Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
verbiute stv.
1. befehle, daß etwas unterlassen werde. man verbôt irʒ Iw. 133. disen ungemach den sol iu got verbieten Iw. 209. sit ichʒ iu niht verbieten mac MS. 1,72. a. verbiut eʒ dînem wîbe, der mînen tuon ich sam Nib. 805,3. der vorht ist al ze vil, swaʒ man im verbiutet, derʒ alleʒ lâʒen wil Nib. 2205,2. ich verbiute iu, daʒ ir iht sprechet mêr Nib. 2282,3. möhten si dem walde sîn louben verbieten, und der heide ir blüejen, daʒ wære getân MS. 1,6. b. ob ich si lâʒe diu mîn herze twinget? Nein. eʒ verbiutet diu minne vil sêre MS. 2,101. a. er verbiutet ouch die eide gar unze (so Laßb.) an die beide 'nein' unde 'jâ' Barl. 103,39. doch mag ich mîner zungen ir ambet niht verbieten troj. 2. b.
2. ich gebiete, entbiete, daß etwas geschehe. vil schiere verbôt er in daʒ allen den Romæren, daʒ sie die Tyber verbæren (die vergiftet war) kaiserchr. 45. a. ouch virbôt er dem phaffen daʒ, daʒ erʒ virswige bî sînem leben Ulr. 1121. ich, meie, wil den bluomen mîn verbieten, daʒ si sich vor ir slieʒen zuo MS. 1, 3. b. mirst verboten, daʒ ich mit iu niht rûnen noch zuo iu niht sitzen sol Nith. 26,5. uns hât mîn herre ûʒ Oesterrich verboten, bî den triuwen mîn, daʒ wir turnieren lâʒen sîn frauend. 111. a. vgl. Mich. Beh. leseb. 1005,24.
3. ich weise den anspruch ab, den jemand auf etwas macht. rüemære unde lügenære, swâ die sîn, den verbiute ich mînen sanc Walth. 41,26. daʒ schœne pfert er mir verbôt Wigal. 2579.
4. ein bei gewissen spielen gewöhnlicher ausdruck, biete höher (vgl. gebot). ein man verbiutet âne pfliht ein spil Walther 111,23. ich wolt eʒ mê verboten hân. swenne ich eʒ mê verbieten wil Amg. 69 (s. 3. b.). er verbüte in einem biere haschat um si alle Hm. Damen 31 (s. 65. a.).