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unsittlich

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
8 in 8 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

unsittlich

unsittlich

Sitte f. ‘Brauch, Gewohnheit, (moralischer) Anstand’, ahd. situ (8. Jh.), mhd. site ‘Art und Weise, wie man lebt und handelt, Volksart, -brauch, Gewohnheit, Beschaffenheit, Anstand’ (ursprünglich m., durch häufigen pluralischen Gebrauch bereits spätmhd. f.), asächs. sidu, mnd. sēde, sedde, mnl. sēde, nl. zede, afries. side, aengl. sidu, anord. siðr, schwed. sed, got. sidus (germ. *sedu- m.). Herkunft nicht geklärt. Die übliche Herleitung vergleicht aind. svadhā́ ‘Eigenheit, Eigenkraft, Charakter, gewohnte Art, Gewohnheit’, griech. éthos (ἔθος, aus *ϝέθος, ie. *su̯édhos) ‘Gewohnheit, Brauch, Übung’, lat. sodālis ‘Genosse, Kamerad, Gefährte, Mitglied einer Gemeinschaft’ und geht von ie. *su̯ē̌dh- aus, in dem eine Bildung zum Pronominalstamm ie. *seu̯e- (s. sich) gesehen wird. Dagegen erklärt Wissmann in: Münchener Studien zur Sprachwiss. 6 (1955) 129 das stammhafte i in aengl. sidu und anord. siðr für alt (also nicht aus e hervorgegangen). Aus dem gleichen Grunde lehnt Trier Lehm (1951) 41 die oben vorgetragene Etymologie (also auch die Verbindung mit griech. éthos) ab und schließt die germ. Formen von Sitte an die unter Saite und Seil (s. d.) behandelten Substantive an, so daß Sitte (im Ablaut zu Saite stehend) als ‘Verbindendes, Bindung’ gedeutet werden kann. – Unsitte f. ‘Anstand und Benehmen Zuwiderlaufendes’, ahd. unsitu (9. Jh.), mhd. unsite ‘üble Gewohnheit, Aufgebrachtheit, Zorn, unfeines oder grobes Benehmen’. sittlich Adj. ‘der Sitte, Moral entsprechend, moralisch’ (15. Jh.), ahd. situlīh (um 800), mhd. sitelich ‘dem Brauch gemäß, ruhig, milde, bescheiden, anständig’. Sittlichkeit f. ‘Wohlanständigkeit, Moral’ (Anfang 16. Jh.). unsittlich Adj. ‘unanständig, anstößig, unmoralisch’, ahd. unsitulīh (um 800), mhd. unsitelich ‘ungehörig, unziemlich, unpassend’. sittsam Adj. ‘brav, ehrbar, geziemend’ (15. Jh.), ahd. situsam ‘passend, geeignet’ (8. Jh.). Sittenlehre f. ‘Lehre von den Sitten, der Moral und Ethik, Moralphilosophie’ (17. Jh.).
1975 Zeichen · 69 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unsittlichadj, adv

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Unsittlich , — er, — ste , adj . u. adv . nicht sittlich gut, sittlich böse. Ein unsittlicher Mensch. Unsittlich sein, h…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    unsittlich

    Goethe-Wörterbuch

    unsittlich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    unsittlich

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    unsittlich nicht der Sitte entsprechend: dat wir unsittlich, dat heit, dat wir nich Sitte Gü.

  4. Spezial
    unsittlich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    un|sitt|lich adj. 1 imoral (-ai, -a) 2 dejonest (-sć, -a), malonest (-sć, -a) 3 zënza dodanza.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unsittlich

3 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von unsittlich 2 Analysen

un- + sittlich

unsittlich leitet sich vom Lemma sittlich ab mit Präfix un-.

Alternativen: un-+sitt+-lich

unsittlich‑ als Erstglied (2 von 2)

Unsittlichkeit

Campe

unsittlich·keit

Die Unsittlichkeit , Mz. — en . 1) Die Eigenschaft einer Person oder Sache, da sie unsittlich ist; ohne Mehrzahl. 2) Eine unsittliche Äußeru…

Ableitungen von unsittlich (1 von 1)

verunsittlichen

DWB

verunsittlichen , v. : rechtliche oder unrechtliche, sittliche oder verunsittlichende qualificationen Meyern hinterl. kl. schr. 1, 101 .

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APA
Cotta, M. (2026). „unsittlich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/unsittlich/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „unsittlich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/unsittlich/pfeifer_etym. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „unsittlich". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/unsittlich/pfeifer_etym.
BibTeX
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