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vorgabe

mhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
8 in 8 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

vorgabe f.

Bd. 26, Sp. 1053
vorgabe, f. , s.fürgabe th. 4, 1, 1, sp. 729, mhd. vür-, vorgâbe Lexer 3, 597; 467; mhd. wb. 1, 509a; Jelinek 884; dos für- vel zugabe Diefenbach gl. 190c; prerogativa vorgab vor andern 456a; von den neueren lexikographen verzeichnet erst Campe das wort, das gegenüber der älteren sprache eine starke einschränkung der bedeutung erfahren hat. 11) in älterer sprache bezeichnet das wort eine gabe, mit der eine bevorzugung verbunden ist, wobei der übergang zum sinne von vorzug, vortheil eintreten kann, vgl. die belege der mhd. wörterbücher a. a. o.; vorgabe donum praecipuum Haltaus 1992; item vexillifero ratione sui privilegii, vulgo firgabe quellen z. gesch. d. stadt Kronstadt 2, 327 (16. jh.); daz gîstû ir (der seele) ze vorgâbe von den liehten engeln myst. 1, 385 Pf.; das gab er in zuo einer vorgab ân alle beswernisz und intrag Stretlinger chron. 38 Bächtold; ein vorgâbe mir daz was, daz si (Maria) maget mîn genas Heinrich v. Neustadt gottes zukunft 7934 S.; die vorgâb hât si ân endes zil, daz ir got nit versagen wil Konrad v. Helmsdorf spiegel d. menschl. heils 3587 L. 22) vortheil bei kampf oder spiel, besonders dann ein solcher, der vom gegner zugestanden wird (vgl. vorgeben 7): ein ander vorgâbemuoz ich von iu hân, daz ir mir swerent eide,ob iu mîn kempfe gesiget an, daz im iht tuon ze leideiwer friunt ûf dem plân Wolfdietrich d vii 177; beim wettlauf zwischen fuchs und krebs: ich wil iu durch mîn êre eine grôze vorgâbe geben ztschr. f. dt. alt. 1, 399, 49. in diesem sinne ist das wort in der sprache der gegenwart hauptsächlich gebräuchlich, s. vorgeben; vorgaben werden zugestanden bei wettlauf, wettrennen und spielen an einen schwächeren gegner: v. von zwölf bällen (beim billard); von hier aus wieder in freierer anwendung, vortheil, den man vor anderen voraus hat: ihr müsztet eifriger sein, um unsere (der Engländer) himmlische v. und eure deutschen nachteile wettzumachen Hans Grimm volk ohne raum (1928) 1, 591. 33) erstmalige, vorausgereichte gabe: ich beschwichtigte sie (kinder) mit einigen vorgaben des nachtisches Göthe 29, 55 W.; die erstlingsgaben des h. geistes, die vorgaben von der künftigen fülle Redenbacher epistelpostille (1878) 273. 44) v. 'könnte auch das, was jemand vorgiebt, glauben machen will, das vorgeben bedeuten; wofür aber das vorgeben gewöhnlicher ist. seiner v. nach' Campe; in diesem sinne allerdings selten: die gränzscheidung zwischen erhaben und schön ist ... eine leere v. worden Hippel kreuz- u. querzüge (1793ff.) 2, 76; seine pietätslosigkeit mit der v. historischen interesses deckend Fontane I 1, 159. 55) in der älteren sprache ohne diesen nebensinn, angabe, aussage, praepositio, vorschlag u. ä. (s.fürgabe 1 oben th. 4, 1, 1, sp. 729): furgab, allegatio partium Haltaus 551; myt dussen artikeln unde voreghave scholden de gyldemester ... eyne ruggesprake holden dt. städtechron. 16, 392 (Braunschweig); propositio categorica, das ist eine solche v., die da frei gerade zu ... ist Wolfg. Bütner dialectica teutsch (1588) 84a. 66) das was so angegeben, hingestellt wird, kann auch eine aufgabe, frage, rätsel sein (auch in diesem sinne veraltet): paradigma (l. paranigma) furgab Diefenbach 411c; vorgabe, vraag, vraagstuk, opgaaf Kramer-Moerbeck (1768) 399a; wann ich fähig bin, diese v. aufzulösen Schönaich d. ganze ästhet. in einer nusz (1754) 132. 77) in der sprache der bergleute diejenige gesteinsmasse, die mittels eines bohrloches losgesprengt werden soll Veith bergwb. 547, s. vorgeben 14.
3528 Zeichen · 76 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    vorgâbestf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    vorgâbe stf. geschenk, das man von einem andern voraus erhält. daʒ gîstu du ir ze vorgâbe vor den engeln myst. 1,385,22.…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    VorgabeDie

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Die Vorgabe , Mz. — n . 1) Die Handlung, da man vorgiebt, in manchen Spielen; ohne Mehrzahl. S. Vorgeben . 2) Eine Sache…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Vorgabe

    Goethe-Wörterbuch

    Vorgabe [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Vorgabe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Vorgabe , im Bergbau die Masse des Gesteins, die mittels eines Bohrloches losgesprengt werden soll.

  5. Spezial
    Vorgabe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Vor|ga|be f. (-,-n) 1 (Richtlinie) diretiva (-ves) f. , indicaziun (-s) f. 2 ‹sport› vantaje m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vorgabe

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von vorgabe

vorgabeln + -e

vorgabe leitet sich vom Lemma vorgabeln ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von vorgabe 2 Komponenten

vor+gabe

vorgabe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

vorgabe‑ als Erstglied (1 von 1)

vorgabeln

PfWB

vor·gabeln

vor-gabeln schw. : ' mit der Gabel nach vorn reichen oder werfen '; Garwe voʳgawwele [ KB-Gauh LU-Alsh ].