch ein fem. wärzel (aus *warzila oder von wärze ausgehend?) scheint vorzukommen, s. u. 4 die belege für 'hornwarze des pferdes'; ferner vielleicht hierher wärtzel Harsdörffer gesprechspiele 7, Hh 7b. v. Hohberg (1715) 3, 201b, wo aber auch (wie bei warzel in bair.-österr. quellen) an das neutr. als dimin. gedacht werden kann. 11) unter der lincken pruste sie ein kleine warczeln hatte, darumb etliche goltfarbe härlein Decamerone 145, 37; und sollen darmit (mit genserich) die wartzlen der hand vertriben werden Ryff deütsche apoteck (1573) 1, 109a; ob der alte auch eine solche grosze wartzel wie ein horn uff der stirn hätte Simpl. schriften 4, 210, 24 Kurz; (dasz sie) die im leben gehabte wartzel am halse noch gehabt Faust des christl. meyn. 20 neudr.; s'ist aber deszwegen leicht z'kennen, weil sie zwa warzeln auf ihrer rothen nasen hat v. Ayrenhoff werke 4, 295, 6; warzel, warzel, weiche, sie läuten einer leiche. Vernaleken mythen u. bräuche des volkes in Österreich 314. 22) papula, rot grinth vel warczelen Diefenbach gl. 411b; findt man die (knollen bei leprakranken) gewonlich an henden und füsszen und anderszwo, als mit harten eysszen und vil schwartzen wartzelen Gersdorf feldbuch der wundarzney (1528) 89; sagt diselb frau auch, das so lang der nestel verknipfft bleib, so könn man daran sehen, das er auflauffe und geschwelle, als ob er wartzeln bekäm Bodin, daemonomania übers. v. Fischart (1581) 226. 33) düttenwartzeln Sebiz feldbau (1580) 90; oft tregt sichs zu, das die sechswöchnerin selber nicht milch hat oder warzeln, da das kind anhangen kündte Mathesius Syrach 2, 126b; (dieser essig ist gut) für die geschwärende brüst ... und heylet die wärtzel, wann sie schwürig seynd v. Hohberg (1715) 3, 201b. 44) die wartzlen so es (das stachelschwein) an der haut ... hat zuo beyden backen Gesners thierbuch übers. von Herold u. Forer 34. wärzel, die hornwarze des pferdebeins (vgl.warze II, 4 b): verbind im (dem pferde) den schenckel ab und ab bis auf die wertzel Albrecht roszarznei (1542) 40; est in tibiis equi pars, quam lingua vernacula wertzel appellat Bas. Faber thesaurus 997a. 55) in andern (spiegeln erscheint der kopf) so klein wie ein wartzel Dannhawer catechismus-milch 1, 49. bildlich für 'kleiner fehler': alle seine auch die geringste sündenflecken, wartzlen und runtzlen ... erkennen 1, 60. [] 66) warze, warzel, die beiden enden einer holzwelle Martin-Lienhart 2, 860b.
5022 Zeichen · 126 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    warzel

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    warzel s. werzelîn;

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    warzelf.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    warzel , f. , ableitung von warze, ahd. warza; warzala Steinmeyer-Sievers gl. 3, 683, 30 , warcela 4, 211, 4, im älteren…

  3. modern
    Dialekt
    Warzel

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Warzel II , Warzloff , s. Watluf.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit warzel

4 Bildungen · 3 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

warzel‑ als Erstglied (3 von 3)

warzelkraut

DWB

warzel·kraut

warzelkraut , n. name der raute, ruta graveolens L., weil gegen warzen angewandt Zedler 30, 1159 . —

warzelloch

DWB

warzel·loch

warzelloch , n. , in dem die enden, warzen, einer welle stecken Martin-Lienhart 2, 860 b .

warzel als Zweitglied (1 von 1)

Baumwarzel

RhWB

baum·warzel

Baum-warzel -wārts-, –fratsəl, –fratəl Verbr. f.: knorrige Auswüchse an B.