Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
ungemeine adj.
1. woran man keinen theil hat, fremd. diu werlt unde ir wollust, diu wart ie lenger ie mê vil ungemeiner in dan ê Pass. K. 426, 98. im was naht unde tac alleʒ ungemeine er wusste nichts davon, Wigal. leseb. 463,14. den valschen sol sîn mîn lop vil ungemeine frauend. 417, 15.
2. nicht gemeinsam. sus triben si zwei (die nicht beisammen sind) die stunde hin mit ungemeinem leide in getrenntem kummer, Trist. 19301. zwên gesellen giengen über velt, doch was ungemein ir gelt, ir ieder wolt daʒ sîne hân Bon. 88,2. sol der ungemeine strît der kampf, an welchem sie nicht theil nimmt, da sie mich verschmäht lange zît wern, vil senede swære mich dem tôde gît MS. 1,44. b. diu mir freude gar enban (diu sippe ist ungemeine) büchl. 1,1750.
3. zwieträchtig, nicht eines sinnes. drîer sachen abekust an Akirs sachte di vorlust: vil herren was di eine, di wâren ungemeine und lebeten in zwîtraht Jerosch. Pf. 149. c.
4. parteiisch gesinnt, führt Ziemann an, auf Wencker, acta arch. 403 verweisend. vgl. gemeine nr. 4.