wässerlein,
n. dimin. zu wasser,
mhd. weʒʒerlîn,
frühnhd. auch wesserlin
2. Sam. 17, 20. Eyering
s. u., wässerlin Fischart
binenkorb (1588) 267
a u. a. selten ohne umlaut Knapp
die zenten des hochstifts Würzburg 1, ii, 1097 (1597). G. Rollenhagen
indian. reysen (1603) 155.
auch in dialekt. form: wässerle Frisius (1556) 110
b. Stumpf
Schwytzerchr. (1606) 448
b; wässerl Abr. a S. Clara
etwas für alle 2 (1711) 285;
schriftspr. wässerlein
früher auch bei Mittel- und Norddeutschen, in neuerer zeit nur in gehobener sprache. 11)
zuweilen der inhalt eines kleinen gewässers: das es (
das rad) auch ein wässerlin eines kleines bächlins umbtreiben mag
Agricola durch Bech (1621) 152; es wird noch manches wässerlein den bach hinunter laufen, bis man uns zusammenläszt H. Kurz
der sonnenwirth 1, 146; vom bach herüber hörten sie das rieseln des wässerleins, das fast versickern wollte Rosegger III, 9, 234. 22)
meist '
kleines gewässer, bes. flieszendes',
mhd. weʒʒerlîn E. v. Oberge 8283
Lichtenstein; der kleinen weʒʒerlin stroum H. v. Fritslar 2181. H. v. Freiberg
Tristan 3759
Bernt; wesserlein, wasserlein
cod. dipl. Silesiae 20, 84 (15.
jahrh.). Harsdörffer
gesprechspiele 2, 40; so will ich das wässerlein jetzt in eil durchwaten mit nackenden füszen. (wässerlin Tschudi 1, 166) Schiller 11, 385 (
graf v. Habsburg); rinne, rinne wässerlein, wasche mir das linnen rein! Heine 1, 14
Elster; die blätter flüstern so schaurig, das wässerlein rieselt so traurig! Hebbel 6, 168
Werner. redensarten und sprichwörtliches: wo viel der kleinen wesserlin all in ein wasser rinnen hin, so wird ein schiffreich wasser draus. Eyering 2, 111; alle machten sie so unschuldige gesichter als wäre auf dem ganzen erdboden kein trübes wässerlein Stifter (1901
ff.) 1, 78 (
vgl.wässerchen 1
b);
els. s' wässerle schlâ '
flache steine auf der oberfläche hüpfen lassen' Frommann 4, 8,
auch wasserle mache
n, werfe
n jahrb. f. Elsasz-Lothr. 25, 226; ar kann's harsog wie a wasserla (
ohne anstosz) Ruckert 194 (
vgl.wasser II C 1
e). 33)
harn: einer under den zweyen ward seer wol betruncken, were derhalben gern von dem tisch gewesen, ein wässerlin ze machen Wickram 3, 69, 9
Bolte; die gänsz geben kein wasser von sich, aber die unflätige weingänsz lassen nur gar zu vil von sich, und musz ihr holdtseliges wässerlein in der stuben underm tisch, in die hosen, ins beth rinnen Albertinus
Lucifers königreich 193, 27
v. Liliencron; s wässerle schlage
n '
harnen' Martin-Lienhart 2, 864
a; wässerlein (wisserle),
pfütze in der stube (
kindersprache) Spiesz 276.
speichel: etwan wann sie schlaffen, gehet ihn ein wässerlin zu dem mund herausz Paracelsus
op. (1616) 1, 467 B. s' wässerle~, d' scherpfe '
jede flüssigkeit, die aus einem geschwür oder einer wunde lauft' Buck
med. volksglauben aus Schwaben 19. 44)
arznei, essenz: ein blutstillend wässerlein Ludwig 2396; dasz das weib wässerlein wieder die würme verkauffte
mediz. maulaffe 172; (
der provisor,) der alle wohlriechende wässerlein zu verschenken hatte L. Thoma
kleinstadtgeschichten 145. 55) wässerle,
im Erzgeb. leichte klöppelspitze mit wellenförmigem mittelstück Müller-Fraureuth 2, 643
a.