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unbequemlich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unbequemlich adj. adv.

Bd. 24, Sp. 322
unbequemlich, adj. adv. , gegentheil von bequemlich, das als unnütze verlängerung von Adelung bekämpft wurde. Heyne 1, 358; mhd. unbequæmlîche adv. Lexer 2, 1758; ineptus Niger Abbas 2565; inhabilis 2598; ab re Diefenbach gloss. 4; mnd. unbequêmeliken Schiller-Lübben 5, 18b; Schambach 242a; mnl. onbequamelijc wb. 5, 244; n. ubeqvemmelig; schwed. obeqvämlig. nicht alle bedeutungen von unbequem sind belegt, doch die wichtigsten. unangemessen, unpassend, ungeeignet: zuo irem synn darzuo fúren sy unbequemliche gezeugknisz der heiligen schrifte erste d. bibel 3, 18, 53; alweg lychtigkeit on underscheidt ist unbequemlich Terenz (1499) xiiiia; unbequemliche bescheltung Boltz 103a; darausz nicht unbequemlich .. erachtet mag werden Xylander Polyb. 110; etliche nicht unbequämlich also reden Plut. 246; unbequemliche örter Paracelsus 2, 253 b; ob sie jhm .. nicht zu fast unbequemlich seyn möchte Guarinonius gr. 583; zum aushauen unbequemlicher Hohberg 1, 23. im neueren sinne (s.unbequem 3. 4): höchst unbequemlichs haus (der sarg) Triller betr. 2, 66; das unbequemliche seiner situation Herder 9, 346; sind sie (die enkel) unbequemlich, ist sie wohlgemuth Göthe 4, 260 W.; (der schädel,) der mehr seiner unbequemlichen form als seines gewichtes wegen mich zu drücken begann Keller 3, 130. vom wetter: ungünstig, unangenehm Schambach 242a. — davon unbequemlichkeit, f., das die concurrenzformen unbequeme, unbequemigkeit, unbequemheit unbedingt überflügelt und zurückgedrängt hat. mhd. unbequæmlîcheit Lexer 2, 1758; mnl. onbequamelijcheit wb. 5, 245; n. onbeqvemmelighed ordb. 7, 335b; schwed. obeqvämlighet. Kramer (1700) 1, 81a gibt für unbequemheit indispositione, inhabilità, für unbequemlichkeit incommodità, disagio, incommodo; für incommodität Kinderling 279. unbequemheit wird heute als abstracter, unbequemlichkeit concreter empfunden. vergl. unangenehmheit und unannehmlichkeit, mit dem unbequemlichkeit die beliebtheit der pluralbildung theilt. während das ältere wort in stärkster miszbilligung mit mort und ubel (städtechron. 3, 297) gleichgesetzt wird, hat sich das jüngere sehr abgeschwächt, wie unangenehm, unbehaglich u. s. w. dem euphemismus gebildeter rede höchst willkommen. für Göthe Bohner 54. man unterscheidet unbequemlichkeiten von wirklichen übeln (Göthe 24, 309, 27 Weim.) und spricht gern von kleinen, geringen, den geringsten unbequemlichkeiten. leichte unbequemlichkeiten Rückert 2, 199. 11) in der älteren umfassenderen bedeutung des adj. bequem 1: Wentzel .. vil morts, ubels und ander unbequemlichkeit volbracht städtechron. 3, 297; welche umb unbequemlichkeit willen der ort auch yres lebens seind beraubt worden Hedio chron. Germ. 207a; die unbequemligkeit (vastitas) dieses orths Olearius reiseb. 236; unbequemligkeit der zeit Dannhawer cat.-milch 1, xiiiib; (miszwachs kommt nicht) aus der erden unbequemlichkeit (iniquitas) Hohberg 2, 8. vielleicht klingt diese bedeutung noch in neuerer verwendung nach; z. b.: aus diesen kleinen unbequemlichkeiten der systeme Lessing 5, 416; die ritterromane lassen noch mehr die unbequemlichkeit (unangemessenheit) des wunderbaren fühlen Göthe 40, 211, 17 Weim. vgl. 4. 22) gesundheitliche unzuträglichkeit. s. unbequem 2: die mütter .. anderer unbequemligkeit wegen des gemütes und leibes jhre kinder nicht seugen können Barth weibersp. a iia; gewisse körperliche unbequemlichkeiten .., die er für wirkliche übel nahm Göthe 24, 309, 27 Weim.; von jeder unbequemlichkeit geheilt schr. d. Götheges. 18, 194; Bohner 54; physische unbequemlichkeiten Klinger werke 11, 80; der tabak hatte ihm .. einige unbequemlichkeit in der verdauung zugezogen Laube 15, 137. als zustand und eigenschaft: die unbequemlichkeit der greise Cronegk 2, 345. doch vgl. unbequem 4 a. 33) incommodität, unbehaglichkeit, unhandlichkeit: ausz unbequemlichkeit des sitzens Agyrtas grillenv. 130; die unbequemlichkeit der gefengnuss buch d. liebe 112a; der schweren kleidung Schwabe bel. 1, 444; des regens Ramler einl. 1, 213; die unbequemlichkeit, hinter den maulthieren herzuschlendern Göthe 25, 109, 24 Weim.; ohne einen solchen mann war eine solche reise den gröszten unbequemlichkeiten ausgesetzt IV 8, 297 Weim.; die unbequemlichkeit des umwegs Steub drei sommer 1, 11; unbequemlichkeit des formats, der wohnungseinrichtung, des apparats Lichtenberg br. 2, 96; der stellung, des stehns und gehns Rückert 11, 430; (die zuckerzange) das werkzeug der unbequemlichkeit Fontane I 1, 106. 44) nach der 4. bedeutung von unbequem, besonders ganz allgemein nachtheil, unzuträglichkeit, fehler, lästigkeit, unannehmlichkeit; abstract und concret: fürwar hindenach so kompt alle unbequemligkeit (incommoditas Andria 3, 3, 567) auf mich Boltz Terenz 17a; on allein dise unbequämlichkeit hats, das der südwind .. menschen und vieh .. pflegt zubeschädigen Sebiz 22; die vortheile und unbequemlichkeiten der runden figur v. Fleming sold. 47, 3; unbequemlichkeiten dieser länge Lessing 7, 465; allein dieser punkt hat auch seine unbequemlichkeiten Löwen 4, 306; die gewöhnliche art (zu zeichnen) ist mit vielen unbequemlichkeiten begleitet Lavater fr. 2, 93; er half verschiedenen unbequemlichkeiten ab Nicolai reise 1, 274; fehler und unbequemlichkeiten Forster 1, 21; allen unbequemlichkeiten trotzend Arnim 10, 58; nicht geringe unbequemlichkeiten verursachen Ch. v. Schmid 6, 240; unbequemlichkeit einer zweideutigen bekanntschaft Gutzkow ritter v. geist 1, 127; er sähe nicht ein, warum er an sich arbeiten und sich unbequemlichkeiten machen solle Fontane I 3, 4. ohne unbequemlichkeit bequem: eine fürstin kann ohne unbequemlichkeit einige hundert thaler mehr daran wenden Gottschedin br. 3, 52; so gut es ohne unbequemlichkeit angeht Gervinus gesch. d. d. dicht. 5, 10; ohne unbequemlichkeit zurückzuerstatten Keller 4, 192. mit gen. oder pronom.: ohne dasz es jemandem unbequem fällt, von ihm als unbequem empfunden wird; oft ganz conventionell. vgl. sans incommodité, gêne, sans s'incommoder, déranger u. ä.: machen sie ihm seinen kurzen aufenthalt allda so angenehm, als es ohne ihre unbequemlichkeit geschehen kann Lessing 17, 202; ohne unbequemlichkeit der werthen besitzer Göthe IV 28, 155 Weim.; geschieht es ohne ihre unbequemlichkeit, so erfüllen sie einen meiner schönsten wünsche 25, 10 Weim.; kann es ohne deine unbequemlichkeit geschehen, so bitte mir nur einen kleinen betrag zu den groszen kosten aus Schubart br. 1, 129. gegentheil mit, zu unbequemlichkeit: ich weisz, dasz sie mir, selbst mit ihrer unbequemlichkeit, gern etwas zu liebe thun Göthe IV 19, 94, 13 Weim.; zur unbequemlichkeit und zum ärgernisz aller gespr. 6, 156; oft mit meiner eigenen groszen unbequemlichkeit Jahn Mozart (1778) 2, 16; zu groszer unbequemlichkeit der schiffer Allmers marschenb. 1, 2, 15. sprichwörtlich: so ist kein unbequemlichkeit nie so gros gewesen, sie hat hinwiderumb anstatt derselbigen ein andere bequemlichkeit zur ergetzung gehabt Sebiz 10; es ist keine bequemligkeit so grosz, es liegt eine ziemliche unbequemligkeit darneben Chr. Weise klügst. leute 246.
7117 Zeichen · 124 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unbequemlichadj, adv

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Unbequemlich , — er, — ste , adj . u. adv . unbequem.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    unbequemlich

    Goethe-Wörterbuch

    unbequemlich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unbequemlich

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unbequemlich 3 Analysen

un- + bequemlich

unbequemlich leitet sich vom Lemma bequemlich ab mit Präfix un-.

Alternativen: un-+bequem+-lich unbequem+-lich

unbequemlich‑ als Erstglied (2 von 2)

unbequêmlichê(i)t

MNWB

unbequemlich·eit

unbequêmelichêⁱt , unbequêmlichê(i)t , f. : 1. Beschwerde, Mühsal, „ wat schadens wy geleden hebben edd' schep breckens / vnd wat vnbequemli…

Unbequemlichkeit

Adelung

unbequemlich·keit

Die Unbequemlichkeit , plur. die -en, der Gegensatz von Bequemlichkeit. 1) Der Zustand, da ein Ding unbequem ist, ohne Plural. Die Unbequeml…