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urne

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

urne f.;

Bd. 24, Sp. 2487
urne, f.; lat. urna ist zweimal entlehnt, zuerst im ausgehenden mittelalter als flüssigkeitsmasz (A), dann noch einmal im 18. jh. im zusammenhange mit den entsprechungen der westlichen cultursprachen (B). freilich hat schon Mathesius (1571) urn in der bed. B 5 gebraucht (darin man toder leut asch, wie in die alten urn ... gefasset habe Sarepta [1571] 196a), auch das 17. jh. hat urne (bed. B 5) nicht aus dem auge verloren, wie Zesens verdeutschungen todesgefäsz, leichentopf (zs. f. d. wortf. 14, 81a) zeigen. aber üblich ist bed. B erst im 18. jh. geworden. Stieler 2295 gibt urna funebris durch leichaschentopf wieder, Frisch kennt u. noch 1741 nicht. AA. lat. urna, eine halbe amphora, 4 congii, 24 sextarii, wird als urn, ürn, üren, iren, irm (Lexer 2, 2010; Schmeller-Fr. 1, 147) bairisch und südostd. seit dem anfang des 14. jh. bezeugt. 'urn, vom wort urna, ein eymer. item ein masz, die da helt vier congios, das ist bey zwölf Landtshutter masz, wie Dasypodius schreibt' Simon Roth q 8b; wiederholt von Heupoldus diction. 395 mit dem zusatz: 'aber in der graffschaft Tyrol und andern orten mehr hat ein urn 45 maasz'. 'ihren, nasses masz, das mit dem Wiener eimer gleich viel enthält' Nicolai österr. id. 142; für Niederösterreich österr. weist. 11, 723b, für Salzburg österr. weist. 1, 426a, für Tirol österr. weist. 5, 2, 941b, Schöpf 785, für Kärnten Lexer k. wb. 248, Steiermark Unger-Khull 612a. der plur. lautet urn, wie oben bei Mathesius, oder urnen urk. z. gesch. Max. I. 255 Chmel. eine urme Wallhausen kriegsmanual (1616) 144. urning, ürning Unger-Khull 612a: drithalb yrn geschlaffen prastlat (Schöpf 54) quelle von 1319 bei J. A. v. Brandis landeshauptleute von Tirol 35; so wellen wir uns bedenken, ain ürn oder zwo zu schenken fastnachtsp. 1, 450, 16 K.; Steinhausen privatbr. d. m. 1, 361 (1447 Taufers); in dem andern vasz hat er dennoch mer dann 2 urnen wein gehabt urk. z. gesch. Max. I. 255 Chmel; ist unser will und mainung, das nu hinfüro kainen fuerman auf ain mal in den fuervassen und pontzen uber achtzehen urn zu fueren nit gestatt werden soll tirol. landsordn. (1526) e 4a; in zwölf krügen, das trift bis in 24 urn Schaidenreiszer Odyssea (1537) 37a; wo man ... 800 und gar 1000 yhrn wein aussauft Guarinonius greuel (1610) 53; und setzen auch, was man von einer urn wein im land und aus dem land eine meil zu führen geben soll Megiser annales [] Carinthiae (1612) 1241; eine pinte weins ..., deren 290 auf ein müid (modius) gehen, und machen drei müid eine urme Wallhausen kriegsmanual (1616) 144. zusammensetzungen: ain urnpönzl mit essig, krug, der eine ürn enthält Zingerle mittelalterliche inventare 8; ürnweis österr. weist. 5, 2, 941b. das Botzner urn als weinmasz Schöpf 785. für das gefäsz ebda. BB. das gefäsz selbst. engl. urn (seit Chaucer 1374 bekannt, seit 1640 häufig Murray 10, 1, 462b); franz. urne; it. span. portug. urna; nl. urn; n. urne; schwed. urna. dasz Mathesius und Zesen urn, urne für urna sepulcralis kennen, ist oben erwähnt. die lat. form (vier congii haben gemacht eine urnam, hat den namen vom tauchen, und so heiszen wir heutzutag den aimer am schöpfbrunnen J. Kepler opera omnia 5, 592 Fr.) setzt Sperander noch 1727 an. gebräuchlich wird u. erst seit dem 4. jahrzehnt des 18. jh., beliebt im zeitalter der empfindsamkeit, meist dem gehobenen stile und der dichtung eigen. B@11) gefäsz überhaupt, topf, krug, geschirr der verschiedensten bestimmung, behälter für feste gegenstände. 'urne, fr. urne, ein gefäsz, das niedrig und breit ist, und womit öfters balustraden geziert werden' Jacobsson 4, 495a. von Triller wurmsamen 23 W. verspottet: mahlerisch, schöpferisch, chaos und galimathias, entwickelung, urbild, verschrankte meander und urnen sollen hinfüro manch heldengedichte zieren und schmucken; auf der säule steht eine u. Hirschfeld gartenkunst 4, 72; alte vasen und urnen! das zeug wohl könnt ich entbehren Göthe 5, 207 W. (vgl. 5); urnen, becher und andere dinge waren daraus (a. bernstein) geschnitten 31, 188 W.; ist reich vergrabner urne bauch? 2, 256 W.; Schiller 5, 5 G.; die zierlichste abwechselung von kreuzen, pfeilern und urnen Immermann 1, 82 B.; eine u. mit gold und weihrauch gefüllt Pfeffel pros. vers. 1, 162; eine schaar frauen sprengte aus urnen wohlgerüche auf die zuschauer Meyer gesch. d. bild. künste (1824) 3, 21; indem sie eine von den alten urnen, die das portal verzierten, ... rettete und in den garten setzen liesz Mörike 3, 33. für vorgeschichtliche gefäsze buckel-, gesichts-, haus-, hüttenurnen Meyers conv.lex. 72, 187; wörter u. sachen 1, 175. in ausgedehntem bildlichen poetischen gebrauch: tönet! da töneten ihm lieder, nahmen geniusbildungen schnell an! in sie hatt er der dichtkunst flamme geströmt, aus der vollen urne! Klopstock oden 1, 29 M.-P.; licht stürzt aus der urn er dahin! aber Orion schaut auf den gürtel, nach der urn schauet er nicht 1, 156 M.-P.; zerschlagen ist die urne, die so lang der liebe freuden und der liebe schmerzen in ihrem busen willig faszte; rasch entstürzet das gefühl sich der verwahrung und flieszt, am boden rieselnd und verbreitet, zu deinen füszen nun versiegend hin Göthe 11, 304 (Erwin u. Elmire 381); weltgeist ..., geusz aus goldener urne milderen segen herab J. H. Voss s. ged. 3, 95; aus der urne alles heiligen H. v. Kleist 2, 111 Schm.; wenn aus der schwarzen urn die mitternacht auf alle erdenkinder schlummer gieszt Grillparzer 3, 149. behältnis, raum überhaupt: s ist ein bestreben, herb und mühevoll, das brennende wort zu halten in den schranken, und in der seele dunkler urne groll und zorn zu häufen Freiligrath 5, 43. B@22) in naturwissenschaftlicher fachsprache sporagium Murray 10, 1, 462c, 6a; Poitevin 2, 931c; 'von der ähnlichkeit wird in der pflanzenlehre der staubbeutel der moose, die büchse (capitulum) auch u. genannt' Campe. 'in der botanik ist u. ein nur von wenigen schriftstellern [] gebrauchter ausdruck für den ganzen sporenbehälter oder auch nur die büchse der moose' Krünitz 204, 327; vgl. engl. urnmoss. urnenförmig urceolatus Campe; Schlechtendal-Hallier 13, 161; Ratzeburg standortgewächse 31. urnenblätter epiphyten Meyers conv.lex. 175, 130b; 55, 849a. urnenmispel mespilus calpodendron Campe nach Hirschfeld und Ehrhardt. urnenpflanze die auslese 8, 30a. vgl. engl. urnflower. im bilde heiszt die ganze urnenförmige blüte u.: der schöne schmetterling ... sasz auf der lasurblauen urne der groszen genziane Matthison 2, 227. in der zoologie war eine zeitlang urnenthierchen (vgl. engl. urnanimalcule) für die trichodina der infusorien gebraucht: das gemeine, das lausartige u. trichodina grandinella, pediculus Krünitz 202, 327. vgl. Murray 10, 1, 462c, 6b. B@33) u. als attribut der flusz- und wassergottheiten: ihr freundlichen nymphen! ... die ihr diese klare quelle aus euern urnen gieszet S. Geszner 1 (1777), 85; bis dann sein (des baches) zirkellauf in gröszerm strom verschwindet, der aus der urne stürzt, auf die der fluszgott sich in majestät gelehnet J. A. Schlegel verm. ged. (1787) 2, 168; ruhig schlummerst du (der in der Oder ertrunkene herzog Leopold v. Braunschweig) nun beim stilleren rauschen der urne, bis dich strömende fluth wieder zu thaten erweckt Göthe 2, 123 W.; der strom entquillt keiner u. 49, 95 W.; aus den urnen lieblicher najaden sprang der ströme silberschaum Schiller 6, 21 G.; der Rhein schlummert auf einem felsenlager ..., neben ihm liegt eine grosze u. Brentano 7, 469. die antike vorstellung verblaszt: wie aus des berges stillen quellen ein strom die urne langsam füllt Schiller 11, 24 G.; von regen und schnee: wie fürchterlich schütten alle dann (im winter) losgelassenen stürme die strömenden urnen über die erde herab Zachariä 4, 179; woher der blitz, der donner, die u. des regen, der hagel? Herder 23, 274 S.; wenn ... voller mir die heilige, reine flut des lebens aus der urne des gottes (vgl. 4) ränne Waiblinger ged. a. Italien 42 Gr.; die zeit geht eilend ihren weg, hinter ihr gieszt die geschichte ihre ströme aus wolkenbedeckter u. Görres ges. schr. 3, 351. B@44) der urna sortium entsprechend losurne, abstimmungs-, wahlurne, schicksalsurne, urne der zeit. glückstopf Kindleben 202: unser aller loos wird in einer u. geschüttelt Ramler einl. in die schönen wissensch. 3, 57, Herder übersetzt: die urne wirft umher sich; früher, später ereilt sein loos den oder jenen! (omnium versatur urna serius ocius sors exitura Horaz od. 2, 3, 25) 26, 219 S.; dort dreht sich unser loos in der urne schon Mastalier ged. 126; im grund der urne, von tausend namen überdeckt, liegt tief der meine Göthe 4, 332 W.; in manchen fällen wurden die stimmen geheim in urnen geworfen Raumer Hohenstaufen 5, 131; Schelling I 5, 698; Eugen Richter jugenderinn. (1892) 182; G. Keller 2, 117; die zu hause (bei der wahl) an die u. traten, schuldeten den söhnen und brüdern drauszen einen beweis freudigen dankes Bennigsen nationallib. partei 65. den schicksalsmächten, göttern, der natur, der zeit werden urnen beigelegt: das schicksal hält schon längst die urn und schüttelt sie J. Fr. Löwen 1, 67; Jupiter, der hirtenstäb und kronen aus einer urne streut Ramler lyr. ged. 119; [] (er) kennet ... des schicksals maas nicht, dasz die urne immer sich wälzet und nichts bestehet Herder 27, 48 S.; wäget das schicksal leben und tod? wie, oder ereilet jeden ein blindes loos, wie es die urne gebeut? 29, 127 S.; dir (Cheruskerland) gab mutter natur aus der vergeudenden urne männlichen schmuck, einfalt und würde dir! grafen Stolberg 1, 5; nicht ohne schauder greift des menschen hand in des geschicks geheimniszvolle urne Schiller 12, 216 (Wall.s tod 1, 4) G.; 15, 1, 69 G.; das fatum musz notwendig einen fehlgriff in der u. getan haben Wackenroder an Tieck werke 2, 27; Immermann 19, 103 B.; diesem gemüthe (= der Sappho) fiel aus der u. des lebens das höchste und das tiefste loos der menschheit Fr. Schlegel 4, 125; wann tausend fürsten längst vergessen ... und noch der zeit ein tröpfchen nur hernieder auf unsre welt aus ihrer urne rinnt, schallt Lessings name noch von pol zu pole wieder Göckingk ged. 3, 252; eine maske, die zeit vorstellend, eine u. im arm Pfaff bei Kerner bilderb. 49; so hoff ich, dasz wenn zeit genug der ewgen urne entfloh ... Rückert 8, 475. B@55) der urna sepulcralis entsprechend, totenurne, aschenurne. 'urnen oder todtentöpfe: dieses sind diejenigen gefäsze, welche man vor zeiten in dem heydenthum gebraucht, die asche und beine der verbrannten todtencörper und was sonsten noch den verstorbenen im leben lieb gewesen, darin zu sammeln' allg. haushalt.-lex. (1749 ff.) 3, 625; Krünitz 202, 300 ff.; 'urne aschenkrug, todtentopf' Kinderling (1795) 341; Bucher kunstgewerbe (1884) 419b; Seiler kultur im spiegel des lehnworts 3, 43. vgl. oben Mathesius und Zesen: ein längst verwestes volk aus den vermorschten urnen Pyra-Lange (1745) 97; es ist ... eine alte u. mit todtengebeinen ... aus der erde gegraben worden Gottsched das neueste (1751) 1, 248; wenn dich die fromme tugend, durch einen fall gerührt, mitleidig an die urnen der tugendhaften führt Dusch verm. w. (1754) 26; in deiner urne sey auch mir ein raum vergönnt! J. E. Schlegel 1, 463; Elektra, die über der urne ihres bruders in thränen zerflieszt Abbt 6, 1, 169; auch dieser (der psyche des toten) könnte das attribut der u. zukommen Lessing 11, 33 M.; bald kam er mit seelenschaaren wieder, ihr führer, der todten, die seit des göttlichen sohnes auferstehung waren gestorben, und deren leichen gräber itzt weinende gruben oder dem staube die urnen mit der cypresz umwanden Klopstock Messias 16, 572; Wieland 3, 107 ak. ausg.; in dieser u. ist alles, was von ihm übrig ist Lucian 6, 154; die urne des jungen Jerusalems umwand er (Lessing) mit immergrünenden sprossen eines schönen philosophischen laubes Herder 15, 503 S.; hier auch eine u., wenn allenfalls einmal vom heiligen nur reliquien überbleiben sollten Göthe IV 3, 55 W.; sarkophagen und urnen verzierte der heide mit leben 1, 307 W.; euer sei die vollendung, wenn bald mich die urne gefaszt hat 50, 272 (Achilleis 38); Schiller 14, 122 G.; vergisz die treuen todten nicht und schmücke auch unsre urne mit dem eichenkranz Körner 1, 123 H.; Immermann 16, 371 B.; verschleusz mein herz, wenn es nun ausgeschlagen, in jener urne, die vom he mathstrande ich hergebracht mit manchem liebespfande Uhland ged. 1, 101 Schm.; da fühlte ich einen stechenden schmerz, dasz ich keine blume auf seine (Beethovens) u. legen konnte R. Schumann ges. schr. 1, 219; Geibel 5, 157; als u. dient eine schlanke amphora Hiller v. Gärtringen Thera 2, 15. glänzende, melancholische, goldne gehenkelte, dunkle, [] kleine, alte schwarze u. s. w. u. H. P. Sturz 2, 36; Schubart leben 1, 243; J. H. Voss Od. 434 B.; Fouqué alts. bildersaal 1, 346; G. Keller 3, 228; v. d. Steinen naturvölker Zentralbrasiliens 505; A. Huggenberger hinterm pflug 32. urnen weihen, kränzen, sammeln, aufstöbern u. s. w. Göckingk 3, 132; Göthe 3, 205; Justi Winckelmann 1, 124; Polenz Grabenhäger 1, 278. für den tod selbst: o, drüben, Portia, drüben über den urnen, wie sehr ist es anders, als wir dachten! Klopstock Messias 7, 422; Göthe xenien (schr. d. Götheges. 8) 489; drüben über den urnen werden wir erfahren, warums so ist — oder auch nicht Schubart br. 1, 227 Str.; es können nur noch wenige (jahre) bis zu meiner u. seyn Kretschmann 5, 256; in schönen bildern: die Esperanza setzt sich nur auf den rand der u. Göthe gespr. 4, 157 B.; in der u. meiner begrabenen jugend Brentano Godwi 1, 62; und dies büchlein ist die urne mit der asche meiner liebe H. Heine 1, 134 E.; schönredner, mit der urne der toten herrlichkeit, beschritten im kothurne die bühne unsrer zeit Herwegh br. 277 H. B@66) zusammensetzungen zahllos, einerseits: aschen-, begräbnis-, blumen-, buckel-, eulen-, gedächtnis-, gesichts-, grab-, haus-, himmels-, los-, nist-, stimm-, thee- (Murray 10, 1, 462c, 5; vgl.urnentopf Baggesen 2, 186), toten-, unglücks-, wahl-, wasser- u. s. w. urne, anderseits: urnenartig Ritter erdk. 3, 89, -begräbnis Ratzel völkerk. 2, 707, -blatt s. oben 2, -buddler Fontane I 4, 248, -denkmal Rosegger II 2, 260; -feld sonntag lätare (1765) 30, -form Ratzel völkerk. 2, 261, -förmig Heinse 2, 98 Sch., -friedhof v. d. Steinen naturvölker Zentralbrasiliens 504, -gesicht (vgl. gesichtsurne) Ratzel völkerk. 3, 652, -grab 3, 639, -harz Karmarsch-Heeren 103, 39, -krug P. F. Kanngieszer oden 7 (bildlich: diese urnenkrüge eines schon gestorbenen lebens Jean Paul 1, 381 H.), -mispel Nemnich wb. d. naturgesch. 612, -ruhe Alexis ruhe ist die erste bürgerpflicht 4, 304, -sammler J. Lichtenberg br. 1, 255 L.-Sch., -säule Spielhagen 1, 485, -scherbe Kosegarten rhapsod. 2, 114, -schoos grafen Stolberg 14, 62, -staub E. v. d. Recke ged. 115, -thal Tiedge 1, 127, -thierchen (trichodina) Oken allg. naturgesch. 5, 31, -topf Ratzel völkerk. 2, 262, -wand Ritter erdk. 8, 784 u. s. f.
15016 Zeichen · 350 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Urne

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Urne , plur. die -n, aus dem Lat. Vrna, ein Topf, Wassereimer. Man gebraucht es im Hochdeutschen nur in der edlern S…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Urne

    Goethe-Wörterbuch

    Urne [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Urne

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

    Urne , lat. urna , hohes, weitbauchiges Gefäß, vorzugsweise ein solches, in welchem die Asche der Todten aufbewahrt wurd…

  4. modern
    Dialekt
    Urne

    Südhessisches Wörterbuch

    Urne Band 6, Spalte 157-158

  5. Spezial
    Urne

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ur|ne f. (-,-n) 1 (Wahlurne) urna (urnes) f. 2 (Aschenurne) urna (urnes) f. ▬ zur Urne gehen jí a lité; jí ales urnes; e…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit urne

64 Bildungen · 28 Erstglied · 36 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von urne

ur- + ne

urne leitet sich vom Lemma ne ab mit Präfix ur-.

urne‑ als Erstglied (28 von 28)

urnebel

DWB

urne·bel

urnebel , m. in kosmogonischen vorstellungen, ur- C 4 c; vgl. DWB urweltnebel : in dem leuchtenden u., aus welchem ... die ... sonne bestand…

urneffe

DWB

urneffe , m. , trinepos Aler (1727) 2, 2131 b , enkel im 5. gliede, ururgroszenkel: er bewillkommte ohne erstaunen seinen urneffen Jean Paul…

urnegervolk

DWB

urnegervolk (ur- C 4 c) Ritter erdk. 1, 406 ,

urneigung

DWB

-neigung ( ursprünglich vorhandene n.) Lichtwark grundlagen der künstlerischen bildung 171 ,

Urnenfelder

Meyers

Urnenfelder , s. Gräber, vorgeschichtliche , S. 195.

Urnenförmig

Campe

urnen·foermig

Urnenförmig , adj . u. adv . die Form, Gestalt einer Urne habend; besonders in der Pflanzenlehre (urceolatus ).

Urnenhain

Meyers

urnen·hain

Urnenhain ( Urnenfriedhof ), ein Platz für die Aufbewahrung der Aschenüberreste feuerbestatteter Personen. Urnenhaine werden zumeist auf Fri…

Urnenhalle

Meyers

urnen·halle

Urnenhalle ( Kolumbarium ), Gebäude zur Aufnahme und Aufbewahrung der Aschenüberreste feuerbestatteter Personen. Die Urnenhallen werden mit …

Urnenmispel

Campe

urnen·mispel

Die Urnenmispel , Mz. — n , eine Art Mispeln in Nordamerika (Mespilus calpodendron ). Hirschfeld. Ehrhardt.

Urnenthal

Campe

urnen·thal

◬ Das Urnenthal , — es, Mz. — thäler , ein Thal mit Graburnen oder Trauerurnen, ein Todtenthal. Uneigentlich gebraucht es Tiedge, unsere Erd…

Urner I

Idiotikon

Urner I Band 1, Spalte 464 Urner I 1,464

Urner II

Idiotikon

Urner II Band 1, Spalte 464 Urner II 1,464

Urner Alpen

Meyers

Urner Alpen , die Dammagruppe, s. Dammastock .

Urnerchalb

Idiotikon

Urnerchalb Band 3, Spalte 219 Urnerchalb 3,219 o.

Urnerdeutsch

FiloSlov

Urnerdeutsch , n диалект , м , ури-вальденский

Urnerjār

Idiotikon

Urnerjār Band 3, Spalte 58 Urnerjār 3,58

Urner Loch

Meyers

Urner Loch , s. Reuß (Fluß), S. 840.

Urnerschilling

Idiotikon

Urnerschilling Band 8, Spalte 579 Urnerschilling 8,579 u.

Urner See

Meyers

Urner See , s. Vierwaldstätter See .

Urnerstier

Idiotikon

Urnerstier Band 11, Spalte 1231 Urnerstier 11,1231

Urnerstund

Idiotikon

Urnerstund Band 11, Spalte 1069 Urnerstund 11,1069

Urnerträppeli

Idiotikon

Urnerträppeli Band 14, Spalte 1253 Urnerträppeli 14,1253

Urnerziger

Idiotikon

Urnerziger Band 17, Spalte 423 Urnerziger 17,423

Urneⁿwal

Idiotikon

Urneⁿwal Band 15, Spalte 1132 Urneⁿwal 15,1132

urne als Zweitglied (30 von 36)

*hurne

KöblerMhd

*hurne , sw. M. Vw.: s. eic-, ein- E.: s. horn

abstimmungsurne

DWB2

abstimmungs·urne

abstimmungsurne f. : 1874 die abstimmungsurne war ein weidenkörbchen Mohl lebenserinn. 2,229 K. 1954 vor beginn der abstimmungshandlung hat …

ASCHENURNE

DWB2

aschen·urne

DWB2 ASCHENURNE f. DWB2 wie aschenkrug: DWB2 1801 (bildl.:) er hat sich .. zur aschenurne seiner freuden erschaffen gesehen Brentano 5,69 Sc…

Begräbnisurne

GWB

begraebnis·urne

Begräbnisurne Büchelchen über die deutschen Begräbnißurnen und die Todtenfeyer der Deutschen überhaupt Tgb 3.6.09 vgl GWB Aschenurne (sd) Ho…

diurne

MLW

diurne v. MLW diurnus . Mandrin

durstburne

KöblerMhd

durst·burne

durstburne , st. M. nhd. „Durstbrunnen“, Trinkwasserbrunnen Q.: Urk (1299) E.: s. durst, burne W.: nhd. DW2- L.: WMU (durstburn 3307 [1299] …

Eastbourne

Herder

Eastbourne (Istbörn), Flecken in der engl. Grafschaft Sussex, mit 3000 E., Mineralquelle und Seebädern.

eichurne

KöblerMhd

eich·urne

eichurne , sw. M. nhd. Eichhorn, Eichhörnchen ÜG.: lat. sciurus SH Q.: Martina (um 1293), SH E.: s. ahd. eihhurno* 7, eihhorno*, sw. M. (n),…

eingehurne

AWB

eingehurne mhd. st. n.? Vgl. Lexer, Hwb. 1,524. ain-ge-hurn: nom. sg. Gl 4,355,17; en-ge-hurne: dass. 3,32,31 ( beide 14. Jh. ). Nashorn, Ei…

einhurne

KöblerMhd

einhurne , sw. M., st. M. nhd. Einhorn ÜG.: lat. unicornis PsM Q.: PsM, RWchr, Vät, WvÖst, WernhMl (sw. M.), SHort, HvBurg, HvNst, KvHelmsd,…

graburne

DWB

grab·urne

graburne , f. , seltener grabesurne, urne mit der asche eines verbrannten toten, besonders in ärchäologischer fachsprache: auch begab sich's…

kezzelburne

KöblerMhd

kezzel·burne

kezzelburne , st. M. nhd. Kesselbrunnen, Quelle in einem Kessel Q.: Urk (1295) E.: s. kezzel, burne W.: nhd. DW- L.: MWB 3, 235 (kezzelbrunn…

Maßurne

DRW

Maßurne, f. "Gefäß zum Weinmessen" Alanne,Weinbau 199 1420 TirolInv. 175 Faksimile 1485 TirolInv. 12 Faksimile

Melbourne

Herder

Melbourne (—börrn), Hauptstadt der engl. Colonie Victoria auf der Südküste Australiens am Flusse Yarra-Yarra, 1837 gegründet, ist in Folge d…

nocturne

KöblerMhd

nocturne , st. F. nhd. Nachtwache Q.: BrHoh (1. Hälfte 13. Jh.) I.: Lw. lat. nocturna E.: s. lat. nocturna, F., Nachtwache; lat. nocturnus, …

opferurne

DWB

opfer·urne

opferurne , f. : ( bring ) die opferurne itzt, worin die asche der knaben ist. Klopstock 9, 98 .

silberurne

DWB

silber·urne

silberurne , f. : heil dir, o bach, der durch die grünen netze, gewebt von haselstauden, flieszt, und durch die flur mit fröhlichem geschwät…

sprincburne

KöblerMhd

sprinc·burne

sprincburne , sw. M. nhd. Springbrunnen Hw.: s. sprincborn Q.: SHort (nach 1298) (FB sprincbrunne) E.: s. springen, burne W.: s. nhd. Spring…

stimmurne

DWB

stimm·urne

stimmurne , f. , wahlurne, behälter für die abgegebenen zettel oder steine bei abstimmungen (stimmen I C): bei gleichen weiszen und schwarze…

theeurne

DWB

thee·urne

theeurne , f. : metallne hähne, die wie an einer theeurne ( urnenartiger theekessel ) sich aufdrehen lieszen. Thümmel reise 10 (1805) , 72.

thränenurne

DWB

thraenen·urne

thränenurne , f. , vgl. DWB thränenkrug , -glas: der blumenkranz, der letzte schmuck der griechischen leichen und thränenurnen. J. Paul biog…

todtenurne

DWB

todt·en·urne

todtenurne , f. urne funeraire, ' die ehedem die asche der entseelten körper enthielten und itzt auf die grabmäler oder säulen gestellt werd…

topfsteinurne

DWB

topfstein·urne

topfsteinurne , f. : eine kleine topfsteinurne, gelb und grau gestreift Ritter erdkunde 7, 292 . —

trachenburne

KöblerMhd

trache·n·burne

trachenburne , st. M. nhd. „Drachenborn“, Drachenbrunnen Q.: Urk (1276) E.: s. trache, burne W.: nhd. DW- L.: WMU (trachenburne N141 [1276] …

trinkurne

DWB

trink·urne

trinkurne , f. , urnenförmiges trinkgefäsz: einen blasenstein ... den hab er zu einer trinkurne ausgebohrt J. Paul 1, 75 Hempel. —