understân (-staen), -stên (-stein), undirstân,
stv. (Prä
s. Ind.: 3. Sg. -steyt, 3. Pl. -stân, -stâhen;
Konj.: 3. Sg. -stâ, -stae; Prät. Ind: 3. Sg. -stunt, 3. Pl. -stunden, -standen;
Konj.: 3. Sg. -stunde, -stonde;
Part. Prät. -stân, -standen): 1. unter etw. stehen, „dyn water vatt unde dyn becken, daer under staende, dat salstu blanck schueren als golt” (Veghe ? Lect. 547). 2. sich anmaßen, sich erdreisten, „Dergelyken scholen gestraffet werden dejhenen, so closternunnen entforen edder mit schynliken werken sulkes to donde vnderstan” (Bamberg. 43), „de marggraf scholde dem bischop van Cammin dat sine folgen laten und (en) to keiner ungewonliken plicht to bedrengen understan” (Kantzow ed. Gaebel 117); meist refl. „Soll nochtans Niemandt sich understan syne Mess edder Jerr-Groepen graven noch lopen lahten in eines anderen Manns Dobbe ofte Schlot” (Ostfries. BauerR. 32), „So schall ock henforder nemant sick disses hantwerckes arbeit understan tho gebrukende” (Hamb. ZR 149), „Als de Romeren gantz Asiam und Africam gewaldich und mechtich gewurden weren, hebben se sick ock understaen, Duitscher nation myt hereskrafft under or gewalt to bringen” (Beninga ed. Hahn 1, 122). 3. wagen, c. Acc. „we hoghen mud heft unde hoghe dyngh understan wyl, deme enderf nycht ghenoghen eynes landes kunschop alleyne” (Mandeville 13), „It was en vrom ridder ... de understunt den draken to kussende unde reyt in dat hol, dar he lach” (
ebd. 27), „Und oft de knechte wol gerne etwas understanden, so konden se doch nicht by einander kamen, sondern mosten rotswise uth dem lande then” (Renner ed. Höhlbaum 337). 4. refl. auf sich nehmen, übernehmen, „Ein schwerttfeger, de sick vndersteidt tho schmeden, schall maken tho sin meisterstuck crutz vnde knop tho ein degen vnde tho ein swert vnstraflich” (Ub. Flensburg 2, 106), „So hebbe ick my, vmme etlyker bede willen vnderstaen, dissen Psalm, in vnse gewantlyke Sassische Sprake tho vöranderende” (Zs. Lüb. Gesch. 2, 349), „Hirna quam greve Gert int landt to Holsten, und understundt sich alles darinne
[]to regeren van sines broders des konings wegen” (Renner ed. Klink 1, 438). 5. in Besitz nehmen, sich aneigen, „dusse Prester, Moder vnd Procuratersche all duss gekoren sollen dat Hus vnderstaen vnd besorgen” (Seibertz Ub. 3, 154), „daran ick und myne Erven syner
F. G. und dersülven Erven und Hebber mit ehrem gnedigen willen und weten dysser vorschrivunge tho keinen tiden in und utherhalven Rechtens durch my und myne Erven noch andere in mynem Namen heimlich offte apenbar nicht verhindern, beschweren edder beschweren lathen, noch velweniger datsülve understhan scholen offte willen” (Zs. Schl.-H. Gesch. 1, 104); refl. „dar schal ok etlik holt to gelegen sin, des understeit sik de rat” (Pomm. Kirchenvis. 2, 145); — betreiben, „des schall degenne, de so vorleentt is, nicht mehr den 2 boden up dat hogeste besitten unnd understan up dat legeste ene bode” (Stieda-Mettig 368). 6. verstehen, begreifen, „Eyn swyghent is beter understonden dan dusent sprekent” (Sidrach 168), „Dessen Got ingeistende gap wisheit alles rechtes, des rechtes understende sin munt en sede slechtes” (Homeyer Gl.-Prol. 28). 7. refl. sich verstehen auf, „Astrologia, de kunst so vth dem Gesternte thokuͤmstige ding tho wisseggende sick vndersteit” (Chytr. 195), „Sver sich rechtes understeit” (Ssp. 1, Vorr. 129, Anm.). 8. refl. sich verständigen, „Do heft sick de konik van Palen und ander hern understan, de sake dorch gutlike wege hentoleggen” (Kantzow ed. Gaebel 16), „Ouerst wat tho vorlenende edder tho geuende dat wat staedtlikes ys yn der summe / schoͤlen sick de vyff oͤldesten Diakene ... nicht alleyne understan / sūder eyndrechtich myt rade vnde bywesende der veffteyn yuͤngesten” (Lüb. KO ed. Hauschild 161), „Gerecke dat also dat wey enen dotslach dede in der stat vnd eyn hedde nen eruen ... so solde sich dey richtere des gudes to rechte vnderstan” (Rüth. Stat. 117). 9. Bestand haben, „vmme eyndracht vnde vrede tho makende, alse he jutto vndersteid twisschen vnsen heren konynghen to Frankryke vnde to Enggheland” (Lüb. Ub. 5, 631). 10. standhalten, widerstehen, „Vnderstan substare subsistere” (Voc. Strals. ed. Damme 442), „Id is nutter dat me aff kere de oghen van myshageden dynghen unde laten eynen jowelken synen syn volghen den dat me den kiffhaftyghen rede alle tyt understa” (Imitatio 47); — refl. sich widersetzen, „dath se sick der overicheit eines Erbarnn Rades understhaenn” (Waitz Wullenw. 2, 423). 11. verhindern, zurückweisen, „Vnderstan i. hinderen efte middelen alse ik wil dat quad
[]vnderstan impedire mediare sequestrare” (Voc. Strals. ed. Damme 442), „Item dessen suluigen vplopp vnd sllachtung is dor de pruschen Amerale vnd ere medegesellen vndirstaen, geflegen vnd hengelecht” (Hirsch Danzig 276), „dat schole wy vnde vnse nakomelinghe vnde willet ome dat weren vnder stan helpen myd landen vnde myd luden vnde myd al vnser macht” (Sudendorf 6, 269).