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verfumfeien

nhd. bis sprichw. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
5 in 5 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verfumfeien verb.

Bd. 25, Sp. 368
verfumfeien, verb., eigentlich unter spiel und sang herrichten, in liederlicher weise machen, dann überhaupt verderben, zu grunde richten. ein eigentlich nur in den mundarten heimisches wort; es scheint nd. ursprungs, gebildet aus bumfei, fidelfumfei, violine, bierfidel brem. wb. 1, 467. Richey 67 und ahmt den schall der geige nach, vgl. dideldumdei und das daran sich anlehnende verdiedeln (Stürenburg 310). weitverbreitet durch die niederd. mundarten Hupel 247. Sallmann 42b. 105a. Hennig 287. Frischbier 2, 430b. brem. wb. 1, 467. Stürenburg 310. Vilmar 111 (Niederhessen, Diemelgegend). Schmidt westerw. id. 291, md. Anton 14, 10. Kehrein 1, 422. ähnliche wörter, die ebenfalls dem schalle der geige oder des gesanges nachgebildet sind: verbombeisen, verpopeizen (vgl. heia, popeia) in Hessen Vilmar 47, sind wol selbständig neben obigem worte entstanden. verfumfeien nur in übertragener bedeutung nachweisbar und stets von dingen gesagt 'verderben'; das gewisz nahe verwandte verfomfädeln im preuszischen dialekte auch auf menschen angewandt 'schwängern' Frischbier 2, 429a. verfumfeien ist nicht in der schriftsprache heimisch geworden, wird aber manchmal angewandt, um die sprache des gemeinen mannes zu charakterisieren: die natur ganz gottsjämmerlich verfumfein. Schink marionettentheater 122; die menschheit verfumpfein. 44; ach, sagte der töpfer, vor dem teuflischen geschiesze (bei der belagerung) zittert dem menschen arm und bein und da verfumfeiet er freilich jeden bettel. J. Paul 34, 125; das prinzchen, ein jüngerer sohn eines verarmten hauses, streifte, ein leichtsinniger junge, in allen bädern und um alle spielhöllen der bäder herum und verfumfeite dort .. sein ärmliches bischen erbtheil. Arndt wanderungen mit Stein 131.
1778 Zeichen · 35 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verfumfeienv., trs

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    † Х Verfumfeien , v. trs . 1) Verderben, verstümmeln. 2) I Hamburg, durch Wohlleben verthun. Richey. 3) ≠ Sich verfumfei…

  2. modern
    Dialekt
    verfumfeien

    Mecklenburgisches Wb.

    verfumfeien 1. durchbringen, verschwenden Wigg. Gr. 104; Mi 101 a ; verfunfeyet verlohren durch Wollust Mantz. Ruh. 25, …

  3. Sprichwörter
    Verfumfeien

    Wander (Sprichwörter)

    Verfumfeien Sich verfumfeien 1 lassen. – Lohrengel, II, 456. 1 ) Mishandeln, als Narren behandeln.

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Cotta, M. (2026). „verfumfeien". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verfumfeien/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „verfumfeien". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verfumfeien/dwb. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „verfumfeien". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verfumfeien/dwb.
BibTeX
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