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tuppen

mhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
11 in 7 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

tuppen

Bd. 8, Sp. 1465
tuppen das Wort, nhd. tupfen entsprechend, ist allg. (vgl. tappen, tippen), u. zwar Rhfrk an der Nahe, im Hunsr, Mosfrk im Westerw, im Siegld dubə; sonst Mosfrk tubə(n), tup- [dub- Trier-Schilling, Wittl-Eisenschmitt Meerf Monzel, Bernk-Merschd Neumag Stdt, Koch-Hambuch Leyenkaul Lutzerath Weiler, Kobl-Weissenthurm, May vielf.]; sonst tup [top- Prüm-Stadtkyll, Malm-Amel, Sieg-Fussh (u. tu-, tø-)] schw.: 1. trans. a. dumpf, fest (stark), auch schwach (schnell) klopfen, etwa mit der Faust (Fingerspitze) auf eine Bretterwand, auf die Tür, auf den Tisch, ans Fenster, auf einen Menschen; an de Dir t.; änem op de Fenster t. einem verstohlen klopfen; mam (mit dem) Fanger drop t.; an (in) ebbes t., erant. (herein) Bitb, Allg.; do hät ener getupp geklopft; enem t.; met de Föss t. mit den Füssen stampfen, Rip, Allg. RA.: Se hun em uəwe getuppt er ist schwer krank Merz-Saarhölzb. — Mit sachl. Subj.; der Hammer tuppt (auf den Amboss); der schwärende Finger tuppt, fängt an ze t.; de Föss geroden an et T.; do ovven tuppt et Rip, Allg. RA.: Wievill Auer (Uhr) es et? Antw. (scherzh.): E Vierdel bis dran, un wenn's druff kimmt, dann duppt's Simm-Schwarzerden, Kreuzn-Sobernh. Wat es awwer dit? Et es vör langer Zit so gewest; et ging wat de Trappe rop un tuppte nit, dann üəwer den Older (Speicher), un mer hoərte och nicks? der Rauch im alten Hause ohne Schornstein Waldbr. — Der hät mer en getuppt eine gelangt, mir einen Schlag versetzt; der krit er en g., kr. es g., kr. se g. Berg, Allg. — Im Bes. α. das Kartensp. ‘Sibbeschröm’ spielen, bei dem durch T. auf den Tisch bedeutet wird, dass der betreffende Spieler dieses Mal mittut; wer ein schlechtes Spiel hat, tuppt net, er passt; do wird getuppt; Sibbeschröm t. Rip, Nfrk, Mosfrk. — β. Ostereier, mit Eiern t., kippen (s. d.) Verbr. nach Wk. IV 15 in Saarbr-Malstatt Burb, Ottw-Wieselb, Trier-Heidenbg Schilling, Bernk-Maring, uWupp, Klev-Kranenbg. — γ. im Klickersp.; den Klicker des Gegners einem t., treffen Koch-Lutzerath, MGladb-Rheind; t. den Klicker vom Knie aus schnellen Ottw-Hirzw; t. u. Kaulches t. Kl. von oben herab in eine Kaule werfen Kreuzn-Ippenschd; Tuppches spiele auf in einer Reihe hinter- od. nebeneinander eingesetzte Kl. scheibeln; trifft einer den ersten Kl., so gehört ihm die ganze Reihe; trifft er etwa den dritten, so gehören ihm die Kl. 1—3 Saarbr-Dilsbg Heusw, Ottw-Hirzw. — Beim Fangsteinsp. (tupəs genannt Eusk-Schwerfen) gibt es einzelne Gänge, bei denen zwischen dem Aufraffen des jeweilig nächsten Steines u. dem Schnappen der in die Höhe geworfenen St. jedesmal einmal mit der geschlossenen Hand auf den Boden getuppt werden muss Verbr. — δ. mit den Köpfen zusammenstossen, in der Kinderspr. Saarbg-Fisch Wehr, Geld. — ε. Schollen t. zerkleinern Bernk-Merschd. — ζ. -y-, Bohnen t., die Seitenfasern u. Spitzen an ihnen entfernen Mettm, Ess-Werden. — η. de Hor t. die Haare aufstecken Emmerich. — θ. du-, etwas, einen t. unter-, eintauchen; et Körschtchen d. die Kruste eintunken; wat(enen) onner Wasser d. Altk; tu- Waldbr-Schladern, Sieg-Herchen; s. duppen II. — ι. absol. αα. de muss d. bezahlen Goar-Braunshorn; et wörd net miəhr getuppt! es ist Feierabend, in der Wirtschaft Kref. — ββ. ens t. heiml., unerlaubter Weise geschlechtl. verkehren Wittl-Meerf, SONeuw, Rheinb-Meckenh; du- Kobl. — γγ. Runkelsamen säen, in den Boden eindrücken Neuw-Erpel Unkel, Sieg-Ittenb. — δδ. mit Fliegen angeln Saarl-Dilling. — εε. ein Nickerchen halten Aach-Stdt. — ζζ. mit der Druck- od. Schreibmaschine schreiben, tippen Barm. — κ. en getuppt Kled, g.ə Stoff, g.ə Feddern; en g. Hohn getüpfelt RRip, Berg. — b. einen t., anstossen, knuffen; tupp en ens! damit er aufmerksam wird; enen t. on knuppe; enen op de Nas t.; do t. se och all drop eröm Rip, Allg. RA.: Ek gef er dech ennen, dat dou ments, de Kuh häi dech getupp Mörs-Asbg. Er es getuppt geistig nicht normal Saarl, Merz, Trier-Ehrang, Bitb-Fliessem, — met ener helzerner Boll (Schöpflöffel), — met der Boll Saarl-Hülzw, — met em Holzappel Ottw-Wiesb. Die Getuppden Neckn. derer von Saarl-Hülzw. Hen as arg getuppt getroffen, niedergedrückt, gedemütigt, körperl. geschwächt Saarbg, Bitb, — schwinn (rasch) g. beleidigt. — Im Bes. α. einen t., fortwährend antreiben bei der Arbeit, necken Mörs; einen t., bedrücken, niedergeschlagen machen Bitb; ein Tier unzart behandeln, unnütz betasten Mörs. — β. beim Verstecksp. muss der Sucher den Gefundenen t., d. h. anschlagen; daher wird das Spiel mit T.spillen bezeichnet Sol; Isermännche t. Waldbr; dupp a Mond Wippf-Wipperf. — 2. intrans. tastend, mit einem Stock aufstossend langsam gehen; auch von einem in der Bewegung Behinderten; do tupp e dohin; he kütt getupp; he es op hem an getupp; getuppt, eraf-, erop-, eranget. kommen tapfend, langsam herankommen WEif, Rip. RA.: Dau kimms getuppt wie en al Perd Bitb. De Olmschder (Prüm-Olmschd) op den Knupp, se kommen erafgetuppt; se mänen, se hätten e gude Botterweck, dann han se en alen Frauendreck (dass. von Prüm-Eigelschd u. Heckhuschd). De Wanterspeller (Prüm-Wintespelt) op der Kn., de kunn owen rafgetuppt; se billen wie de Henn (Hunde), se krochen (kriechen) wie de Schnecken; se kenne mech kreuz on quer am Arsch lecken! — Abl.: die Tupperei, dat Getupp(s).
5287 Zeichen · 149 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    tuppen

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    tuppen s. tupfen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    tuppenm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    tuppen , m. , s. tubbe , tubben, m.

  3. modern
    Dialekt
    tuppentr. v.

    Lothringisches Wb. · +7 Parallelbelege

    tuppen [tupə n fast allg. ] tr. v. 1. klopfen, pochen: an's Fenschter t. — 2. mit dem Finger stoßen, tupfen: for was has…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tuppen

7 Bildungen · 0 Erstglied · 4 Zweitglied · 3 Ableitungen

tuppen als Zweitglied (4 von 4)

gestuppen

MWB

gest·uppen

gestuppen swV. nd. und md.; rechtsspr. synonym → (ge)stôʒen. in der Wendung: zu der sippe gestuppen ‘durch (Abzählen und) Antippen der (vorg…

lostuppen

MeckWBN

lost·uppen

Wossidia lostuppen klopfend lösen: se tuppt den Deig so (indem sie mit der Hand gegen die Kelle schlägt) los Wa.

ruptuppen

MeckWBN

rup·tuppen

Wossidia ruptuppen hinauftupfen: denn würd' 'n bäten (Puder auf die Bottersträk ) ruptuppt Wa Waren@Solzow Solz .

Ableitungen von tuppen (3 von 3)

betuppen

PfWB

be-tuppen schw. : = betrügen . Der loßt sich net beduppe [RO-Altbbg KL-Lind (mit Vorliebe von den beiden ältesten Generationen gebraucht, Hö…

ertuppen

RhWB

er-tuppen: einen e., hintergehen Prüm . De Wanterspeller ( Prüm-Winterspelt ) op dem Knupp der Deiwel hät se ertupp.

zertuppen

RhWB

zer-tuppen: 1. etwas (einen) z., fortwährend stossen Allg. (nicht Rhfrk). De Brandschedder ( Prüm-Brandschd ) op dem Knupp, der Deiwel hat s…