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verderblich

mhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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10 in 10 Wb.
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3

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verderblich adj.

Bd. 25, Sp. 218
verderblich, adj. verderben bringend, vom verderben heimgesucht, mhd. nicht belegt, doch wohl vorhanden, vergl. verdërbelicheit Lexer 3, 93; mnd. vorderflik mit activer und passiver bedeutung (Schiller-Lübben 5, 338), aus der übergangszeit zum nhd. aus md. quellen belegt (vgl. Dief.-Wülcker 549). 11) in activer bedeutung, von menschen: sie (Margaretha) führte den verderblichen herzog von Alba über das land herbei. Schiller hist.-krit. ausg. 7, 329; von dingen: mir ist die möglichkeit schrecklich, dasz irgend ein unvorhergesehener stosz, ein fall, eine berührung ihnen schädlich und verderblich sein könnte. Göthe 17, 83; diese blitze (aus dem auge der geliebten) sind die verderblichsten und wer gegen sie einen ableiter findet, den will ich höher achten als Franklin. H. Heine 2, 218; verderblich ist des tigers zahn. Schiller lied von der glocke; von abstracten dingen: ir müszt anders werden und gottes wort weichen, thut jrs nicht durch freundliche, willige weise, so müszt jrs thun durch gewaltige und verderbliche unweise. Luther 3, 114b; und was der geldverderblichen händel mehr ist. Weise drei klügsten leute 182; ein stoff, der mir gelegenheit gäbe, die nachtheile der neumodischen erziehung und den verderblichen einflusz der sofisten auf die denkart der alten und jungen in Athen nach meiner weise darzustellen. Wieland 33, 114; der du so oft die last getragen hast, mich vom kummer zur ausschweifung, und von süszer melancholie zur verderblichen leidenschaft übergehen zu sehen. Göthe 16, 10; andere von den drangsalen des krieges zu boden gedrückt, sehnen sich kleinmüthig nach einem, wenn auch verderblichen frieden. Schiller hist.-krit. ausg. 8, 303; des thest mich und dich uberladen mit neid und verderblichen schaden. H. Sachs 1, 482 (5, 68, 13 Keller); adv. verderblich, perdite, capitaliter Maaler 416b; sich verderblich und schädlich gegen gemeinen nutz halten, das ist: wöllen verderben, perniciosus de re publica mereri, daneben verderblichen, perniciose, pestifere ebenda; ich muszte mir sagen, dasz eine ähnliche, verderblich sündige flamme in meinem innern fortgebrannt. Heyse novellen (samml. 10) 200; o dasz den bösen verführer die götter verderblich verdürben. Göthe 14, 80; substantivisch: wenn ein feind seinen feind tödtet, so erweckt .. der anschlag .. das allgemeine (mitleid), welches mit dem anblicke des schmerzlichen und verderblichen überhaupt verbunden ist. Lessing 7, 167; unter dem dritten faszt er (Aristoteles) alles zusammen, was den handelnden personen verderbliches und schmerzliches widerfahren kann. 7, 171. 22) verderblich in passiver bedeutung, was verdorben wird, zu grunde geht: die almosen an essender speise und vorrath, welche verderblich (sich nicht halten). Luther 2, 264; ist es nicht wahr, dasz wenn man im wachs .. ein bild eindrückt, das vorher darinnen gewesene bild zernichtet werde? aber unser verstand bildet tausend mal tausend bilder in sich, ohne dasz die ersten bilder in ihm verlescht werden, wie könte aber eine solche unverterblichkeit in dem verstande sein, wie könte er vergängliche dinge in sich unvergänglich machen und erhalten, wenn die seele selbst verterblich wäre. Lohenstein Armin. 2, 544; in moralischer bedeutung: wie gar kurtz und eitel, dazu auch sündlich und verderblich ist aller menschen leben. Luther 3, 18b.
3343 Zeichen · 45 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verderblichAdj.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    verderblich , Adj. Vw.: s. verderplich

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verdèrblich

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Verdèrblich , -er, -ste, adj. et adv. 1. Von dem Neutro verderben, in dessen erster Bedeutung, dem Verderben unterworfen…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verderblich

    Goethe-Wörterbuch

    verderblich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    verderblich

    Schweizerisches Idiotikon

    verderblich Band 13, Spalte 1433 verderblich 13,1433

  5. Sprichwörter
    Verderblich

    Wander (Sprichwörter)

    Verderblich Er ist verderblicher als die Motte. – Burckhardt, 489. Welche Kleider, Bücher u.s.w. zerfrisst.

  6. Spezial
    verderblich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ver|derb|lich adj. 1 che se rovina, che vëgn stlet, che vá ademal, che se dezipa, che vá a dezip 2 corutibl (-i, -a) 3 c…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verderblich

11 Bildungen · 2 Erstglied · 8 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von verderblich 2 Analysen

ver- + derb + -lich

verderblich leitet sich vom Lemma derb ab mit Präfix ver-, mit Suffix -lich.

Alternativen: verderb+-lich

verderblich‑ als Erstglied (2 von 2)

verderblich als Zweitglied (8 von 8)

land(s)verderblich

Idiotikon

land(s)verderblich Band 13, Spalte 1434 land(s)verderblich 13,1434

landverderblich

DWB

land·verderblich

landverderblich , adj. verderblich für ein ganzes land, höchst verderblich: vom anfange dieses seculi bisz auf den landverderblichen krieg (…

lǖtverderblich

Idiotikon

lǖtverderblich Band 13, Spalte 1434 lǖtverderblich 13,1434

unverderblich

DWB

unverderblich , adj. adv. , gth. v. verderblich. incorruptibilis Diefenbach gl. 293 c . mhd. unverderplich; mnl. onverdervelijc, nl. onverde…

waldverderblich

DWB

wald·verderblich

waldverderblich , adj. den wald schädigend. Campe : das plaggenhauen ist verboten. wer aber dazu berechtigt ist, der darf ... sein recht noc…

Ableitungen von verderblich (1 von 1)

unverderblich

DWB

unverderblich , adj. adv. , gth. v. verderblich. incorruptibilis Diefenbach gl. 293 c . mhd. unverderplich; mnl. onverdervelijc, nl. onverde…

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APA
Cotta, M. (2026). „verderblich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verderblich/dwb?formid=V00807
MLA
Cotta, Marcel. „verderblich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verderblich/dwb?formid=V00807. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „verderblich". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verderblich/dwb?formid=V00807.
BibTeX
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