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untauglich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

untauglich adj. adv.

Bd. 24, Sp. 1443
untauglich, adj. adv. , gth. v. tauglich. mhd. untugelich; mnd. undogelik; n. uduelig; schwed. oduglig; mnl. ondogelijc impatibilis (zur bed. Falk-Torp 177). frühnhd. auch untaugenlich (vgl. taugenlich; mhd. untugenlich, untügenlîche; Fischer schwäb. wb. 6, 223): Sastrow 1, 223; Stumpf chron. (1606) 15b; urk. z. gesch. d. schwäb. bundes 1, 11; Steinhöwel Äsop 38 Ö.; Wirsung artzneybuch (1588) 312a; substantiviert: J. B. Schupp schr. 743. vgl.untaugen. im übrigen s. zu den formen tauglich (untüglich noch bei Stieler 271 und 1780 bei J. Chr. G. Ackermann krankheiten der künstler u. handwerker 1, 173, untäuglich noch bei Leibniz d. schr. 2, 287). 11) von personen: untüglich, unnütz, nichts werd, eitel, lausicht, leichtfertig Alberus (1540); inhonestus, infamis Haltaus 1953; Schmidt els. wb. 376a: item umb scheltwort, nemlichen der imands einen schalk, bOeswicht ... oder einen untuglichen man heiszet weist. 6, 84; ihr alte, untügliche bernheuter der visierliche exorcist (1675) 15; in dieser stärke veraltet; nachklang: wenn du ein untauglicher mann wirst, so gebe ich dir auch nach meinem tode nichts Stifter 3, 12; noch nicht geschäftsfähig von kindern: Riederer rhetoric (1493) m 1b; intestabilis Frisius 725a; impotent Höfler krankheitsnamenb. 732a; Dreyfelder historien d. h. Est (1580) 47a; ungefällig Schmidt-Petersen 148a; Pansner schimpfwörterb. 74a. in n. schriftspr. viel allgemeiner: dasz sind alles untügliche leuth, die zu nichts als in ein gut kraut seind Parac. 1, 316 A; ich .. bin .. der untauglichste cavallerist von der welt Wieland Lucian 1, 308; untauglicher lehrer G. Keller 1, 211; substantiviert: kein untauglicher Ranke 42, 34. bes. unserviceable, impropre au service Hoyer-Kreuter technol. wb. 1, 793; dienstuntauglich; d. u., dauernd untauglich allgemein; untaugliche v. Alten handb. f. heer u. flotte 1, 455. mit näheren bestimmungen, dativ: die werden verkümmern und menschlicher würde u. sein Bettine frühlingskranz 36; mit präpositionen: jugend ... zuo liebhabung der wyszheit untouglich Riederer rhetoric (1493) a 5a; zu jedem geschäft u. Göthe IV 35, 287 W.; zum dienste u. Holtei erz. schr. 21, 106; für alle liebe u. Lessing 18, 341 M.; im regiment u. Garg. 19 ndr.; an leib und seele u. J. M. Miller predigten f. landvolk 3, 231; mit infinitiv: sie seynd alsbald buesz zu thuen u. verbliben Albertinus Lucifers königreich 9, 18 L.; u. eine waffe zu führen Holtei erz. schr. 16, 278; mit adverbien: körperlich Meinecke Boyen 2, 127, dienstlich, dauernd, vorübergehend, zeitweilig u. s. w. u. 22) von thieren: spätlemmer, spätschaf, untüglich Alberus (1540) 83b; hähne, hunde, pferde Schupp schr. (1663) 773; Göchhausen notabilia venatoris 307; Immermann 18, 41 H. 33) von concreten gegenständen: der winterhonig ist am untauglichsten W. H. Ryff confectbuch (1548) 3b; eier Heyden Plinius 48, salz Zinzendorf kl. schr. (1740) 77, medicamente v. Fleming soldat (1726) 180, waren Schedel waarenlex. 1, 192, spiesze L. Fronsperger kriegsbuch 2, b b 3a, bogen Hegel 9, 211, maschine Jhering geist d. römischen rechts 1, 40, mineralien Göthe IV 35, 55 W., schiffe Sachs-Villatte u. s. w. substantiviert: wrak, der ausschusz, das untaugliche Voigt handwb. für die geschäftsführung (1807) 2, 569. in ähnlichen verbindungen wie bei 1: das gold zuo schneiden und zuo hauwen vil ontüglicher was dann kupffer S. Münster cosmogr. 690; die thonichten steine ... untauglicher zum abdrucke Lessing 10, 397 M.; ein für die viehfütterung ganz untauglicher rückstand J. Liebig chem. briefe (1844) 122; schwanzfedern ..., die ... als stütze des körpers beim klettern ... ganz u. sind J. A. Naumann naturg. d. vögel (1822 ff.) 5, 378. 44) von abstractem: rechtsungültig Lexer 2, 1946; so befand man darneben gedachte vollmacht dermaszen unvollkommen und u. Chemnitz schwed. krieg 2, 1030; gründe Luther 18, 460 W., beweisgründe allg. d. bibl. anh. 1/12, 250 (vgl. untaugenlich, ungebürlich, unbestendig J. H. Meichszner handbüchlein 21c; heute sind diese bedd. ganz abgeschwächt), ablas Carlstadt von vormugen des ablas (1520) a 2a, gebet Dietenberger wider d. u. b. M. Luthers v. d. miszbrauch d. mesz (1526) g 2b, vermutung H. Abermann histor. beschreibung (1619) 1, 46, gewohnheit Butschky Pathmos 212, gebräuche Nicolai reise 7, 50 beylage IV 7, musik Mozart bei O. Jahn 3, 87, mittel u. s. w. mir hierdurch witz und verstand stumpff und u. ward Grimmelshausen 4, 592, 2 Keller; ein quidam läszt ... drucken, meine farbenlehre sey zu mathematischem gebrauch ganz u. Göthe II 5, 2, 380 W.; eine für die forderung des schönen untaugliche ansicht der dinge Solger ästhetik (1829) 51. in heute veralteter stärke des begriffs (vgl. 1 anfang): sein untäuglichen närrechten wandel J. Herold chron. aller ertzbisch. zu Maintz (1551) 96b; untügenlîche barsch, ungezogen Lexer 2, 1946; das sol allen frouwen nüt schaden, wo ein undOeglich handlet Murner gäuchmatt 37 Uhl. dazu untauglichkeit, f., mangel an tauglichkeit u. ihr gth. frühnhd. auch untaugenlichkeit Fischer schwäb. wb. 6, 223. wie untauglich 1: habent ewer untüglicheit (mangel an tapferkeit) wol bewisen Aimon O 4b; impotentia Dannhawer catechismusmilch 3, 308; untüglichait eines priesters Marx Müller v. Westendorff (1545) 31a; infirmitas, paucitas Eberlin v. Günzburg 2, 138 ndr.; die u. der gewöhnlichen schöffen Savigny gesch. desm. rechts 1, 206; ihre (der Franzosen) u. zur musik Jean Paul 35, 26 H.; auch ist die befähigung für das höhere oft u. für das niedere Justi Winckelmann 1, 120; E. war wegen körperlicher u. zum dienst seiner militärpflicht längst entbunden Holtei erz. schr. 2, 181; Ranke 35/36, 54; v. Alten handb. f. heer u. flotte 3, 145; 1080; untauglichkeitsgrund 3, 482, -schein G. Knickel im d. novellenschatz v. Heyse u. Kurz 4, 220. untauglich 2/3 entsprechend: u. des pferdes, der arznei, des stoffes, schiffes u. s. w. u. der waffen F. H. Jacobi 2, 459; gespinnststoffe, welche als gewebe bis zur u. gebraucht sind Muspratt-Stohmann-Kerl 6, 1445. wie untauglich 4: der u. dieses gebrauchs Basedow method. unterricht (1764) xiii; u. der früheren verfassung Ranke 26, 276; dessen (des götzendienstes) u. J. Grimm kl. schr. 5, 94; wegen der u. des gemeinen menschenverstandes zu so subtiler speculation Kant 3, 20, 10 ak. ausg.; u. der geschichte für die kunst R. Wagner 4, 314. —
6407 Zeichen · 222 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Untauglich

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Untauglich , -er, -ste, adj. et adv. der Gegensatz von tauglich, zu einer Absicht nicht die unentbehrliche Beschaffenhei…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    untauglich

    Goethe-Wörterbuch

    untauglich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    untauglichAdj.

    Pfälzisches Wb.

    un-tauglich Adj. : 'zum Militärdienst nicht geeignet', uⁿdauchlich, un- ; -dauglich [vereinzelt, Krämer Gal 223], oundau…

  4. Spezial
    untauglich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    un|taug|lich adj. 1 (ungeeignet) nia adaté, inadaté (-tá, -tada) 2 (unfähig) che n’é nia bun.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit untauglich

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von untauglich 3 Analysen

un- + tauglich

untauglich leitet sich vom Lemma tauglich ab mit Präfix un-.

Alternativen: untaugen+-lich un-+taug+-lich

untauglich‑ als Erstglied (2 von 2)

Untauglicher Versuch

Meyers

untauglich·er·versuch

Untauglicher Versuch , der Versuch einer strafbaren Handlung, begangen an einem untauglichen Gegenstande oder mit einem untauglichen Mittel;…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „untauglich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/untauglich/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „untauglich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/untauglich/dwb. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „untauglich". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/untauglich/dwb.
BibTeX
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