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unterfutter

nhd. bis spez. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unterfutter n.

Bd. 24, Sp. 1556
unterfutter, n. , futter II 7 entsprechend (s. 1unter III B 1 a α). mhd. undervuoter; n. schwed. underfoder. 'das u. bezieht sich auf ein oberfutter; ein futter oder futteral ist das oberfutter, worein man etwas thut, und das u. ist, was man in etwas thut' Frisch (1741) 1, 311b; vgl.futter II 1, nd. avervoor überzug eines kleides Adelung. u. 'das unter einer sache oder inwendig an ihr befindliche futter' Weigand syn. 1, 486; Jacobsson 4, 488b; syn. doppelung Adelung, franz. doublure. vgl. überfutter und unterführung subfutrum. 11) eigentlich: ein graben rock mit einem grien unterfueter Aventins inventarisierte hinterlassenschaft (1534) sämtl. werke 1, LV anm.; Paumgartner briefwechsel 97; Musculus hosenteufel 17 ndr; Sebiz feldbau (1579) 135; der marder ... ist eine art eines thieres, dessen felle gebrauchet werden zum unterfutter Harsdörfer secret. 1, 511; Marperger kaufmannmagazin (1708) 447; vom kaffee: an dem vertrink ich noch rock, knöpf und unterfutter Stoppe Parnasz (1735) 206; des unterfutters himmelblau werf ich im gehn galant zur schau Gottsched das neueste (1751) 1, 612; aus dem innern (des seidengewandes) lauschte das schwefelgelbe seidene u. Stifter 2, 133; t. t. das u. anschlagen, nämlich an den oberzeug Gottsched beobachtungen (1758) 23. plur.: alles fremde gut, was zu ... unterröcken und unterfuttern gebraucht würde, könnte verboten werden J. Möser 2, 143; Karmarsch-Heeren 73, 673. 22) beim vogelflügel die flaumbedeckung der unterseite: u. derselben (beim häher) schwarz Oken allg. naturgesch. 7, 344. 33) auf dem wege zur übertragung (von 1): das u. ist das verächtlichste an einem rocke Raupach dram. werke kom. gattung 3, 172; ich halt, sie sey da nit zu schlecht, zum unterfutter ists auch recht lieder auf den winterkönig 220 Wolkan; zu schlecht zu einem u. Fischer schwäb. wb. 6, 230. 44) in reich entwickelter übertragung: der uberzug war schön, aber dein underfutter gantz unflättig A. Agricola gutes aug (1629) 775; sie sehen nicht allezeit das kleid, sondern offt nur das u. an J. Riemer polit. hasenkopf (1687) 357; ein purpur ... worunter schwarze noth zum unterfutter steckt Triller poet. betrachtungen (1750) 1, 285; eine wendung des lumpigen christenthums zum u. der purpurnen selbstliebe Hamann 6, 12 Roth-Wiener; vernunft nannte sie u.; oberzeug, sagte sie, musz dichtkunst seyn, wenn es kleiden soll Hippel lebensläufe (1778 ff.) 2, 139; Tieck 17, 162; ich glaube, dasz verstand kein besseres u. finden kann als narrheit 5, 17; ein gut gewissen ist ein gut u. Bettine d. buch gehört dem könig 2, 485; meine gewalt über den geht zu ende, unsere freundschaft hängt nur noch an einem dünnen u. Holtei erz. schr. 18, 276; Nestroy 2, 303; Auerbach 10, 13; ich glaube deshalb, dasz das wandelbare element des politischen interesses und seiner gefahren ein unentbehrliches u. für geschriebene verträge ist Bismarck gedanken u. erinn. 2, 279 volksausg.; das u. ist oft theuerer als das oberzeug Wander 4, 1478; du wirst ihm nicht sehr am u. wackeln ebda (sinn?). 55) des mannes mutter ist des teufels u. Pistorius thes. paroem. (1715) 604; manns moder düvels uennerfoder Schütze holst. id. 1, 279; schwiegermutter teufels u. Binder 179; Staub-Tobler 1, 1137; Fischer 6, 230; Hügel Wiener dial. (1873) 176 u. ö.; die sprichwörtliche ra. bedeutet: sie ist mit dem teufel im bunde; aus dem begriff des unterfutters ergab sich die vorstellung des versteckten (das u. lauscht aus dem ärmel), geheimen (unterfuttergeheimnisse Gutzkow ritter v. geiste 4, 357), vertrauten: das weibgen wird sodann zu einer lieben mutter, und endlich heiszt sie gar des vaters unterfutter Hoffmannswaldau-Neukirch 1, 101; meine schwiegermutter bleibt noch einige wochen hier, ich werde also ihr u. (sie inwendig u. auswendig) genau kennen lernen; es scheint aber nicht so bös zu sein, wie sprichwörter behaupten Bismarck briefe an schwester u. schwager 53. auf die stiefmutter übertragen: eine stiefmutter ist des teufels u. Binder 189; Rosegger (1895) 12, 72.
4049 Zeichen · 89 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unterfutter

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Das Unterfutter , des -s, plur. doch am häufigsten nur von mehrern Arten, ut nom. sing. dasjenige, was unter einen Zeug …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Unterfutter

    Goethe-Wörterbuch

    Unterfutter [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Unterfutter

    Rheinisches Wb.

    Unter-futter (s. S.) Allg. n.: wie nhd., am Kleid. RA.: Manns Moder, Düvels U. Köln-Stdt , Barm .

  4. Sprichwörter
    Unterfutter

    Wander (Sprichwörter)

    Unterfutter 1. Das Unterfutter ist oft theuerer als das Oberzeug. Engl. : The lining is dearer than the cowring. ( Masso…

  5. Spezial
    Unterfutter

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Un|ter|fut|ter n. (-s,-) (bei Kleidern) sotrata (-tes) f. , fodra (-res) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unterfutter

1 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unterfutter

unterfuttern + -er

unterfutter leitet sich vom Lemma unterfuttern ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von unterfutter 2 Komponenten

unter+futter

unterfutter setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

unterfutter als Zweitglied (1 von 1)