lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

unzählig

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
8 in 8 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
7
Verweise raus
10

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unzählig adj. adv.

Bd. 24, Sp. 2267
unzählig, adj. adv. , gs. des weit jüngern, wahrscheinlich erst durch rückbildung gewonnenen zählig, zahlig (s. d.); älter als unzählbar, unzahlbar, vielleicht schon in ahd. unzalelîcho (Graff 5, 283 injurius) vorhanden; mhd. unzallich, -lîche, unzellich, -lîche; mnd. untalelik, -tellik; mnl. ontallijc, -like, ontellijc, -like; nl. ontallijk, -tellijk; an. útalligr; aschwed. otalliker, -ka; schwed. otalig; n. utallig, utælelig; afries. untellik. die heutige schreibung unzählig ist wie unadelig, unbillig zu beurtheilen (Wilmanns gramm. 13, 78); sie erscheint bereits in spätmittelalterlichen glossaren (unzelig gemma 1508 m 4a; m 4b), in wörterbüchern des 16. jhs. (Frisius 1276a; Decimator); Luther und H. Sachs gebrauchen beide schreibungen; das 17. jh. bevorzugt unzählich, -zehlich; im 18. jh. gibt Adelung mit allerdings falscher begründung den ausschlag für unzählig. noch 1788 schreibt Göthe IV 9, 14 W. unzählich, ebenso Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. 6, 152 im reim auf allmälich. untzehelich Luther 15, 730 W.; unzehenlich Abelin historia antipodum (1631) 382; unzehlicht Kramer (1702) 2, 1429c. die adverbialform unzellichen erscheint bei Wigand Gerstenberg 47 D. und H. Braunschweig chirurgia (1539) 20a als prädicatives adj. unzehliglich N. Falckner franz. chron. (1572) 1, 23. unzallich, unzalig begegnen vielfach bis ende des 16. jhs. (Fischart bibl. hist. 281 K.; Garg. 80; 288 ndr.; jesuiterhütlein 290 H.; bienenkorb 98). unzOelich Nas eins u. hundert 1, vorr. a 3 b. einen comparativ bietet Tauler pred. 79, 8 V., einen superlativ Sanders erg. wb. 664b; sonst fehlen steigerungsformen. die syn. unzählbar, zahllos sind gewählter als das 'ziemlich farblos gewordene' u. Eberhard-Lyon (1904) 862; u., unzählbar, unberechenbar, zahllos Weigand 3, 1186. aa) innummerabilis, incomputabilis, innummerus gemma 1508 m 4b; m 4a; Alberus x 4a. attributiv; mit collectivbegriffen: ain untzelliche menig der menschen A. v. Eyb spiegel d. sitten (1511) o 7a; der grosze, untzelliche hauf der munche Luther 8, 503 M.; das unzelige gelt 30, 3, 306 W.; sumb, heer, macht, anzahl u. s. f. H. Sachs 3, 439, 28 K.; 1, 231, 12 K.; acta publ. 1, 151 P.; Logau 3, 78, 15; unzähliges gute Schleiermacher Platon 6, 131. in verbindung mit pluralen: untzehlich menschen Luther 7, 167 W., empter 30, 2, 566 W., perlen, krankheiten, küsse, veränderungen, sorgen, stellen, anspielungen, lichter, atome u. s. w. Zinkgref apophthegmata (1628) 40; Prätorius Blockesberges verrichtung 135; Ziegler Banise (1689) 110; Scheibe crit. musicus 467; Ramler einleitung in d. sch. wissensch. 2, 297; Lessing 11, 32 M.; Göthe 41, 1, 190 W.; IV 8, 204 W.; Du Bois-Reymond grenzen des naturerkennens (1873) 12; mond im weiszen unschuldskleid! ihr sterne dort unzählig! Lenau 52 B.; vor seinen augen schwimmt es durch einander, gelbe punkte, glühwürmchen gleich u. G. Hauptmann bahnwärter Thiel 47. wie ein unbestimmtes zahlwort m. gen.: untzällych gotseliger menschen haben sich ... in diesen standt ergeben Eberlin v. Günzburg 3, 46 ndr.; Opitz poemata 34 ndr.; unzähligen meiner jungen freunde Bahrdt gesch. s. lebens 4, 239; der mohren ... waren fast unzählige ... zu grunde gegangen M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen 1, 20; für den gen. erscheint von: unzähliche vom volk Herder 9, 178 S. gern in verbindung mit unbestimmten zahlworten, wobei sich vielfach adjectivische und adverbiale function berühren: dis und derley himelsches trostes ward ime unzallich vil H. Seuse d. schr. 21, 27 B.; unzelich viel böser stück Luther 24, 155 W.; sampt unzehlichem vielem viehe Binhardus thüring. chron. 132; unzähliche viel mord und miszgeburthen Prätorius katzenveit k 8a; unzählich viele maler Herder 15, 43 S. viel unzehlich kumer Moscherosch ges. (1650) 150; in so vielen unzehligen jahren Chr. Reuter Schelmuffsky 92 vollst. ausg. ndr.; unzählich andre Harsdörfer secret. 1, 2b (von Heynatz antibarb. 2, 542 als unrichtig bezeichnet); kriegsunruhen und unzählig anderes unglück Göthe 49, 210 W.; auszer unzählig solchen ... fehlern Lessing 7, 22 M.; selten in verb. mit bestimmtem zahlwort: unzelig tausent engel Luther 29, 682 W. ähnlich bleibt u. unflectiert in fällen wie: von unzählich schweren wunden Weckherlin 1, 482 F.; sampt vielen und schier unzehlich schönen geschichten D. v. d. Werder ras. Roland (1636) titel; das unglück ..., das unzähligmannigfaltig ist Hermes Sophiens reise 3, 26. prädicativ: die scheden und perickeln, die untzalich sein A. v. Eyb spiegel d. sitten (1511) i 5b; der ew. weisheit betb. (1518) 56b; so doch unzelich sind gottes werk Luther 18, 524 W.; die verschiednen auflagen davon sind unzählig Rabener 2, 178; Fr. L. Jahn 2, 550 E.; redensart: u. wie der sand am meere; biblischen ursprungs (Büchmann [1910] 7; th. 8, 1757; 1758): und die kemmel warn unzelich als der sand, der do leyt an dem gestat des meeres erste d. bibel 4, 364, 36 K.; unzellich als der sand des meres 5, 196, 46 K.; H. Sachs 1, 89, 21 K. substantiviert: unzehlich sind mit dem teufel besessen J. Arndt theologia 28; und sind es hunderte nur erst, warum nicht könnten es so viele tausend werden? warum unzählige nicht? Mörike 3, 101; 'man musz nicht unzählige für viele sagen' Heynatz antibarb. 2, 542; und anders unzaliges hat je ein papst nach dem andern ... in die kirch gebracht Fischart bienenkorb 9b; hier kündigt sich unzähliges pomphaft an und endet unbedeutend Gutzkow (1872 ff.) 7, 105; alles bis ins unzählige (in infinitum) zertheilt Gervinus gesch. d. d. dicht. 2, 259. adv. (oft vom prädicativum nicht zu trennen): wie in klöstern hin und wider u. gefunden, da einer ... Fischart bienenkorb 168b; sie haben es unzehlich versucht Gabr. Rollenhagen ind. reisen 211; die unzehlich darinnen eingesäeten ... machtwörtern Schwabe tintenfässl 33; (ich) bliesz mit dem munde dir odem ein und rief unzälig bey namen dich Gökingk 1, 282; künftge thaten drangen wie die sterne rings um uns her unzählig aus der nacht Göthe Iphigenie 678; es drehte sich oben, unzählig entfacht, melodischer wandel der sterne Platen 1, 50 R. zur steigerung eines folgenden begriffes: unzelichen nützer Tauler serm. (1508) 54b; wie ist so gar unzählich grosz die schaar der feinde S. Dach 167 Ö.; u. öfterer Lessing 8, 433 L.; u. oft Holtei 40 jahre 1, 37. vgl. auf unzehlige weise Chr. Wolff v. d. menschen thun u. lassen 404; in unzelliger senfter weise Tauler serm. (1508) 21a. unzehlicherlei Edelmann göttlichkeit der vernunft 567. unzähligmal, unzähligemal, unzählige male: unzählichmal Lohenstein Arm. 2, 731b; Hoffmannswaldau-Neukirch 7, 121; Lessing 7, 27 M.; Göthe III 1, 316 W.; unzählichemal vern. tadlerinnen 2, 50; Gottsched sprachkunst 319; Novalis 4, 121 M.; unzähligemal Lessing 10, 345 M.; Göthe 49, 70 W.; IV 32, 251 W.; H. Heine 3, 313 E.; unzählige male G. Keller 4, 23; G. Hauptmann Rose Bernd 57. unzähligmalig (einer unzähligmaligen vorstellung) Sonnenfels 6, 381; unüblich. bb) die bed. verschiebt sich vom quantitativen ins qualitative und dient der intension, bes. in ä. spr., heute mischen wir bed. a ein; infinitus Alberus x 4a, grenzenlos, endlos u. dgl. vgl. unzählbar c: daʒ unzallîche licht (der ewigen seligkeit) Laubacher Barlaam 5856, leit Tauler pred. 336, 15 V., pin Alsfelder passionsspiel 6749 Gr., gütikeit heiligenleben winterteil (1471) 42a, lieb Keisersberg bilger 52d, miszglauben Luther 40, 2, 374 W., tugent 2, 111 W., nutzbarkeyt Ryff confectb. (1548) c 6a, freud Wickram 1, 313 B., müh Fischart anweisung zum Ismenius 380, 112 H., übel J. Arndt nachfolge Christi 77, heyl P. Gerhard bei Fischer-Tümpel 3, 410b, nutzen Lichtenberg br. (1901) 2, 195, elend Raumer Hohenstaufen 4, 52; ganz unzällich das wasser quall ausz iren augen Wickram 7, 80, 734 B. cc) unaussprechlich, nicht zu sagen, nicht aufzuzählen. vgl. b. d. liebe (1587) 22c unter unzahlbar; unzahl 1: das sihet man dabey, das sie so viel schwinde und spitzige fundten erdicht haben, das es unzelich ist Luther 14, 54 W.; do ist des zornens, schadens so vil yn der welt, alsz unzelich ist 34, 2, 4 W.; unde erslug er so vil, das esz unzelichin was Wigand Gerstenberg chron. 47d. dazu unzähligkeit, f.; mhd. unzellicheit; aschwed. otallikhet; n. utællighed; nl. ontallijkheid. im mystischen sprachgebrauch etwa 'unsagbarkeit': alle dise unwandelber- und unzellicheit ... das enist nút in der wúrklicheit Tauler pred. 351, 35 V.; als dise unwandelbarkeit, unzellikait serm. (1308) 134a. nach unzählig a: die u. der farben Göthe II 3, 157 W.; ihrer gleichungsglieder Jean Paul 37, 23 H.; weit im zirkel umher ... zünden lichter und flämmchen sich an in unzähligkeit Platen 1, 265 R.; vgl. in unzahl. plur. unzähligkeiten Sanders erg. wb. 664b. —
8760 Zeichen · 266 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unzählig

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Unzählig , -er, -ste, adj. et adv. welches mit dem vorigen gleich bedeutend ist, was sich durch eine Zahl bestimmen läßt…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    unzählig

    Goethe-Wörterbuch

    unzählig [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    unzähligAdj.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    un-zählig Adj. : ' sehr viel, zahllos ', uⁿzählich [vereinzelt, Lambert Penns 159]; vgl. ungezählt .

  4. Sprichwörter
    Unzählig

    Wander (Sprichwörter)

    Unzählig 1. Unzählig wie der Sand am Meere. 2. Unzählig wie die Sterne des Himmels. Ein birmanisches Sprichwort sagt: Za…

  5. Spezial
    unzählig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    un|zäh|lig adj. 1 numerus (-sc, -rosa), infiní (-nis, -nida) 2 (sehr viel) dër tröp.

Verweisungsnetz

21 Knoten, 14 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 2 Kompositum 13 Sackgasse 6

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unzaehlig

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unzaehlig 3 Analysen

un- + zaehligen

unzaehlig leitet sich vom Lemma zaehligen ab mit Präfix un-, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Alternativen: un-+zahl+-ig unzahl+-ig

unzaehlig‑ als Erstglied (2 von 2)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „unzaehlig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/unzaehlig/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „unzaehlig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/unzaehlig/dwb. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „unzaehlig". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/unzaehlig/dwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_unzaehlig_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„unzaehlig"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/unzaehlig/dwb},
  urldate      = {2026-05-19},
}