untauglich,
adj. adv. ,
gth. v. tauglich.
mhd. untugelich;
mnd. undogelik;
dän. uduelig;
schwed. oduglig;
mnl. ondogelijc
impatibilis (
zur bed. Falk-Torp 177).
frühnhd. auch untaugenlich (
vgl. taugenlich;
mhd. untugenlich, untügenlîche; Fischer
schwäb. wb. 6, 223): Sastrow 1, 223; Stumpf
chron. (1606) 15
b;
urk. z. gesch. d. schwäb. bundes 1, 11; Steinhöwel
Äsop 38
Ö.; Wirsung
artzneybuch (1588) 312
a;
substantiviert: J. B. Schupp
schr. 743.
vgl.untaugen.
im übrigen s. zu den formen tauglich (untüglich
noch bei Stieler 271
und 1780
bei J. Chr. G. Ackermann
krankheiten der künstler u. handwerker 1, 173, untäuglich
noch bei Leibniz
d. schr. 2, 287). 11)
von personen: untüglich, unnütz, nichts werd, eitel, lausicht, leichtfertig Alberus (1540);
inhonestus, infamis Haltaus 1953; Schmidt
els. wb. 376
a: item umb scheltwort, nemlichen der imands einen schalk, bOeswicht ... oder einen untuglichen man heiszet
weist. 6, 84; ihr alte, untügliche bernheuter
der visierliche exorcist (1675) 15;
in dieser stärke veraltet; nachklang: wenn du ein untauglicher mann wirst, so gebe ich dir auch nach meinem tode nichts Stifter 3, 12;
noch nicht geschäftsfähig von kindern: Riederer
rhetoric (1493) m 1
b;
intestabilis Frisius 725
a;
impotent Höfler
krankheitsnamenb. 732
a; Dreyfelder
historien d. h. Est (1580) 47
a;
ungefällig Schmidt-Petersen 148
a; Pansner
schimpfwörterb. 74
a.
in n. schriftspr. viel allgemeiner: dasz sind alles untügliche leuth, die zu nichts als in ein gut kraut seind Parac. 1, 316 A; ich .. bin .. der untauglichste cavallerist von der welt Wieland
Lucian 1, 308; untauglicher lehrer G. Keller 1, 211;
substantiviert: kein untauglicher Ranke 42, 34.
bes. unserviceable, impropre au service Hoyer-Kreuter
technol. wb. 1, 793; dienstuntauglich;
d. u., dauernd untauglich
allgemein; untaugliche v. Alten
handb. f. heer u. flotte 1, 455.
mit näheren bestimmungen, dativ: die werden verkümmern und menschlicher würde u. sein Bettine
frühlingskranz 36;
mit präpositionen: jugend ... zuo liebhabung der wyszheit untouglich Riederer
rhetoric (1493) a 5
a; zu jedem geschäft u. Göthe IV 35, 287
W.; zum dienste u. Holtei
erz. schr. 21, 106; für alle liebe u. Lessing 18, 341
M.; im regiment u.
Garg. 19
ndr.; an leib und seele u. J.
M. Miller
predigten f. landvolk 3, 231;
mit infinitiv: sie seynd alsbald buesz zu thuen u. verbliben Albertinus
Lucifers königreich 9, 18
L.; u. eine waffe zu führen Holtei
erz. schr. 16, 278;
mit adverbien: körperlich Meinecke
Boyen 2, 127, dienstlich, dauernd, vorübergehend, zeitweilig
u. s. w. u. 22)
von thieren: spätlemmer, spätschaf, untüglich Alberus (1540) 83
b; hähne, hunde, pferde Schupp
schr. (1663) 773; Göchhausen
notabilia venatoris 307; Immermann 18, 41
H. 33)
von concreten gegenständen: der winterhonig ist am untauglichsten W. H. Ryff
confectbuch (1548) 3
b; eier Heyden
Plinius 48, salz Zinzendorf
kl. schr. (1740) 77, medicamente v. Fleming
soldat (1726) 180, waren Schedel
waarenlex. 1, 192, spiesze L. Fronsperger
kriegsbuch 2, b b 3
a, bogen Hegel 9, 211, maschine Jhering
geist d. römischen rechts 1, 40, mineralien Göthe IV 35, 55
W., schiffe Sachs-Villatte
u. s. w. substantiviert: wrak, der ausschusz, das untaugliche Voigt
handwb. für die geschäftsführung (1807) 2, 569.
in ähnlichen verbindungen wie bei 1: das gold zuo schneiden und zuo hauwen vil ontüglicher was dann kupffer S. Münster
cosmogr. 690; die thonichten steine ... untauglicher zum abdrucke Lessing 10, 397
M.; ein für die viehfütterung ganz untauglicher rückstand J. Liebig
chem. briefe (1844) 122; schwanzfedern ..., die ... als stütze des körpers beim klettern ... ganz u. sind J. A. Naumann
naturg. d. vögel (1822
ff.) 5, 378. 44)
von abstractem: rechtsungültig Lexer 2, 1946; so befand man darneben gedachte vollmacht dermaszen unvollkommen und u. Chemnitz
schwed. krieg 2, 1030; gründe Luther 18, 460
W., beweisgründe
allg. d. bibl. anh. 1/12, 250 (
vgl. untaugenlich, ungebürlich, unbestendig J. H. Meichszner
handbüchlein 21
c;
heute sind diese bedd. ganz abgeschwächt), ablas Carlstadt
von vormugen des ablas (1520) a 2
a, gebet Dietenberger
wider d. u. b. M. Luthers v. d. miszbrauch d. mesz (1526) g 2
b, vermutung H. Abermann
histor. beschreibung (1619) 1, 46, gewohnheit Butschky
Pathmos 212, gebräuche Nicolai
reise 7, 50
beylage IV 7, musik Mozart
bei O. Jahn 3, 87, mittel
u. s. w. mir hierdurch witz und verstand stumpff und u. ward Grimmelshausen 4, 592, 2
Keller; ein quidam läszt ... drucken, meine farbenlehre sey zu mathematischem gebrauch ganz u. Göthe II 5, 2, 380
W.; eine für die forderung des schönen untaugliche ansicht der dinge Solger
ästhetik (1829) 51.
in heute veralteter stärke des begriffs (
vgl. 1
anfang): sein untäuglichen närrechten wandel J. Herold
chron. aller ertzbisch. zu Maintz (1551) 96
b; untügenlîche
barsch, ungezogen Lexer 2, 1946; das sol allen frouwen nüt schaden, wo ein undOeglich handlet Murner
gäuchmatt 37
Uhl. dazu untauglichkeit, f., mangel an tauglichkeit
u. ihr gth. frühnhd. auch untaugenlichkeit Fischer
schwäb. wb. 6, 223.
wie untauglich 1: habent ewer untüglicheit (
mangel an tapferkeit) wol bewisen
Aimon O 4
b;
impotentia Dannhawer
catechismusmilch 3, 308; untüglichait
eines priesters Marx Müller v. Westendorff (1545) 31
a;
infirmitas, paucitas Eberlin v. Günzburg 2, 138
ndr.; die u. der gewöhnlichen schöffen Savigny
gesch. des röm. rechts 1, 206; ihre (
der Franzosen) u. zur musik Jean Paul 35, 26
H.; auch ist die befähigung für das höhere oft u. für das niedere Justi
Winckelmann 1, 120; E. war wegen körperlicher u. zum dienst seiner militärpflicht längst entbunden Holtei
erz. schr. 2, 181; Ranke 35/36, 54; v. Alten
handb. f. heer u. flotte 3, 145; 1080; untauglichkeitsgrund 3, 482, -schein G. Knickel im
d. novellenschatz v. Heyse u. Kurz 4, 220. untauglich 2/3
entsprechend: u. des pferdes, der arznei, des stoffes, schiffes
u. s. w. u. der waffen
F. H. Jacobi 2, 459; gespinnststoffe, welche als gewebe bis zur u. gebraucht sind Muspratt-Stohmann-Kerl 6, 1445.
wie untauglich 4: der u. dieses gebrauchs Basedow
method. unterricht (1764) xiii; u. der früheren verfassung Ranke 26, 276; dessen (
des götzendienstes) u. J. Grimm
kl. schr. 5, 94; wegen der u. des gemeinen menschenverstandes zu so subtiler speculation Kant 3, 20, 10
ak. ausg.; u. der geschichte für die kunst R. Wagner 4, 314. —