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unsinnigkeit

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unsinnigkeit f.

Bd. 24, Sp. 1401
unsinnigkeit, f. , in wenigen fällen gth. der sinnigkeit oder mangel daran, meist der entwicklung des adj. unsinnig folgend. ahd. unsinnicheit; mhd. unsinnecheit; mnd. unsinnicheit; mnl. onsinnicheit; nl. onzinnigheid. n. afsindighed, schwed. ursinnighet. unsinheit s. o.; unsinkait Diefenbach n. gl. 20; unsinikait N. v. Wyle transl. 34, 13 K.; Bellin rechtschreibung (1657) 50; unsintkeit J. v. Watt 1, 128; 132 wie unsindekeyt Diefenbach gl. 247a; 300a. vgl. unsinn, -sinnlichkeit. 11) unsinn 1, unsinnig 1 entsprechend; Lexer 2, 1937; mnd. wb. 5, 78a; mnl. wb. 5, 932, 1; nl. wb. 10, 2243 a; Nemnich lexicon nosol. (1801) 17c; Blancard wb. (1788) 1, 123a; Höfler 651a; Staub-Tobler 7, 1071, 1; Fischer schwäb. wb. 6, 221; synonyma bei Fischart podagr. trostbüchlein 49, 26 H.: doch so nam er (der gefangene) sich einer u. an, vermeint dadurch sein sach zuo einem bessern end zuo bringen H. Gebweiler beschirmung des lobs Marie (1523) 25a; wenn einer aus u. ... sich ums leben bringt quelle bei J. Grimm rechtsalterth. 2, 326; in u. fallen Zinkgref apophthegmata (1628) 111, gerathen maler Müller 1, 195; in u. zu grunde gehen Fr. A. v. Brandis ehrenkräntzel (1678) 178; kluge u. Chr. Weise erznarren 160 ndr.; plötzliche u. Lessing 6, 170 M.; Wieland Agathon 2, 71; der zustand des gestörten kopfes, der ihn gegen die äuszeren empfindungen fühllos macht, ist u. Kant 10, 18. von zorn unterschieden: Staub-Tobler a. a. o.; von unsinn Adelung, Sanders syn. (1882) 44 (unsinnigkeit bezeichnet mehr zustand und eigenschaft, unsinn den ausbruch der unsinnigkeit und unsinniges); im gebrauch der bibelübersetzer: Teller vollständige darstellung u. beurtheilung d. d. spr. in Luthers bibelübers. 1, 186; Fischer 6, 221; erste d. bibel 7, 300, 4 var.; cod. Tepl. 3, 67 var. 44. heute durch geisteskrankheit, geistesgestörtheit, wahnsinnigkeit zurückgedrängt. übertragen: ihrer vermessenheit, hoffart und verachtung göttliches worts frucht und ende wird sein u. und blindheit Luther tischreden (1568) 1, 9; vgl. 3. kopfunsinnigkeit Höfler 651b. lycanthropia oder hydrophobia und rabies hydrophobica heiszt die u. von einem tollen wolffsbisse Noel Chomel öcon. phys. lexicon (1750) 6, 338; wolfsunsinnigkeit Höfler a. a. o. hündische u. hundswut ebda; bienen u. Sebiz feldbau (1579) reg. u. d. w. bienen; von pferden: Seutter hippiatria 75; allg. haushalt. lex. (1749) 3, 611; auch bei thieren durch speciellere bezeichnungen verdrängt. 22) wie unsinn und unsinnig 2: in unsinnicheiti han ih gesuntot Graff 6, 231; Seneca ... spricht auch 'ebrietas voluntaria insania est' trunckenheit ist eine mutwillige u. M. Friedrich sendbrief an d. vollen brüder q 1b; S. Franck sprichw. (1545) 1, 59b; der anfang des zorns ist u. A. Olearius pers. baumgarten 111. veraltet. 33) unsinn und unsinnig 3 entsprechend; der gs. sinnigkeit in maa. th. 10, 1, 1184; auch synnekeyt acerbitas ebda wie sinnig zornig; furor ... eine wütende u., plus enim est quam insania Corvinus fons lat. (1646) 375: Keisersberg geistl. spinnerin e 2c s. oben unter unsinnig 3; ich wurd eynen büttiger bestellen, der dir ein reyff odder tzween umb den kopff legt, das er nit fur groszer, voller unsynnickeit zursprünge Luther 7, 665 W.: impetus S. Franck Turckey (1530) b 1b; die u. des kriegs Agricola-Bech bergwerckb. (1621) 17; denn sie (luftgeister) pflegen sich hefftig mit ungestüme und u. zu erzeigen J. Prätorius anthropodemus pluton. 2, 8; der affect musz aber nicht zur u. getrieben werden A. G. Kästner verm. schr. 1, 249; von der ausgelassenheit zu fastnacht: dann man das gantz jar nit solich u. erzeigte als vor fastnacht Eberlin v. Günzburg 1, 20 ndr.; von liebe (S. Franck moriae encomion 76a), tracht (Moscherosch gesichte 2, 153), zügellosigkeit bei götterfesten (Ickelsamer gramm. d 3a) u. dgl. von unsinniger that: u. üben 2. Makkab. 15, 33; ist das nicht u., so weys ich auch nicht, was u. sey Alberus widder Jörg Witzeln mammelucken k 1b; Butschky kanzelley 824; diese plünderung ... wird bei den Niderländern genandt die spanische furie oder u. E. v. Meteren beschreibung des niderl. kriegs (1614) 311a; plur.: dann vil oberkeitten wehren nit huoren noch sauffen, spilen, finantzen, mit dem judenspiesz stechen und andere unsinnigkeitten M. Ambach von tantzen (1543) d 1a. heute verblaszt die bed., wie in Kästners beispiele. 44) nach unsinnig 4, unsinn 4; gs. gute sinnigkeit th. 10, 1, 1183; mnl. wb. 5, 933, 2; Staub-Tobler 7, 1071, 2. für die stärke des ausdrucks zeugt: freud diser welt ist ein zeichen nit allein der narrheit, sunder auch der u. Keisersberg narrenschiff 96a. Plinius der meyster seitt, das es sy eyn unsynnikeit, wellen die grOesz der welt verston und uszer der by wilen gon S. Brant narrenschiff 66, 60 Z.; das ist der grösten ertznarheyt eyne ... daraus alle andere u. erfolget ist Luther 15, 126 W.; habend gemeynt ... ir lAeben sye eyn u. Züricher bibel (1531) sap. 5 A.; Albertinus hirnschleiffer (1664) 118; es wäre u. ... mit dem verhängnüsse ringen Lohenstein Arm. 2, 847b; so bildete er sich in seiner u. ein, er hätte durch selbiges geld sich diesen hochwürdigen beruff angeworben Lindenborn Diogenes (1742) 1, 741; die u. zu heyrathen begehen Lessing 2, 30 M. idolomania die u. uff die abgötterey Alberus (1540). 55) wie unsinn, unsinnig 5. 5@aa) übergänge von bed. 4 zu 5 liegen in älterem gebrauch und in der ma. vor: darumb es mich von dir (Luther) ein unsinnikeit dunckt, nit für ein warheit und löbliche gewonheit zuozuolassen, dan das in dem evangelio geschriben stand Murner a. d. adel 15 ndr.; noch viel mehr dergleichen unsinnigkeiten brachte er vor Grimmelshausen 2, 340, 22 Keller; die schuld aller solcher thorheiten und unsinnigkeiten (zauberei; vgl. bed. 4 ende) wird nachmahls den verführischen schrifften .. beygelegt Marperger kaufmannmagazin (1708) 738; das wäre doch eine wahre u., so schwer verdientes geld so leicht vergeuden Rosegger (1895) 4, 441; widersinniges gebahren luxemb. wb. 319a. 5@bb) absurdität, nonsensicality: unsinnige, im höchsten grade der vernunft widersprechende handlungen Adelung: es ist eine sammlung von unsinnigkeiten allg. d. bibl. 4, 289; dasz durch die abgeschmacktheit oder verkehrtheit oder u. ... gute köpfe ... zurückgeschreckt werden Schopenhauer 4, 211 G.; darunter kommen dinge von bodenloser u. vor Hebbel tageb. 3, 140; R. Wagner 5, 35; diese ouvertüre war der kulminationspunkt meiner unsinnigkeiten 1, 7; die u. der behauptung, des urtheils, planes, betragens, gedichtes, romanes u. s. w.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unsinnigkeit

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Unsinnigkeit , plur. die -en. 1. Der Zustand, die Eigenschaft, da eine Person oder Ding unsinnig ist, in den beyden …

  2. modern
    Dialekt
    Unsinnigkeit

    Schweizerisches Idiotikon · +1 Parallelbeleg

    Unsinnigkeit Band 7, Spalte 1071 Unsinnigkeit 7,1071

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unsinnigkeit

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Ableitung von unsinnigkeit 3 Analysen

un- + sinnigkeit

unsinnigkeit leitet sich vom Lemma sinnigkeit ab mit Präfix un-.

Alternativen: un-+sinnig+-keit unsinnig+-keit

Keine Komposita gefunden — unsinnigkeit kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.