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verargen

mhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
12 in 12 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

verargen

verargen

arg Adj. ‘schlimm, böse, bösartig’, als Verstärkung ‘sehr, groß, stark’, ahd. arg ‘(moralisch) verderbt, schlecht, böse’, auch ‘feige, unzüchtig, geizig’ (8. Jh.), mhd. arc ‘nichtswürdig, böse’, mnd. mnl. arch ‘böse, schlimm’, aengl. earg ‘feige, träge, böse’, anord. argr, daneben mit Metathese ragr ‘feige, unmännlich, unsittlich’, sowie langobard. arg. Ausgangspunkt ist die Bedeutung ‘feige’, in der germ. *arga- als arka bzw. arg ins Finn. und Estn. entlehnt wird. Für die Ausgangsbedeutung ‘feige’ spricht auch die etymologische Herleitung. Im Sinne von ‘angstbebend, zitternd’ gehört das Adjektiv zu ie. *ergh- ‘schütteln, erregen, beben’, Erweiterung der Wurzel ie. *er- ‘sich in Bewegung setzen, erregen’ (s. reiten, Ernst); vgl. griech. orché͞isthai (ὀρχεῖσθαι) ‘beben, hüpfen, tanzen’, aind. ṛghāyáti ‘bebt, tobt, rast’. Heute begegnet arg vornehmlich als Ausdruck der Verstärkung (eine arge Enttäuschung, es hat mich arg gefreut). – Arg n. ‘Böses, Schlimmes, Falschheit’, nur noch in negativen Wendungen wie ohne Arg sein, kein Arg finden gebräuchlich. Ahd. arg bedeutet entsprechend dem Adjektiv (s. oben) ‘das (moralisch) Schlechte, Böse, Verworfenheit, Schlechtigkeit’ (9. Jh.), mhd. arc ‘Böses, Übel’, mnd. mnl. arch ‘Böses, Unheil, Bosheit, Schaden’. Arglist f. ‘Hinterlist, Heimtücke’, ahd. arglist ‘Arglist, Schlauheit, Bosheit’ (um 1000), mhd. arclist, dazu arglistig Adj. ‘hinterlistig, heimtückisch’, mhd. arclistec. Argwohn m. ‘Verdacht, Mißtrauen’, ahd. argwān (Hs. 12. Jh.), mhd. arcwān; zum Grundwort s. Wahn; davon abgeleitet argwöhnen Vb. (früher auch argwohnen) ‘Argwohn hegen, Schlimmes vermuten’, ahd. argwānen (Hs. 12. Jh.), mhd. arcwœnen; argwöhnisch Adj. ‘mißtrauisch, voller Argwohn’, ahd. argwānig (Hs. 12. Jh.), mhd. arcwœnec. verargen Vb. ‘übelnehmen’, mhd. verargen ‘arg werden’; vgl. mhd. argen ‘arg sein’. arglos Adj. ‘nichts Böses ahnend, ohne Argwohn, ahnungslos’ und Arglosigkeit f. (2. Hälfte 18. Jh.).
1947 Zeichen · 72 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verargenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    ver-argen swv. arc werden Ath. F, 6.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verargen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Verargen , verb. reg. act. 1. * Ärger, d. i. schlimmer machen; Schwed. förarga. Eine im Hochdeutschen fremde, nur noch i…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verargen

    Goethe-Wörterbuch

    verargen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    verargen

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    verargen Band 1, Spalte 1,554

  5. Spezial
    verargen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ver|ar|gen vb.tr. (übel nehmen) s’un avëi impormal, s’un tó a mal (de), se ofëne, se la tó sö. ▬ du wirst es mir nicht v…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verargen

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verargen

ver- + argen

verargen leitet sich vom Lemma argen ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verargen 2 Komponenten

ver+argen

verargen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — verargen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verargen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verargen/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „verargen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verargen/pfeifer_etym. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „verargen". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verargen/pfeifer_etym.
BibTeX
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