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wähle

nhd. bis sprichw. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
6 in 3 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wähle m. f.

Bd. 27, Sp. 534
wähl,m., wähle,f. wohlbefinden, wohlbehagen, gesundheit, meist mit dem nebensinn von 'mutwille, ausgelassenheit'. ein nd. wort (vgl. wählig, wählde, wähltag) Richey 336. brem. wb. 5, 223. Schütze 4, 348 (weel, wehl, m.). redensarten: em plagt de wēl 'mutwille'; de wēl schal em wol vergān; dat deit he ut wēl; he kan de wēl nich harren 'die guten tage nicht ertragen'. so schon in der älteren sprache: in enem hole sich helde en vos. dar buten spelde en tucht des vosses jungen mit wele und mit sprungen. Gerh. v. Minden 11, 4 Leitzmann. im nhd. ist das wort als f. von dem Hessen B. Waldis gebraucht worden (der auch nd. schreibt): der esel sprach (zum pferd): 'selig bistu! stehst müssig stets in grosser wähl, dargegen thu ich arbeits viel.' Esopus 1, 77, 7; und neuerdings von Voss: prinzessin. man kommt zurück? Boyet. ja, bei der blauen luft! und hüpft vor wähl auf, wenn gleich lahm geknuft (and leap for joy, though they are lame with blows). Shakesp. 2, 516 (verl. liebesmüh 4, 2). daneben findet sich auch die bedeutung 'üppigkeit, überflusz' (s. wählig 2): in allem wēl uptagen wesen 'in überflusz und üppigkeit erzogen sein'. brem. wb. 5, 223. ebenso auch mnd. wel Schiller-Lübben 5, 660: den licham hefstu (kaiserin) geholden in vullem wele, danzen, reien unde to anderem spele hefstu di geovet. dodendantz (Lübeck 1496) v. 261; were dat ein von der selschup sin gudt ovel tho brachte in unnutter kost efte in dabelie efte in horerie von weels wegen. lübisches recht 558; de wile ji papen in groter wele levet unde hebben von allen vele. Claws bur 869. demgemäsz schlug Campe verdeutschungswb. 403b für franz. luxe die wähle vor. das wort ist lautlich identisch mit as. welo, m., das aber die bedeutung 'besitz, gut, reichthum, wonne' hat, entsprechend ags. wela Bosworth-Toller 1185 besitz, reichthum, gedeihen, glück, mengl. wele und auch ahd. wolo, m. neben wela, wola, f., divitiae, mammona, deliciae Graff 1, 830. der ausdruck geht also im altgerm. auf den äuszeren wohlstand und ein glückliches leben und steht zunächst in durchaus gutem sinn; die asketische richtung des christenthums hat dann zu einer verschlechterung der bedeutung des wortes geführt, indem es auf die üppigkeit des weltlichen lebens und die fleischeslust bezogen wurde und diese bedeutung hat die ältere völlig verdrängt. die aus dem altgerm. nicht nachzuweisende bedeutung 'körperliches wohlbefinden' (vgl. wählig 1) mag daneben ebenfalls ursprünglich sein. auch von hier aus konnte sich durch eine verschlechterung des sinnes die bedeutung 'üppigkeit' entwickeln.
2597 Zeichen · 56 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    wählem. f.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +3 Parallelbelege

    wähl , m. , wähle , f. wohlbefinden, wohlbehagen, gesundheit, meist mit dem nebensinn von ' mutwille, ausgelassenheit '.…

  2. modern
    Dialekt
    Wähle

    Pfälzisches Wb.

    Wähle 'Heidelbeere' s. PfWB Wäle .

  3. Sprichwörter
    Wähle

    Wander (Sprichwörter)

    Wähle 1. Nach der Wähle kommt die Quäle. – Weinhold, 74. 2. Wähle hat die Quäle. ( Breslau. )

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit waehle

24 Bildungen · 22 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

waehle‑ als Erstglied (22 von 22)

wählerabtheilung

DWB

waehler·abtheilung

wählerabtheilung , f. : ein antrag ..., welcher einen minimalprozentsatz der wählerzahl festsetzen will, und zwar für die erste wählerabthei…

Wählerbestechung

DERW

wahlerbe·stechung

Wählerbestechung, F., ›im Zusammenhang mit einer Wahl stehende Vorteilsge- währung‹, 20. Jh.?, s. Wähler, Bestechung

wählercolleg

DWB

wählercolleg , n. wahlkörperschaft: es sind nicht einmal immer die besten des kreises, welche durch solche wählercollegien ( hier: wahlmänne…

wählerei

DWB

waehle·rei

wählerei , f. , abstractbildung zu wählen, bei Campe noch nicht angeführt: die Briten nehmen's im gedicht oft ohne wahl aus der natur; bald …

wählereid

DWB

waehle·reid

wählereid , m. : die wahlmänner haben ... bei der wahlhandlung den ... wählereid zu schwören. gesetz über die wahl der bayer. abgeordn. v. 4…

wählerfreiheit

DWB

waehler·freiheit

wählerfreiheit , f. : alle ... beschränkungen der wählerfreiheit fallen weg. Dahlmann gesch. d. franz. revol. 399 .

wählerin

DWB

waehl·erin

wählerin , f. electrix Steinbach 2, 918 . nur in allgemeiner verwendung zuweilen vorkommend: sie. reiche den faden mir erst; dann sollen die…

wählerisch

DWB

waehle·risch

wählerisch , adj. , von wähler abgeleitet, seiner bedeutung nach aber sich zu wählen stellend. es wird zuerst von Stieler 2468 als wehlerisc…

wählerischkeit

DWB

waehlerisch·keit

wählerischkeit , f. , abstractbildung zu wählerisch 2: man lernt ihn ( den käufer ) bei der auswahl, die er trifft, von seiner ästhetischen …

wählerklasse

DWB

waehler·klasse

wählerklasse , f. , dasselbe wie wählerabtheilung: sonach war ... die aktive wahlfähigkeit regelmäszig nicht blos von dem besitz des staatsb…

wählerliste

DWB

waehler·liste

wählerliste , f. : die ausübung des wahlrechts ist bedingt durch den eintrag in die gemeindliche wählerliste. gesetz über die wahl der bayer…

wählermasse

DWB

waehler·masse

wählermasse , f. : man musz blind seyn, wenn man die entkräftende und entsittlichende rückwirkung solcher wahlresultate auf die wählermasse …

Wählernötigung

DERW

waehler·noetigung

Wählernötigung, F., ›Nötigung oder Hin- derung eines anderen zu wählen oder sein Wahlrecht in einem bestimmten Sinn aus- zuüben‹, 20. Jh.?, …

Wählerplatz

PfWB

waehler·platz

Wähler-platz m. : FlN. »An der Landstraße (von Kandel) nach Landau, eine halbe Stunde nördlich gegen Erlenbach und Steinweiler bei der Brück…

wählerrecht

DWB

waehler·recht

wählerrecht , n. das recht zu wählen: daneben theilten sie, obgleich wählbarkeit ihnen fehlte, das wählerrecht. Niebuhr röm. gesch. 3, 348 ;…

wählerschaft

DWB

waehler·schaft

wählerschaft , f. 1 1) die eigenschaft eines wählers. 2 2) collectiv, die masse der wähler als einheit gefaszt: die anwendung ungehöriger mi…

Wählertäuschung

DERW

waehler·taeuschung

Wählertäuschung, F., ›Straftatbestand bei dem der Täter bewirkt daß jemand bei der Stimmabgabe über den Inhalt seiner Erklärung irrt oder ge…

wählerversammlung

DWB

waehler·versammlung

wählerversammlung , f. : bis jetzt ... bin ich im speisesaal lord Rockingham's erwählt worden; nun bin ich endlich einmal von einer wirklich…

wählerzahl

DWB

waehler·zahl

wählerzahl , f. : unter 80 prozent der wähler wird in gröszeren kommunen nirgendwo die wählerzahl der dritten klasse sinken. stenogr. berich…

waehle als Zweitglied (1 von 1)

Gewähle

Campe

Gewähle , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).

Ableitungen von waehle (1 von 1)

Gewähle

Campe

Gewähle , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).