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verfeinen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verfeinen verb.

Bd. 25, Sp. 326
verfeinen, verb. fein machen, eigentlich etwas dickes schmal machen, mit dem begriff des dicken verbinden wir leicht den begriff plump, daher etwas plumpes in sein gegentheil verwandeln, überhaupt etwas unschönes verschönen, anmuthig machen, oder von geistigem gesagt, etwas geistig schwerfälliges, ungelenkes in brauchbaren zustand versetzen. heute ist verfeinen durch verfeinern meist verdrängt. zusammensetzung zu feinen (s. theil 3, 1463) ohne änderung der bedeutung, seltenes wort, in den wörterbüchern nicht aufgeführt, doch führt Stieler 459 das gegentheil verunfeinen, pulchritudinem corrumpere an. 11) transitiv, sinnlich: es war, als sähen sie auf seinem angesicht die dämmerung von einem neuen leben, und wie von reinem himmelslicht den widerschein um seine stirne schweben, der schon zum geistgen leib den erdenstoff verfeint. Wieland Oberon 9, 40; auf geistiges übertragen: was nährt die tugend mehr? erweitert und verfeint des herzens triebe so, als glänzende gedanken von unsers daseins zweck? Wieland 9, 93. 22) reflexiv: das gesicht aber steht höher (als die andern sinne), verfeint sich über die materie und nähert sich den fähigkeiten des geistes. Göthe 23, 274; die komödie verfeinte sich mit Menandern. Herder 15, 28. 33) partic. prät. adjectivisch, in sinnlicher bedeutung dünn, schmal: und so entstehet ein staubwerkzeug, wenn die organe die wir bisher als kronenblätter sich ausbreiten gesehen, wieder in einem höchst zusammengezogenen und zugleich in einem höchst verfeinten zustande erscheinen. Göthe 58, 43; in geistiger bedeutung, verbessert, von besserer beschaffenheit, anmuthiger: ein schauspiel .., der anblick der ausschweifendsten üppigkeit .., welchem ein philosoph .. um seiner liebenswürdigen narrheiten, um seiner artigen talente und auf den äuszersten grad verfeinten künste willen, seine laster nicht so leicht verzeihen kann. Wieland 14, 157; der Triton war — was alle Tritonen zu land und wasser von jeher gewesen, ein wahrer Sakripant, rauh wie die schäumende welle, verfeinte gesinnungen waren arabisch für ihn. 4, 81; doch du, den nicht die schäferflur, den die verfeinte stadt geboren. Gökingk 1, 189; substantivisch: du magst es bald weggehabt haben, dasz sich die begierden bei dem verfeinten, versteckten, welches mehr errathen läszt, als ausdrückt, weit besser befinden, als bei dem plumpen geradezu. Lessing 8, 477.
2382 Zeichen · 24 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verfeinenv., trs, rec

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Verfeinen , v. I) trs . fein, auch wol feiner machen, für welches letzte man jedoch das bestimmtere verfeinern hat; beso…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verfeinen

    Goethe-Wörterbuch

    verfeinen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verfeinen

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verfeinen

ver- + feinen

verfeinen leitet sich vom Lemma feinen ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verfeinen 2 Komponenten

ver+feinen

verfeinen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — verfeinen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verfeinen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verfeinen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „verfeinen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verfeinen/dwb. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „verfeinen". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verfeinen/dwb.
BibTeX
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