trüpfe,
trupfe,
f. ,
dasselbe wie traufe.
eine -jōn-
bildung zu triefen,
vb., wie traufe
oder zu trüpfen,
vb.; das wort ist zufrühest bei Notker (
s. unter 1)
bezeugt, allgemein im mhd. als trupfe, trüpfe,
im mnd. als druppe, drüppe,
im mnl. als druppe,
im hd. literarisch bis ins 17.
jh., mundartlich heute hauptsächlich fürs nd. und md. im sinne von dachrinne verzeichnet, s. unter 2.
häufig ist die seit dem 17.
jh. belegte entrundung tripfe, drippe (
s. u.),
oft mit apokope des -e;
vereinzelt im 17.
jh. triepffe
M. Kongehl (
s. u.);
gelegentlich truff Rivius
Vitruv (1575) 133
neben trüpfe 21
u. 164,
vgl. auch truffstall (1586)
österr. weist. 3, 309.
schwache flexion ist seit Notker
bis ins 16.
jh. hinein bezeugt, starke seit dem 15.
jh.: in der trüpffe
liederbuch d. Hätzlerin 83
b Haltaus; unter einer trupfe
fastnachtspiele 86
K. 11)
niederfallende flüssigkeit, vgl. deliquium druppe, drepinge (1477,
nd.) Diefenbach
nov. gl. 129
b: so er (
der keim) irrinnet (
aufgeht), so freuuet er sih dero truphun (
in stillicidia eius cum exorietur letabitur) Notker 2, 245
P.; auch schol man es (
das mehl) schütten an ein ... ort, daz kain trupfe darauff vall (
Nürnberg, 15.
jh.)
städtechron. 2, 307;
bes. von dem wasser, das vom dach herabrinnt: en hus ..., dharvan druppe to der erthe valt (1303)
bei K. A. Eckhardt
d. mittelalterl. rechtsqu. d. st. Bremen (1931) 76; wo etwa von der gantzen dachung ein ziegel bricht (
dient eine in bestimmter weise abgesetzte dachrinne dazu,) das dann nit die trüpfe auf solche ungebackne mawrstein falle Rivius
Vitruv (1575) 164.
wie traufe
teil 11, 1, 1,
sp. 1406
f. öfter in redensarten: die frommen lewten ubel reden, sie hinterrück zusammen knüpffen, und heben sich denn ausz der trüpffen, lasens darnach im loder kleben Hans Sachs 9, 44
K.; (
die fliehenden Schweden) hebben alle de düdeschen landesknechte in der drüppen steken laten B. Russow
livländ. chron. in: script. rer. Livonic. 2, 74; in der trüpffe steckn A. Pape
Jonas rythmicus (1605) m 7
b; nach gemeinem sprichwort: aus dem regen in die tripff
liebescammer (1679) 602; und wie insgemein kein unglück allein zu sein pfleget, so muste auch er, da er den regen vermeiden wolte, endlich gar in die triepffe gerathen
M. Kongehl
Sausewind (1675) 15; (
er) kam ... uth der druppen in den slachreghen (1514)
städtechron. 16, 364; wie jener wollt der trüpf entgehen und kam in platzregen zu stehen Rollenhagen
froschmeuseler (1595) 2, 2, 16. 22)
dachrinne, vgl. stillicidium druppe, gote (15.
jh.) Diefenbach
nov. gl. 348
b und trauf 3, traufe 3
teil 11, 1, 1,
sp. 1402, 1407: ob iemant liecht (
fensteröffnungen) oder trupfen het geen auf den anderen, das soll er abthun E. Tucher
baumeisterb. 280
L.; es ist niemand zugelassen, auf oder gegen seins nachpaurn gepewen oder hofrait ainich liecht oder trüpfen zu stellen oder zu machen
Nürnberger reform. (1564) 150
a;
vgl. ähnlich bei Rivius
Vitruv (1575) 21.
in dieser bedeutung heute mundartlich, z. b. drüpp Mensing
schlesw.-holst. 1, 884; dripe Teuchert
Neumark 144; dripp(e) Frischbier
preusz. 151
a; drüppe
rhein. wb. 1, 1527; trüpfe Hertel
Thüringen 248; trüpf Neubauer
Egerländ. ma. 52; tripf Micko
Muttersdorf (in Böhmen) 34
b.
vgl. auch trüpfhaus
und seit dem 14.
jh. bezeugtes trüpfstall. 33)
dasselbe wie tropfen B,
vgl. mundartlich trupf,
f., schlaganfall bei Bacher
Lusern 408;
vgl. tripfe '
zipperlein'
sp. 637
und triefte
sp. 481.