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unheilig

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unheilig adj. adv.

Bd. 24, Sp. 1053
unheilig, adj. adv., gth. v. heilig sanctus, sancte. ahd. unheilig, mhd. unheiliclîchen (unheiligen C) Reinmar v. Zweter 125, 6, allgemeiner erst im 15. jh. unheilig profanus. mnl. selten u. erst bei Kilian verzeichnet, nl. onheilig, onheile. an. úheilagr, n. uhellig, vanhellig, schwed. ohelig. ags. unhâlig, engl. unholy. 1) wortspielend mit heilig 1, 2 und bed. 5 einschlieszend: eingebung ihres unhailigen geists Nas antip. 1, 70a; die unheilige Maria Raupach dram. w. ernster gattung 8, 314. 2) nicht canonisiert: aber auch unheilige neuere mahler haben in dieser kirche monumente K. Ph. Moritz reisen 1, 215. vgl. unheiligsprechung (J. Paul) zs. f. d. wortf. 11, 237. 3) nicht zu einer weiteren oder engeren geistlichen gemeinschaft gehörig: eyner leyblichen (gemeinschaft), wilche beyde heyligen und unheyligen haben Luther 18, 171 W.; Agricola sprichw. (1534) 105b; Schlosser weltgesch. 4, 468. 4) gth. v. heilig 4, von stätten, zeiten, einrichtungen, dingen, thätigkeiten u. s. w.; oft in äuszerlich wortspielendem gs. zu heilig (dem heiligen unheiligen kriege Rückert 8, 76): ob der leyp unheylige kleyder tregt, an unheyligen örtern ist Luther 7, 22 W.; 3 Mos. 10, 10; tag Grimmelshausen 4, 595, 32 Keller (unheilbringend, nefastus [Horaz od. 2, 13 ] allg. d. bibl. 13, 525; verwünscht Collin Regulus 67); jahrhundert, werke, opfer, leben, sprachen u. s. w.; weil ihm dies (schlittschuhlaufen nach dem gebete) viel zu u. vorkam Moritz A. Reiser 38, 29; dieser unheiligen weltbibel (Reineke F.) Göthe 35, 22 W.; Fr. Schlegel Athen. 2, 298; Hippel ehe 42; Schlosser weltg. 15, 86; das heilige vom unheiligen (im musik. kirchenstil) sondern Schubart ästhet. 348. nach 5 weisend: sollte eine unheilige nacht darauf (auf den weihnachtsabend) folgen Holtei erz. schr. 22, 72; Hebel 2, 402, 2 B. 5) wie heilig 5 auf sittliches handeln u. verhalten bezogen; vgl. heillos: fone unheiligemo diete de gente non sancta (ps. 24, 1) Notker 2, 158, 4 P.; Sachs 18, 182, 14 G.; Wackernagel kirchenl. 3, 64; Fontane I 1, 68; Arigo 23, 31 K.; 1 Tim. 1, 9; denen unheiligen ist nichts heilig Kramer (1700) 1, 653c; verdammt Stilling 6, 660; Voss antisymb. 225; unheil'ger hexen Brentano 6, 50; worte Arnold ketzerhist. 3a; eine heilige oder unheilige betrügerey allg. d. bibl. anh. 1/12, 26; kritik, die ruchlos (ironisch) vor dem heiligen nicht halt macht Gutzkow 11, 138; verrucht: theater d. Deutschen 4, 4; Zschokke 37, 186; Rückert 1, 181; adv. R. Wagner 6, 46; syn. mit unrein Eberlin v. Günzburg 2, 11 ndr.; entweihend Treitschke aufs. 1, 433. 6) von heidnischen, bes. antiken vorstellungen (vgl. heilig 7), dann allgemein profan: alles hailigs und unhailigs verachten Fischart trostb. 33, 7 H.; Schleiermacher Platon 6, 101; Winckelmann 1, 35; profanum vulgus Cronegk 2, 61; C. F. Weisse lustsp. 1, 39; Grillparzer 4, 221; Ramler einl. 1, 32; vom opfer ausgeschlossen Klopstock 10, 250; unheilge dichter ohne dichterweihe J. Fr. Löwen 3, 52; vom boden, nicht durch echte dichtung geweiht Göthe 2, 30, 209 W.; von heiligem und unheiligem wahnsinn Hebbel I 12, 267. ein unheiliger weilt in unsrer mitte Vischer auch einer 1, 383; vom unechten freimaurer Zimmermann eins. 2, 60. profan, u., weltlich Spanutius; augen Göthe 17, 18, 4 W.; ohren Jean Paul 7/10, 87, fusz Stilling 4, 665; profan gesinnt Fr. Schlegel Athen. 2, 20; mondain H. Grimm Michelangelo 1, 135; nichtgeistlich Scherer litg. 47. 7) gth. v. heilig 8: die geschichte des unheiligen türkischen reiches Hippel kreuz- u. querz. 1, 237 (wortspielend mit bed. 5); heiliges und unheiliges in einer gemäldegallerie Scherer kl. schr. 1, 50. 8) heilig 9 entsprechend, von eigenschaften, leidenschaften, gefühlen, gesinnung u. deren ausdruck: also wäre .. die keusche liebe nichts unheiliges Lohenstein Arm. 2, 175a; leidenschaft, liebe, wille, tränen, herz, kummer u. s. w.; der unfrommen sinneswandlung, der argunheil'gen Droysen Äschylus 49. 9) heilig 10 entsprechend: u. acht ich den eid R. Wagner 6, 26; unüblich.
4052 Zeichen · 131 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unheilig

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Unheilig , -er, -ste, adj. et adv. der Gegensatz von heilig, nicht heilig, in dessen sämmtlichen noch gangbaren Bedeutun…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    unheilig

    Goethe-Wörterbuch

    unheilig [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unheilig

5 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von unheilig 3 Analysen

un- + heilig

unheilig leitet sich vom Lemma heilig ab mit Präfix un-.

Alternativen: un-+heil+-ig unheil+-ig

unheilig‑ als Erstglied (3 von 3)

unheiligen

DWB

unheil·igen

unheiligen , verb. , nicht heiligen ( s. d. ). vgl. entheiligen, entunheiligen, verunheiligen. veraltet. heiligen 1 entsprechend: den namen …

unheiligkeit

DWB

unheilig·keit

unheiligkeit , f. , mangel u. gth. der heiligkeit. nl. onheiligheid. dän. vanhellighed. schwed. ohelighet. engl. unholiness. nach heiligkeit…

unheiliglich

DWB

unheil·iglich

unheiliglich , adv. , gth. v. heiliglich: u. versehren Schirmer Virgil (1668) 184 . von Hulsius-Ravellus, Wiederhold, Dentzler, Frisch (1730…

Ableitungen von unheilig (2 von 2)

Unheilige

GWB

Unheilige [bisher nicht publizierter Wortartikel]

Verunheiligen

Adelung

Verunheiligen , verb. regul. act. im gemeinen Leben, für das edlere entheiligen. So auch die Verunheiligung.