unwirksam,
adj. adv.,
gs. zu wirksam (
s. d.).
nl. onwerkzaam (
theilweise germanismus);
dän. uvirksom;
schwed. overksam.
vgl. unwirklich.
für ineffectiv Heyse-Böttger (1886) 445
a.
früher belegt unwirksamkeit
in der spr. der mystik bei G. Arnold. a)
inactivus, ohne wirkende bethätigung. vgl. unwirklich
a: eine ganze menge von wesen in der kette der dinge wird u. und unnütz seyn Dusch (1758) 208; ein solcher friede, solche seelenruh macht unwirksam und ist gefährlich J. Fr. Löwen 1, 123;
allg. d. bibl. 2, 2, 19; wenn Achill in dem gröszten theile der Iliade u. bleibt Gerstenberg
recensionen 30, 28
lit. dkm.; aber sind denn diese sogenannten buchstabenmenschen wirklich so ... u. und unthätig in der gesellschaft? Klinger 12, 171; ich würde, da sich unser kreis ihrer theilnahme zu erfreuen hat, es für eine schuldigkeit achten, für den ihrigen nicht u. zu bleiben Göthe IV 12, 180
W. adv.: ich schlief dort unwirksam, fern von dem dasein, unbewuszt meiner J. A.
F. v. Gentzkow
gedichte (1771) 18;
t. t. unwirksamer teil der windungen in einer dynamomaschine
tours morts Blaschke
wb. d. elektrotechnik 132;
bei der cameralistischen buchführung unterscheidet man wirksame und unwirksame einnahmen, je nachdem durch sie der gesamtbestand des geldes und der reste in seinem werte verändert wird oder nicht
hwb. d. staatswiss. 2
2, 1117.
von inactivität zeugend: schlummer, zerstreuung, ruhe, zustand, natur
u. s. f. M. K. Curtius
krit. abh. u. ged. (1760) 205; Lessing 13, 361
M.; Wieland 3, 105
ak. ausg.; A. v. Haller
tageb. seiner beob. 1, 90; Herder 8, 105
S.; das unwürksamste leben 31, 400
S. b) unwirklich
b entsprechend, rechts- und geschäftssprachlich, ohne rechtswirkung: der senat war unverantwortlich, weil ... die tribunen ... seine schädlichen beschlüsse u. machen konnten Niebuhr
röm. gesch. 1, 418; ein unwirksames gesetz ist kein gesetz Novalis 2, 131
M.; Jhering
geist d. röm. rechts 2, 1, 225; Ranke
s. w. 3, 95; eine beschränkung des umfanges der prokura ist dritten gegenüber u.
handelsgb. 50; ein einseitiges rechtsgeschäft ... ist u.
bgb. 111.
vgl. nichtig. c)
ohne auswirkung, von geringer wirkung, kraft, intensität, wirkungslos. zwischen a und c: es ist aber ein wunder, das sie (
dichterische freiheit) bisher noch so u. gewesen Gottsched
d. neueste 6, 487; die gröszere anzahl des volkes war unnütz, die bessere u. gemacht J. A. Feszler
Aristides u. Themistocles 1, 87.
attributiv: strahl (
der sonne), palliativ, zauberformel, farbe, zwischenspiel, bestandtheil, tand, pflaster, stoff, menge, steuerruder
u. s. w. Zachariä 8, 87; Merkel
die Letten 178; Brinckmann
filosofische ansichten 140; Göthe II 2, 40
W.; Gentz
schr. 5, 162; Stöckhardt
chem. feldpredigten 1, 10; Raupach
dram. werke ernster gattung 9, 65; Rückert 8, 84; Muspratt
chemie (1905) 8, 1032; (1888) 2, 1116; Lueger
lex. d. g. technik 7, 345; ich glaube, dasz unter allen ihnen angebotenen heilmitteln die moralischen die unwirksamsten sind Gutzkow (1872
ff.) 8, 265.
in weiterem sinne: an sich unwirksame bilder Herder 16, 523
S.; wir ... überlieszen ihn seinem unwirksamen grimme J. H. Meyer
mahlerische reise (1793) 52; zufall, behälter Novalis 4, 58
M.; Hegel 6, 319; der glühwurm zeigt, dasz sich die frühe naht, und sein unwirksam feur beginnt zu blassen
Shakespeare 3, 180.
prädicativ: ursachen, welche das küchensalz u. machen
allg. d. bibl. anh. 25/36, 2519; Herder 16, 299
S.; Laukhard
leben 3, 204; Kortum
Jobsiade 3, 122; alle lange zusammenhängende ermahnungen ... sind u. Salzmann
ameisenb. 183; Göthe III 7, 258
W.; unsre bitten selbst waren u. I 24, 84
W.; desto unwirksamer muszten meine warnungen ... werden Holtei
erz. schr. 7, 206;
in gesteigertem sinne von einem bilde Göthe 45, 303
W. substantiviert: etwas unwirksames Schleiermacher I 3, 114.
adv.: sich u. ärgern Fr. v.
d. Trenck
ged. u. schr. 3, 217; der vater (
Laokoon) strebt mächtig, aber u. Göthe 47, 112
W. —