unterfutter,
n. ,
futter II 7
entsprechend (
s. 1unter III B 1
a α).
mhd. undervuoter;
dän. schwed. underfoder. '
das u.
bezieht sich auf ein oberfutter;
ein futter
oder futteral
ist das oberfutter,
worein man etwas thut, und das u.
ist, was man in etwas thut' Frisch (1741) 1, 311
b;
vgl.futter II 1,
nd. avervoor
überzug eines kleides Adelung. u. '
das unter einer sache oder inwendig an ihr befindliche futter' Weigand
syn. 1, 486; Jacobsson 4, 488
b;
syn. doppelung Adelung,
franz. doublure. vgl. überfutter und unterführung subfutrum. 11)
eigentlich: ein graben rock mit einem grien unterfueter
Aventins inventarisierte hinterlassenschaft (1534)
sämtl. werke 1, LV
anm.; Paumgartner
briefwechsel 97; Musculus
hosenteufel 17
ndr; Sebiz
feldbau (1579) 135; der marder ... ist eine art eines thieres, dessen felle gebrauchet werden zum unterfutter Harsdörfer
secret. 1, 511; Marperger
kaufmannmagazin (1708) 447;
vom kaffee: an dem vertrink ich noch rock, knöpf und unterfutter Stoppe
Parnasz (1735) 206; des unterfutters himmelblau werf ich im gehn galant zur schau Gottsched
das neueste (1751) 1, 612; aus dem innern (
des seidengewandes) lauschte das schwefelgelbe seidene u. Stifter 2, 133;
t. t. das u. anschlagen, nämlich an den oberzeug Gottsched
beobachtungen (1758) 23.
plur.: alles fremde gut, was zu ... unterröcken und unterfuttern gebraucht würde, könnte verboten werden J. Möser 2, 143; Karmarsch-Heeren 7
3, 673. 22)
beim vogelflügel die flaumbedeckung der unterseite: u. derselben (
beim häher) schwarz Oken
allg. naturgesch. 7, 344. 33)
auf dem wege zur übertragung (
von 1): das u. ist das verächtlichste an einem rocke Raupach
dram. werke kom. gattung 3, 172; ich halt, sie sey da nit zu schlecht, zum unterfutter ists auch recht
lieder auf den winterkönig 220
Wolkan; zu schlecht zu einem u. Fischer
schwäb. wb. 6, 230. 44)
in reich entwickelter übertragung: der uberzug war schön, aber dein underfutter gantz unflättig A. Agricola
gutes aug (1629) 775; sie sehen nicht allezeit das kleid, sondern offt nur das u. an J. Riemer
polit. hasenkopf (1687) 357; ein purpur ... worunter schwarze noth zum unterfutter steckt Triller
poet. betrachtungen (1750) 1, 285; eine wendung des lumpigen christenthums zum u. der purpurnen selbstliebe Hamann 6, 12
Roth-Wiener; vernunft nannte sie u.; oberzeug, sagte sie, musz dichtkunst seyn, wenn es kleiden soll Hippel
lebensläufe (1778
ff.) 2, 139; Tieck 17, 162; ich glaube, dasz verstand kein besseres u. finden kann als narrheit 5, 17; ein gut gewissen ist ein gut u. Bettine
d. buch gehört dem könig 2, 485; meine gewalt über den geht zu ende, unsere freundschaft hängt nur noch an einem dünnen u. Holtei
erz. schr. 18, 276; Nestroy 2, 303; Auerbach 10, 13; ich glaube deshalb, dasz das wandelbare element des politischen interesses und seiner gefahren ein unentbehrliches u. für geschriebene verträge ist Bismarck
gedanken u. erinn. 2, 279
volksausg.; das u. ist oft theuerer als das oberzeug Wander 4, 1478; du wirst ihm nicht sehr am u. wackeln
ebda (
sinn?). 55) des mannes mutter ist des teufels u. Pistorius
thes. paroem. (1715) 604; manns moder düvels uennerfoder Schütze
holst. id. 1, 279; schwiegermutter teufels u. Binder 179; Staub-Tobler 1, 1137; Fischer 6, 230; Hügel
Wiener dial. (1873) 176
u. ö.; die sprichwörtliche ra. bedeutet: sie ist mit dem teufel im bunde; aus dem begriff des unterfutters ergab sich die vorstellung des versteckten (das u. lauscht aus dem ärmel),
geheimen (unterfuttergeheimnisse Gutzkow
ritter v. geiste 4, 357),
vertrauten: das weibgen wird sodann zu einer lieben mutter, und endlich heiszt sie gar des vaters unterfutter Hoffmannswaldau-Neukirch 1, 101; meine schwiegermutter bleibt noch einige wochen hier, ich werde also ihr u. (
sie inwendig u. auswendig) genau kennen lernen; es scheint aber nicht so bös zu sein, wie sprichwörter behaupten Bismarck
briefe an schwester u. schwager 53.
auf die stiefmutter übertragen: eine stiefmutter ist des teufels u. Binder 189; Rosegger (1895) 12, 72.