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verzappeln

nhd. bis sprichw. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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5 in 5 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verzappeln vb.

Bd. 25, Sp. 2440
verzappeln, vb. , von zappeln, vgl., auch bezügl. d. versch. formen, teil 15, sp. 275. 11) allg. 'auszappeln', 'bis zu ende zappeln' (vgl. auch ver III 4, teil 12, sp. 54), wobei die partikel auf got. fra- mit perfektiv-resultativer aktionsbildung zurückgeführt werden mag, vgl. Leopold die vorsilbe ver- (1907) 225; 228. 1@aa) bis zur erschöpfung zappeln, und aufhören zu zappeln Campe 5 (1811) 405b. auch, mit hervorhebung des resultativen moments, 'ruhig werden'; schon vereinzelt mhd.: durch sîn gemach und durch ir klagen Gyburc den marcrâven dan fuorte, den strîtes müeden man, dô daz uzer her verzabelt was und daz inre wol genas Wolfram v. Eschenbach Willehalm 99, 11 L. doch ist die bedeutung dann erst wieder seit dem frühnhd. und zwar im ganzen nur sporadisch nachweisbar: der aber dauon etwas gefordert wirt, wer des zornigen zorn verachtet, sagt mit leichtem muot: lass yhn verzabeln, es wyrt yhm wol vergehen Agricola 750 teutsche sprichw. (1534) l 1b; lasz jn verzabeln, lasz jm die sporen vertrieffen sprichw., schöne weise klugreden (1548) 92a; deferbuit adolescentia die hitz oder geile der jugend ist vergangen oder erlägen, hat schon verneüwgäret oder verzablet Frisius dict. (1556) 375b; aber der artzt der eusserlich ist, geht erst an, wann der angeboren erligt, verzablet, ermdt ist, so befilcht ir sein ampt den eussern Paracelsus opera 1, 275 Huser; ich verzappele elanguesco Steinbach dt. wb. (1734) 2, 1071; lass ihn verzabeln Wille sittenlehre (1781) 107; nach ausgestandenem paroxysmo hat sie müssen auf die arme genommen werden, da man sie mit händen und füssen verzappeln lassen und hernach wieder aufs bett legen müssen Widmann Fausts leben 252 Keller. mundartlich: sich verzabeln sich durch zappeln ermüden Schmidt elsäss. 406a. 1@bb) vor angst, sorge, ungeduld etc. verzweifeln, wobei ver- die nebenbedeutung des zugrundegehens, verderbens mit entwickelt (ver III 7 nahestehend), doch mit humoristischer färbung im ganzen: gesetzt, das weibgen solte säumen, sie dächte selbst an keinen kusz, so folgt nicht, dasz der mann auch träumen und neben ihr verzappeln musz Henrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. (1727) 4, 440; er möchte verzappeln vor hoffnung, vor ungeduld, vor ungewiszheit auszer sich geraten Adelung wb. 4 (1780) 1574; Sami ... verzappelte vor angst, nichts verdienen zu können J. Gotthelf ges. schr. (1855) 4, 45; man musz nicht gleich verzappeln und alle hoffnung fahren lassen ebda 4, 359. mundartlich noch heute geläufig: ferzable for angst Seiler Basel 115a; vor ungeduld vergehen: Hertel Thür. 262; er ist schier verzapplet Fischer schwäb. 2, 1422; er isch ganz verzibbelt Follmann Lothr. 157a. 1@cc) verstärkt im sinne von 'sich zu tode zappeln': der Eycinger liesz ... etlich in ein brennenden bachofen werffen vnd darin verzablen S. Franck Germ. chron. (1538) 154a; geht, thut in seinem hauss in fangen und heist ihn an ein palcken hangen. wen er verzabelt den in jammer, so pringt sein barschafft in mein kamer Hans Sachs 13, 163 lit. ver.; der lies sie alle fünff ... an ein galgen hencken und verzablen Megiser annales Carinthiae (1612) 658; o du lausigter hund, ich wolte dasz ich dich nur unter den Frantzosen hätte verzappeln lassen Chr. Reuter ehrl. frau 33 ndr.; der puls schlägt überaus schwach! der patient dürffte bald verzappeln und crepiren Schultes wohlmeinende erinn. (1730) 64; schneidet ... seiner gattin den hals ab und lässt sie verzappeln Gervinus gesch. d. dt. dichtg. (1853) 3, 117; wer die insecten nicht mit spitzer nadel aufsteckt und nicht ausharren kann, bis sie sich verzappelt haben, ... das ist kein satyriker Gutzkow ges. w. (1872) 5, 150; der helle schwarm deutscher singvögel muszte in den dohnenstiegen verzappeln qu. v. j. 1927. auch vereinzelt mundartlich: verzablen auszappeln (von einem verendenden tier) Martin-Lienhart elsäss. 2, 890a. 22) 'verwirrt, konfus sein', wobei die perfektivierende bedeutung des präfixes zugunsten der bedeutung 'fort, hinweg, auseinander' (s. auch ver III 11 a) zurücktritt; nur vereinzelt bezeugt: das Clärchen, welches jeden augenblick einen besuch ... erwartete und deshalb angezogen sein wollte, um ihren brief mit ruhe vorlesen ... zu können, verzappelte sich sehr (1847) Mörike br. u. ged. an Marg. v. Speeth (o. j.) 20; du weiszt nimmer recht, was du voreh gesagt, verzappelst dich wie die fliegen im web Rosegger schr. (1895) I 13, 325; sich verzappeln in der rede stocken, konfus werden Frischbier pr. 2, 485a. auch: verzabeln etwas durch zappeln oder hast verlieren Stalder schweiz. id. 2, 462; vərzeppərn, moselfr. vərzeppəln hin und wieder verlieren Kisch vergl. wb. 240. 33) das präfixkompositum rückt in die nähe des simplex (vgl. auch ver III 9, teil 12, sp. 55); verzappeln lassen im sinne von 'zappeln, sich abmühen, gewähren, im stich lassen' (vgl.zappeln teil 15, sp. 277; 278): über das thuot er (Luther) witter har jagen die kugel über alles bot, hat ann sych ghenckt etlych rott. wellent wir ain zitlanng lassen ston vnnd sy wol damit verzablen lon bysz es fuog hat inn rechtter massen, wellent wir inn wytter verhören lassen reformationsflugschr. 3, 249 Clemen; ich war länger denn drei jahr ganz verlassen und reichet mir niemands die hand, sondern jdermann liesz mich alleine verzappeln mit den papisten Luther tischr. 4, 477 W.; der diner märkte wohl ..., dasz er sich zu unterschiedlichen mahlen entfärbete, und gahr klein-laut dahrüber (über dem lesen eines briefes) ward; darum wolt' er ihn nicht langer verzaplen lahssen, sondern reicht' ihm das (richtige) schreibe Zesen adriat. Rosemund 84 ndr.; einen in der noth lassen verzappelen aliquem in necessitate destituere Aler dict. (1727) 2, 2036b. hierher auch: darunter (unter dem persischen joch) es (Ägypten) so lange verzaplen muste, bis es Alexander der Grosze ... unter seine gewalt brachte O. Dapper Africa (1670) 147. in heutiger mundart trans. 'etwas sehr eilig arbeiten, um noch fertig zu werden': ich habe es nur so verzapplen müssen Fischer schwäb. 2, 1422; refl., verzablen 'sich durch schnelles arbeiten oder bewegen abmühen' Martin-Lienhart elsäss. 2, 890a; sich verzawwele sich abmühen durch schnelles arbeiten oder bewegen Schmidt Straszburg 112.
6263 Zeichen · 125 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verzappeln

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Verzappeln , verb. regul. neutr. welches nur in den niedrigen Sprecharten, und auch hier nur im Infinitiv, vorkommt; eig…

  2. modern
    Dialekt
    verzappelnschw.

    Pfälzisches Wb.

    ver-zappeln schw. : sich v. 'bis zur Erschöpfung zappeln', veʳzawwele [ KU-Schmittw/O ]. Syn. s. verjasten . Südhess. II…

  3. Sprichwörter
    Verzappeln

    Wander (Sprichwörter)

    Verzappeln Lass yhn verzabbeln. – Agricola I, 448.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verzappeln

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Ableitung von verzappeln

ver- + zappeln

verzappeln leitet sich vom Lemma zappeln ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verzappeln 2 Komponenten

ver+zappeln

verzappeln setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — verzappeln kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verzappeln". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verzappeln/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „verzappeln". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verzappeln/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „verzappeln". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verzappeln/dwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_verzappeln_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„verzappeln"},
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