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umschweben

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

umschweben vb.

Bd. 23, Sp. 1123
umschweben, vb. 11) trennbar. a) sich schwebend herum-, umherbewegen: im sommer du (fliege) unnütz umbschwebst ..., trutzig fleugst du an jung und alt H. Sachs 17, 476 G.; das (gevögel) sein leben mit stetem umbschweben in lüfften und trückenen dürren stetten volfürt Heyden Plinius (1565) 303; solt ich kunstreicher geist nun eben under dem mon, im lufft umbschweben so gar umsunst W. Spangenberg ausgew. dicht. 166 Martin; welchen (vögeln) ihr nahrung von denen dingen, so im lufft umbschweben, bescheret wirdt Schweickhardt v. Helfenstein Basilius magnus (1591) 64; wenn erst ein fünklein herfür bricht, ein finger es gar bald erstickt: wenns aber hoch die flam erhebt, denn unverhindert es umbschwebt Petri der Teutschen weiszheit (1604) 2, C c c 2b; kein irdisch aug erblickt, wa seine sel umschwebt Rompler v. Löwenhalt erstes gebüsch (1647) 122; stätte meines grabes ..., wo ich noch abgeschieden umzuschweben ... hoffte Göthe 11, 182 W.; ohne die bedeutung des eigentlichen schwebens, 'herumziehen': ich auff mein alte tage einer im land umbschwebender mensch werden musz bei Creizenach schauspiele engl. comöd. 205; vor den augen umbschweben vor augen stehen: last uns nicht also für die arme Lazaros, die uns noch heute vor den augen umbschweben, unbarmhertzigklich fürübergehn Schweickhart v. Helfenstein Basilius magnus (1591) 703; 'sich herumdrehen': girandola sono piu raggi insieme, posti in giro et si usa in fare alcuna festa umbschwebend frewdenfewer wie ein rädlein, ragetten Hulsius (1618) 2, 176a; in übertragene und allgemeinere bedeutung übergehend: so mag dieser psalm ... billich die ding fürhalten, so jetzund umbschweben Paracelsus opera (1616) 2, 645; dasz sein edler tugendruhm durch die gantze stadt ümschwebet J. Rist neüer teütscher Parnasz (1652) 103; wiewol deine tugent und ehren umbschwebend in aller leut mund Weckherlin gedichte 1, 105 Fischer; nunmehr verstecken sich die laster nicht ..., sonder schweben offentlich umb Albertinus hirnschleiffer (1664) 92; in etwas umschweben sich darin aufhalten, befinden: darumb lond unsz mit fröiden leben und die bauren im träck umbschweben Gengenbach 155 Gödeke; was ist bei dir lang leben? nichts denn in noth und koth, im elend lang umbschweben M. Ziegenspeck in Fischer-Tümpel ev. kirchenlied 2, 6; wie kuntet ir so lang in meiner angst umschweben? Gryphius trauerspiele 794 Palm; da wir noch in unserm ersten ritterlichen stand und wesen umbschwebten Weckherlin gedichte 1, 46 Fischer. — b) das umschweben so viel wie 'umschweif': sich zu befleissigen, alles umbschwebens des langwirigen disputierens zu vermeiden Graminäus relation (1580) k 2b; ita aperte ipsam rem modo locutus es, nihil circuitione usus es du hast ... keines umbschwebens gebraucht Apherdianus methodus discendi (1601) 27. 22) untrennbar. a) um etwas her sich schwebend bewegen: die (sterne) den glänzenden wagen des monds umschweben Wieland 3, 16 akad.; ein bienenschwarm umschwebt den knaben Göthe 49, 75 W.; eine menge von wasservögeln ... umschweben (den see) Ritter erdkunde 10, 302; immer umschwebten sie weisze schmetterlinge Kahlenberg Eva Sehring (1901) 33; vom tanz: tänzerinnen, die ... ein palladium umschweben Welcker alte denkmäler 2, 152; der eigentliche tanz der Alpen ..., wobei bue und mädel ... in gelösten kreisen sich umschweben Steub drei sommer in Tirol (1895) 1, 262; gern von unsichtbaren wesen, die um den menschen herum schweben: die rächenden geister ..., die diese heiligen leichen umschweben Thümmel reise (1791) 4, 256; mir war, als ob die mutter mich umschwebte, ... nichts schien mir heiliger, als ihren letzten willen zu erfüllen H. v. Kleist 2, 120 E. Schmidt; die seelen der verstorbenen, die ... freundlich oder schreckhaft die lebenden umschwebten Creuzer symbolik (1810) 2, 443; unser guter wohltäter, der uns unsichtbar umschwebte Musäus volksmärchen 1, 41 Hempel; des todes boten ständig uns umschweben Scheffel ges. w. (1907) 2, 17; möge der engel des friedens dich umschweben Hebbel briefe 2, 168 Werner; vom klang, duft: ich lausche gern dem schmerzlichen gesang, der wie ein geisterlied das ohr umschwebt Göthe 11, 292 W.; den (mund) noch ein hauch der jungen rosendüfte zu umschweben schien Seidel Leberecht Hühnchen (1899) 130; von den ringsum flackernden flammen: die flammen (werden) ringsum des kessels boden umschwebend den rauch verzehren Hohberg georg. cur. (1682) 2, 430; 'schwebend umgeben, umhüllen': die erdkugel von der umbschwebenden lufft umher eingefangen wird Francisci lufftkreis (1680) )( )( 2b; so umschweben gewänder die göttinnen, wenn sie gemalt werden Hippel kreuz- und querzüge (1793) 2, 336; daher: an dem stain man vint ... ain juncfrawen mit aim umbswebenden kleid Konrad v. Megenberg buch der natur 467 Pfeiffer; s. auch Paracelsus opera (1616) 2, 573; und volles blondes lockenhaar umschwebte wallend sie Kind gedichte (1817) 3, 283. b) allgemeiner als 'umringen': sehn wir enkel dich umschweben Göthe 16, 249 W.; die dunklen larven der menschen umschweben mich fürst Pückler briefwechsel 1, 102; besonders bei nicht concretem subject wie 'umfangen, umgeben': auch bei den heitersten völkern umschwebt die sage und erinnerung der heldenzeit ein ... tragisches gefühl Fr. Schlegel s. w. (1846) 1, 25; unheimliche erinnerungen deutscher knechtschaft umschwebten das gemäuer der Kästenburg Treitschke deutsche gesch. im 19. jh. 4, 263; welche poesie umschwebt diese arme pflanzenwelt! Allmers marschenbuch 112; gern in beschreibung der äuszern menschlichen erscheinung: welche seelige begeisterung umschwebt deine stirn und aug Klinger neues theater (1790) 2, 39; frohsinn und vergessenheit umschweben die ganze gestalt H. v. Kleist 4, 57 E. Schmidt; ein mildes lächeln umschwebte seinen mund Brentano Godwi (1801) 1, 242; sie war ... reizend schön, am meisten durch den reiz der unverdorbenheit, der sie umschwebte G. Forster s. schr. 9, 55; bilder, visionen, träume, erinnerungen, gedanken ..., die vor dem geistigen auge des menschen stehen: mich umschwebt nicht mehr sein (des traumes) morgenglanz Klopstock oden 2, 83 M.-P.; stellen, die ich auswendig wuszte, deren bilder mich umschwebten Göthe 21, 33 W.; und überall umschwebt uns der gedanke Platen 1, 67 Redlich; vor deiner geburt schon haben diese (visionen) dich umschwebt Holtei erzähl. schr. 15, 224; ein phantasiebild des verstorbenen ..., das den überlebenden umschwebt D. Fr. Strausz schr. 6, 81; was ich hier gesehen und gelernt habe, wird mich immer umschweben A. Feuerbach an die mutter (1851) 1, 253; geliebte, die erinnerung an dich hat mich jeden augenblick umschwebt Nestroy ges. w. (1890) 11, 192; offen gestanden umschwebten mich bei meinem einzug in Paris ganz andere aussichten Holtei erzähl. schr. 11, 319; von freude, ruhm, glück, gefahr, verderben u. ä.: und selige von ihrem jubel volle freuden müssen dein jugendlich haupt umschweben Klopstock oden 1, 68 M.-P.; ruh und frieden umschweben ewig dein haupt J. J. Chr. Bode Tristram Schandi (1774) 3, 168; liebe und seligkeit umschwebte nun wieder unser keusches paar Miller Siegwart (1777) 3, 744; eine ... schwere gefahr umschwebte das haupt des knaben Schiller 9, 343 G.; möge die harmonie des lebens ew. königl. hoheit immer umschweben Göthe IV 29, 266 W.; schon umschwebte verderben das haupt der männer von Troja grafen Stolberg ges. w. 11, 41; auf einmal fühlt ich ... das glück in vollem glanze mich umschweben St. George der siebente ring (1909) 79. —
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Umschwébenv., ntr, trs, ntr, trs, trs

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Umschwében , v. ntr . u. trs . ich umschwebe, umschwebet, zu um= schweben . I) ntr . mit haben und der Fügung eines trs …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    umschweben

    Goethe-Wörterbuch

    umschweben [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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Cotta, M. (2026). „umschweben". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/umschweben/dwb?formid=U04102
MLA
Cotta, Marcel. „umschweben". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/umschweben/dwb?formid=U04102. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „umschweben". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/umschweben/dwb?formid=U04102.
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