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ungeschmack(t)

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ungeschmack(t) adj. adv.

Bd. 24, Sp. 853
ungeschmack(t), adj. adv. , gth. v. geschmack, dessen formen zu vergleichen sind (ungeschmacke bücher Schweickhart zu Helfenstein Bas. 614; das ungeschmagest ding Keisersberg narrensch. 12b; das letst gebet ist eben als ungeschmack oder etwann ungeschmackter weder das erst irrig schaf 18, ungeschmeckt scharpff ... sind die samen Bock kreutterb. 1 xxx i y, vgl. mhd. ungesmecket; ungeschmacket Ryff confectb. 111b; Adelung verwarf das schlieszende t). ahd. ungasmach ahd. gl. 2, 229, 27; mhd. ungesmac; mnl. ongesmaect wb. 5, 685; Schmeller 2, 541; Fischer 3, 480; Crecelius 845. schriftsprachlich im 18. jh. veraltend, von Heynatz antib. 2, 521 zu gunsten von geschmacklos verworfen, von Campe nur noch als landschaftlich aufgeführt; 'das wort u. hat etwas ungelenkiges und möchte daher wohl nicht in die jetzige hd. spr. zurückkehren' Krünitz 196 (1848), 299; dennoch entbehrt es nicht des eigenwerthes und deckt sich mit schmacklos, geschmacklos, unschmackhaft, abgeschmackt, abschmeckig, abschmeckend nicht völlig. vgl. auszerdem überschmack, wohl-, gut-, feingeschmack, ungeschmackhaft, ungeschmackig, -lich, -voll. für fade Campe verd. (1813) 310b nach Heynatz. 11) wie mhd. übelriechend: ein ungeschmackter sauerlechter geruch Thurneisser prob. d. harnen 8; geschmack m. alch. 2, 76; mund Lehman 2, 734. 22) wie mhd. unschmackhaft, kraftlos: suppen Keisersberg bilger 16b; Crecelius oberh. 845; mit thränen musz ich mischen den ungeschmacken trank Fleming 1, 10 (I 5, 23), dafür var. ungeschmackten; Treuer d. 1, 246; gewisse speisen zu essen, und all die andern ungeschmackt zu finden disc. d. mahlern 2, 142; Triller betr. 4, 420; dasz die nennung ihrer nahmen diese vor uns stehende goldblühende butter ungeschmack und abgeschmackt machen könne Tieck g. n. (1835) 7, 28. drumb will er, das seine apostel nicht ein thumb oder verlegen oder vermodert oder ungeschmack saltz sein Mathesius Sar. 179b; Harsdörffer secr. 1, lii va. keinen appetit, keine lust oder ekel erregend, zuwider: schlaff, speisz und tranck mir ungschmack ist Sachs 7, 213, 27 K.; personen ... welche biszweilen ihre zungen so verwehnet haben, dasz sie an kalck, kreyde, kohlen und andern ungeschmackten dingen eine ergötzlichkeit finden vern. tadl. 1, 34; Fr. der thet eschen in das muosz, das es im ungeschmack wer Keisersberg ev. (1515), 207d. ekel empfindend, mit störung der geschmacksempfindung verbunden: ist der mund fieberig und ungeschmack, so ist jm wol das honig bitter Franck sprüchw. (1541) 2, 181b; Wirsung artznb. 40 a. 33) übertragen a) wählerisch, urtheilslos, schlechten geschmack zeigend: ungeschmacke welt, zu klein hast du meinen guten wein geehrt Rückert 5, 164. b) widerwärtig, leidig, unangenehm (wie mhd). zur übertragung: die edele warheit ein ungeschmackte artzney bey allen mänschen Moscherosch g. 1, 687 (1650); seelenspeise H. Müller erquickst. 163. darumb so wil ich eingeen zu den haiden, in der mund ich ietz bin pitter und ungesmach (insipidus) off. d. h. Brig. 1, 57; wie es bischoff und pfaffen so ain ungschmack krut wird sein, das .. A. Blaurer briefw. 2, 750; desz daucht dich ungschmach und unbillig Sachs 10, 399 K.; denn so künstlich und schönes die verderbten prediger zu machen suchten, so ungeschmackt und verdrieszlich war es denen armen seelen Arnold ketzerhist. 2, 117b; wie ungeschmackt kommen mir alle freuden dieser welt vor! n. schausp. (1771) 8, 1, 1, 16. c) an abgeschmackt absurdus, ungereimt 2 a γ heranreichend, doch diesen in ihrer unsinnlichkeit nicht gleich, vielmehr regelmäszig mit ursprünglichem bezug auf die sinnesempfindung ohne würze, salz, dann werth, eigenart, kunst, bedeutung u. dgl. (die gantz welt faul worden und ungeschmackt M. Bucer bericht h 4a; gleich wie aber eine ungeschmackte würtze in gemein überzuckert und belieblicher gemacht wird ..., also habe ich dahin getrachtet, wie ich etwan meinen ungeschmackten liedern eine liebligkeit durch die music anstreichen könte Schirmer singende rosen 1; dieweil dein mund mein ungeschmacktes küssen hat künstlich zu versüszen wissen Hoffmannswaldau getr. schäf. 41; Breitinger dichtk. 1, 6; ein ungeschmacktes laues mittelding Stilling 3, 91). von personen: salsitudo illi non inest, ein ungschmackter mensch Franck sprüchw. (1541) 2, 98a; Garg. 58 ndr.; pöfel C. Dietz annales 72; ein ungeschickter und ungeschmackter geifferer Comenius janua 272; insulsus, fatuus, insipidus ... ein ungeschmackter, ungeschmaltzener mensch Aler 2, 2086a; Trissin und Tasso schienen alt, ganz kraftlos, ungeschmackt und kalt Gottsched n. ged. 9; dieser kleine mann schien freilich denjenigen, die nicht ganz seine zuckersüszen empfindungen nachempfinden konnten, etwas ungeschmackt Nicolai Noth. 1, 190. von sächlichem: Keisersberg irrig schaf 18 s. oben; wirdt es uns nit ungeschmach oder törecht geduncken? M. Müller v. Westendorff (1541) a 3b; unkräfftige, ungeschmackte, lehre wort Zinkgref ap. a 5; grob und ungeschmach reden Nas antip. 4, 91b; adv. insulse Reyher; schertz, so etwas ungeschmacktes mit sich führet Olearius rosenth. 1, 35; eines ungeschmackten pur-diatonischen clavieres Heinichen generalb. 85; wodurch solche bildung frostig und ungeschmack zu erscheinen pfleget Winckelmann 3, 125; immer dasselbe ... wird endlich ungeschmackt und kühl Wieland 21, 39; und die natur ist ungeschmack, ist leer an lust für ihn Zachariä hinterl. schr. 13; ungeschmackte nachahmungen Nicolai reise 4, 571; postillengeschwätz Noth. 2, 272; Kölle aufz. e. nachgeb. prinzen 68; so muszten ihm (Lichtenberg) dagegen die älteren (productionen) zu nüchtern und ungeschmackt seyn bl. f. liter. unterhaltung 1846, 882, 2. — dazu ungeschmackheit, f. vapiditas, insipiditas. gemma gem. d 1a; Adelung. ungeschmacktheit Kramer-Moerbeek. unüblich.
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    Neuhochdeutsch
    ungeschmack(t)adj. adv.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    ungeschmack(t) , adj. adv. , gth. v. geschmack, dessen formen zu vergleichen sind (ungeschmacke bücher Schweickhart zu H…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ungeschmackt

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Ableitung von ungeschmackt

un- + geschmackt

ungeschmackt leitet sich vom Lemma geschmackt ab mit Präfix un-.

Keine Komposita gefunden — ungeschmackt kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.