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unbillig

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
8 in 8 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

unbillig

unbillig

billig Adj. ‘zu niedrigem Preis erhältlich, angemessen, gerechtfertigt’, ahd. billīh (11. Jh.), mhd. frühnhd. billich ‘angemessen, passend, gerecht’ hat Entsprechungen nur im nd.-nl. Bereich (mnd. billīk, billich, bilk, mnl. billijc, billic, bilc). Von hier aus scheint die sonst im Germ. nicht nachzuweisende Bildung mit dem unter -lich (s. d.) besprochenen Ableitungssuffix ins Hd. vorgedrungen zu sein. Hier erfolgt im 17. Jh. formale Angleichung an die mit dem Suffix -ig gebildeten Adjektive. Für den Stamm bil-, der sich auch in mhd. unbil Adj. ‘ungemäß, ungerecht’ (substantiviert zu nhd. Unbill, s. d.) und wahrscheinlich im zweiten Glied von Weichbild (s. d.) findet (unklar ist der Zusammenhang mit Bild, s. d.), ist wohl eine Bedeutung ‘angemessen, gerecht’ (nicht im juristischen Sinne, sondern als sittliches Urteil) anzunehmen; vgl. Foerste in: Festschr. Trier (1964) 126 f. Eine andere Erklärung bei Karg-Gasterstädt in: PBB 66 (1942) 306, die sich der von Wolf in: Uppsala universitets årsskrift (1930) Bilaga B, 17 ff. vertretenen Deutung von bil- als ‘geistiges Wesen, übernatürliche Kraft’ anschließt. Verwandt ist vielleicht das Adjektiv aengl. bilewit ‘gnädig, milde, gleichmütig’ und außerhalb des Germ. mir. bil ‘gut’ (vgl. Pokorny 1, 153). Aus der Bedeutung ‘angemessen, gerechtfertigt’, die heute in der Paarformel recht und billig fortlebt, entwickelt sich über die Fügung billiger Preis ‘angemessener, dem Wert entsprechender Preis’ (17. Jh.) vom 18. Jh. an der bis dahin durch (nun zurücktretendes) wohlfeil ausgedrückte Sinn ‘preisgünstig’, aus dem auch Verwendungen wie ‘minderwertig’ oder ‘geistlos’ erwachsen. – unbillig Adj. ‘unangemessen, nicht gerechtfertigt’, mhd. unbillich ‘unrecht, ungemäß, unnatürlich’, zu mhd. billich als Gegenwort gebildet (neben mhd. unbil ‘ungemäß, ungerecht’, s. oben); die Bedeutungsentwicklung des unpräfigierten Adjektivs bleibt ohne Einfluß, nhd. billig ‘preisgünstig’ korrespondiert vielmehr mit teuer. billigen Vb. ‘gutheißen, genehmigen’, mhd. billīchen ‘angemessen finden’, mnd. billīken, bilken ‘billigen’, reflexiv ‘angemessen sein’, nhd. bis ins 17. Jh. billichen, doch bereits im 16. Jh. häufig billigen. Dazu zubilligen Vb. ‘zugestehen’ (16. Jh.), mißbilligen Vb. (s. miß-) sowie das Verbalsubstantiv Billigung f. ‘Zustimmung, Einverständnis’, mnd. billīkinge, bilkinge ‘Billigung, billige Schätzung’, nhd. Billichung, Billigung seit dem 16. Jh.
2421 Zeichen · 69 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unbillig

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Unbillig , -er, -ste, adj. et adv. der Gegensatz von billig. 1) Dem unvollkommenen Rechte anderer zuwider und darin gegr…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    unbillig

    Goethe-Wörterbuch

    unbillig [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    unbillig

    Bayerisches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    unbillig Band 2, Spalte 2,824

  4. Sprichwörter
    Unbillig

    Wander (Sprichwörter)

    Unbillig Es ist unbillig, dass ein Rehböcklein von einem Metzgerhunde zerrissen werde.

  5. Spezial
    unbillig

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    unbillig несправедливый (а не "не дешёвый")

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unbillig

7 Bildungen · 5 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von unbillig 3 Analysen

un- + billig

unbillig leitet sich vom Lemma billig ab mit Präfix un-.

Alternativen: un-+bill+-ig unbill+-ig

unbillig‑ als Erstglied (5 von 5)

Unbilligen

Campe

unbil·ligen

Unbilligen , v. intrs . unbillig finden, unbillig nennen. Moerbeek. »Doch wäre auch dieses nicht zu unbilligen .« Wegner. D. Unbilligen. D. …

Unbilliges

Wander

Unbilliges Man muss nichts Unbilliges begehren. Dän. : Begier ei ubilligt om du vil have ja; og ulovige ting maa ikke elskes. ( Prov. dan., …

Unbilligkeit

Adelung

unbillig·keit

Die Unbilligkeit , plur. die -en. 1) Die Eigenschaft, da ein Ding oder eine Handlung unbillig ist, ingleichen die Fertigkeit, den unvollkomm…

Ableitungen von unbillig (2 von 2)

geunbilligen

DWB

geunbilligen , verb. , verstärktes unbilligen ( s. d. ), erscheint im ältern kanzleistile: und haben das auch umbe der stete ere und besten …

verunbilligen

DWB

verunbilligen , v. , dissapprovare, non approvare Kramer 1, 112 b ; so haben doch die ... heydnische völcker ... dergleichen vermischung abh…