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ungelachsen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ungelachsen part.-adj. adv.

Bd. 24, Sp. 729
ungelachsen, part.-adj. adv., gth. des wahrscheinlich durch rückbildung gewonnenen gelachsen; s. th. 4, 1, 2, 2842, wo auch die ableitung erörtert ist. ungelochsen Osw. v. Wolkenstein 80, 19 Schatz; Schmeller 1, 1428. ungelachsam: gewachsen Lochheimer liederb. 9, 1, 7. 5 in mischung mit gelagsam th. 4, 1, 2, 2852. ungelaschen fastnachtsp. 321, 15 d Keller; Waldis Esop 2, 274 Kurz; Unger-Khull 610a. die lit. belege reichen von spätmhd. zeit bis ins 17. jh., die mundartlichen bis in die gegenwart; schon in einer Wormser tischzucht der reformationszeit wird das wort, wohl als altmodisch (Weller dicht. d. 16. jhs. 50) getilgt. Tiecks versuch, es zu erneuern, hatte keinen erfolg. hauptgebiet ist das bayerisch-österreichische; die meisten zeugnisse weisen auf Nürnberger lit., wenige auf Tirol und Schwaben; aber auch B. Waldis kennt es. die bedeutung ist unerzogen, ungeschlacht, ungeheuer, ungefüge, ungestüm; auch stolidus, thörig Schmeller a. a. o., ausgelassen, übermüthig, ungesittet, ungeschickt Unger-Khull a. a. o.; abnorm, fehlerhaft Höfler krankh. 345b. von menschen: was spräch dein sau, mein Hainzel ungelochsen Osw. v. Wolkenstein 80, 19 Sch.; wie grob er war und ungelachsen fastnachtsp. 768, 16 Keller; Hätzlerin II 42, 117; und bist du denn so ungelachsen, so grob, ungschlieffen und ungscheiden, das du gar kanst kein warheit leiden? Sachs 14, 198, 6 Götze; 22, 320, 33; 5, 230, 26; 12, 438, 33 K.-G.; wo man kynd on forcht laszt wachsen, die werden wildt und ungelachsen Weller dicht. d. 16. jhs. 56 (im Wormser druck wild und ungeschlacht ebd. 50 anm.); dem heiden ungelachsen Ayrer 1028, 32; 580, 29 Keller; er meint, er hör schier das grasz wachsen, ist doch ein lapp gar ungelachsn Mauritius (1607) Haman K VIII; mehr aufs äuszere bezogen: so furcht ich, ich were zu ungelachsen und tät schaden an dem jungen weib fastnachtssp. 321, 15 K.; Schmeller 1, 1427; Sterzinger sp. 2, 50, der sol auch nemen grosz, unglachsen zu im noch einen starken mann Sachs 8, 521, 24 Keller; nicht, creatur, mach' schand und spott, der dich geschaffen, deinem gott, schau aus, als seist nach seinem bilde formiret edel, heiter, milde, verbrümmelt nicht und ungelachsen, als sein in dir zusamm gewachsen all unkraut, stacheln, disteln, dorn, mit schimmel, pilzen fest verworrn Tieck (1828) 4, 132 (Phantasus I); wer ist der schlimme gast, der ... ein tandmann schien, doch nun erwachsen so ungeheuer, ungelachsen, dasz kaum noch so viel kraft der welt, dasz sie ihn sich vom halse hält? ebd. 140. von thieren und sachen: gesta Rom. 102 Keller; Sachs 13, 460, 22 G.; da war ein kalb gar ungelachssen Waldis Esopus 1, 177 K.; von ohren, dornen, stämmen Schmeller a. a. o.; vom narrennest Sachs 5, 14, 30 Keller, hörnern 12, 216, 15; kamens erst an ein wasser grosz ... das war sehr grewlich, ungelachsen, von regen grosz und breit gewachsen 8, 462, 11 Keller; v. kraut Forster liedl. 142 neudr.; das jr uns also schmehen thut mit solchen worten ungelaschen (: waschen) Waldis Es. 2, 274 K. adv.: vom mantel wie steet er euch so ungelachsen fastnachtssp. 673, 11 K.; Sachs 17, 400, 3 G.; 3, 63, 27 K.; die Hertl laufft auch ungelachsen in die Elb starck und mechtig her 7, 468, 32 K.; 3, 325, 21 K. Unger-Khull a. a. o. ungelachsenheit, f., rohheit, ungezogenheit, grobheit, ausgelassenheit, ebd.; als selten bezeichnet.
3345 Zeichen · 84 Sätze

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    ungelachsenpart.-adj. adv.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    ungelachsen , part.-adj. adv. , gth. des wahrscheinlich durch rückbildung gewonnenen gelachsen; s. th. 4, 1, 2, 2842, wo…

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Komposita & Ableitungen mit ungelachsen

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Ableitung von ungelachsen

un- + gelachsen

ungelachsen leitet sich vom Lemma gelachsen ab mit Präfix un-.

Zerlegung von ungelachsen 2 Komponenten

ungel+achsen

ungelachsen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — ungelachsen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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APA
Cotta, M. (2026). „ungelachsen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ungelachsen/dwb?formid=U07001
MLA
Cotta, Marcel. „ungelachsen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ungelachsen/dwb?formid=U07001. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „ungelachsen". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ungelachsen/dwb?formid=U07001.
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