unwirklich,
adj.,
gs. zu wirklich (
s. d.).
nl. onwerkelijk;
dän. uvirkelig.
zur schreibung unwürklich
s. Paul
d. gramm. 1, 195. a)
wenig wirkend, unwirksam: mit kleiner und unwirklicher hitze Thurneiszer
magna alchymia (1583) 75;
von rede: also ist eyn zu vil erseygerte, ausgedörrete ... red verächtlich, machtlos und u. Fischart
ehzuchtb. 294, 2
H. veraltet. b)
keine rechtliche bindung wirkend, ungültig; in der alten rechts- u. geschäftsspr.; Schwartzenbach (1564) 66
b: sonst wäre solche gant gantz unwürklich und nichtig
ganntrecht (1566) B 2
b; also auch ein urtheyl ... ist kraftlosz und u.
statutenb. 120
a; durch unkräftige und unwürkliche fassion und einbekantnusz A. Wagner
decretum (1599) 25; unwurklich
nicht zu recht bestehend österr. weisth. 11, 723
a; Fischer
schwäb. wb. 6, 278. c)
als gs. zum wirklichen rat
geben Stieler 2559
und Kramer (1702) 2, 1358
c unwirklicher rat,
honorarius, titolare an: wäre ja einer von ihnen noch ein thor, so wirft man ihm einen hof- oder unwirklichen geheimenjustizrathstitel an den hals K. Fr. Cramer
Neseggab. 3, 239.
veraltet. desgleichen d)
passiv, was nicht zu machen ist, Fischer
schwäb. wb. 6, 278. e)
die heutige bed. als gs. zu realis: irrealis, imaginativus, tritt erst im 18.
jahrh. auf, 'u.
fehlt im Adelung.
für das, was nicht vorhanden, sondern ein hirngespinst ist, läszt es sich wohl gebrauchen' Heynatz
antibarb. 2 (1797), 541: was ist schwärmerey? imaginative, unwirkliche, unerweisliche gemeinschaft mit ihm (
Christus)? Lavater
verm. schr. 2, 81; welt, traumgebiet, wesen, schuld, schatten, muster, ausgabe Göthe 41, 2, 188
W.; Gentz 1, 234; Hegel 2, 290; Fr. Th. Vischer
ästhetik 1, 285; Justi
Winckelmann 2, 1, 314; Lotze
mikrokosmus 1, 70; W. Scherer
kl. schr. 1, 634.
prädicativ: was soll ich mich willkührlich brauchen lassen, da ich wirklich bin, in geschichten, die u. sind? Bettine
frühlingskranz 411.
substantiviert: ein unwirkliches Puchta
institutionen (1850) 1, 5; Gervinus
gesch. d. d. dicht. 5, 598; Gutzkow (1872
ff.) 1, 59; Fontane I 5, 168.
adv.: ihre lippen sind ganz u. (
wie es in wirklichkeit nicht vorkommt, unnatürlich) rot
Velhagen u. Klasings monatsh. 1902, 1, 372
a; u. schön W. Schäfer
lebenstag (1917) 320. —