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triebel

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

triebel m.

Bd. 22, Sp. 451
triebel, m. , ahd. tripel berufsbezeichnung 'sculta agitator', mhd. tribel wie der gröszte teil der späteren il-bildungen nomen instrumenti, vgl. Wilmanns 2, 265. meist gegenstand, insbesondere werkzeug zum treiben; gelegentlich in näherer anlehnung an das grundwort (auch treibel. 11) gerät zum stoszen, schlagen, pressen. 1@aa) in erotischer übertragung: ietweders daz ander twanc dick an sin senftes libel; der süzzen minne tribel unmzzic was der fuoge: Wildhelm und diu cluoge wurben daz si enpfienc ain fruht Johann v. Würzburg Wilhelm 18322; stempel, ladestock: slach die ladung mit einem tribel vast uf einander (1432) bei Lexer mhd. 2, 1508; alsdann schlags mit einem dribel wol und fest auff einander (kanonenladung von lehm und steinen) Fronsperger kriegsb. 2 (1573) 178a; als treibel: ein holz, womit man den zünder in die bombe treibt Sanders 3, 1363. mörserkeule: vor schüsseln, löffel, kessel und zwei eisern spiesze und vorhengil zu den kesseln und eiserne trewel 1 sch. 2 gr. (1398) cod. dipl. Lusat. super. 3, 263; pila dribbel (terit pultes) voc. bibl. des 15. jhs. (md.) bei Diefenbach 434b, zu sprüche Sal. 27, 22?; dazu vielleicht: trudes tribel, stempel, stossel (1517) Diefenbach 599b. 1@bb) hölzerner keil der böttcher zum antreiben der reifen, bes. der faszreifen (s. auch bei treibholz 4): dem smede van hemeren en drevelen tot den donrebussen (Duisburg 1381) bei Schiller-Lübben 6, 107; dieser vom wein betaubte gesell ist seines handwercks ein bidner (büttner), wie an seinem grossen liedern fleck, triebel und schlägel abzunemen Harsdörffer gesprächsp. 2 (1649) 100; vietores ... ligneo ... instrumento, schlegel und trebell ... utuntur Adrian Beier vom handwerkszeuge (1691) 123; wie der büttnergeselle nach den gesetzen seines handwerks nicht ohne schlägel oder triebel, bandmesser oder sonstiges werkzeug auch nur drei häuser weit ausgehen darf Jean Paul 37, 27 Hempel; in wörterbüchern seit dem 17. jh.; bei Kramer 2 (1702) 1125a auch treibel; mundartlich: Fischer schwäb. 2, 377; Martin-Lienhart 2, 738. ähnlich nd. drêfel, dräfel, drîfel schlagbolzen Doornkaat-Koolman 1, 328. bei den buchdruckern auch triebel für das treibholz (s. d. 4), frz. cognoir, engl. shooting-stick Beil techn. wb. 608. [] 1@cc) südbair.: trîbl hölzerne walze zum glätten der wäsche oder zum auswalzen des teiges Lexer kärnt. 70; 'walkholz, nudelwalger' Unger-Khull 172; nûdltrîbl Schöpf tirol. 756; tribl nudelwalze Bacher Lusern 407; s. auch triebeln 3 und triebler. 1@dd) anders: triebel oberstes querholz, handhabe an einem schiffsruder Stalder schweiz. 1, 303. 1@ee) tribel das zugespitzte holz, welches beim triebeln (s. triebeln 2) in die höhe geschlagen wird, s. Schmeller-Fr. 1, 641. 22) gegenstand zum drehen. 2@aa) kreisel; dazu ahd. zuotripil turbo (zu Vergil Än. VII 378; 11. jh.) ahd. gl. 2, 660, 2; dise kinder hören aber ietzt auf mit dem triebel zu spielen Georg Frölich Stobäus (1551) 399; gleich wie ein grosser trübel hol an einer schnur geworffen wol von kindern und jungen buben Spreng Äneis 140a; Hector verdreht sich wie ein trübel, fiehl nider und gab auff den gübel Ilias 196a; triebel, treibel een tol Kramer-Moerbeck (1768) 346b; triebel kreusel Schrader deutsch-frz. 2 (1784) 1381. 2@bb) kurbel am spulrad Adelung 4, 678: am spuhlrad aber ist der drieling (triebel) wie an einem schleifstein A. Beier allg. handl.-lex. (1722) 95; in mundarten für kurbel: triebel Unger-Khull 172; tribel Hunziker Aargau. 59; dribel Seiler Basel. 84; dribl, tribl Fischer schwäb. 2, 377. nicht ganz klar: tournoir der drehstock oder triebel der töpfer, das grosze rad damit herum zu treiben Schwan frz.-deutsch (1807) 2, 1196. 33) in der Schweiz: triebel gemengsel, z. b. von kraut und rüben, als eine speise für die schweine, oder von kleyen, mit wasser durchgenätzt, für die hennen Stalder 1, 304; vgl. chriesi-(kirschen-)tribel Staub-Tobler 3, 1486.
3946 Zeichen · 83 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Triebel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Triebel , des -es, plur. ut nom. sing. von dem veralteten trieben für treiben, ein Werkzeug zum Treiben, doch nur in…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Triebel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Triebel , Stadt im preuß. Regbez. Frankfurt, Kreis Sorau, an der Eisenbahn Muskau-Sommerfeld, hat 2 evang. Kirchen, ein …

  3. modern
    Dialekt
    Triebel

    Bayerisches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Triebel Band 4, Spalte 4,478f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit triebel

10 Bildungen · 4 Erstglied · 6 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von triebel 2 Komponenten

tri+e+bel

triebel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

triebel‑ als Erstglied (4 von 4)

triebelgericht

DWB

triebel·gericht

triebelgericht , n. , gericht in imkersachen ( besonders rechte an wildem honig ): iudicium mellicidorum, das triebelgericht, quale adhuc ho…

triebelweg

DWB

triebel·weg

triebelweg , m. , dasselbe wie triebweg; viehweg: am tribelweg (1420) mitt. d. vereins f. gesch. in Hohenzollern 7, 32; nd.: drivelwege dorc…

triebel als Zweitglied (6 von 6)

brotriebel

DWB

brotriebel , f. was brotkrümel, zerriebnes brot, vgl. bierriebel, bierkaltschale 1, 1824.

grifftriebel

DWB

griff·triebel

grifftriebel , m. , ' bei den schwertfegern ein werkzeug, den griff auf den angel der klinge zu treiben ' Campe ; vgl. Beil technol. wb. 1, …

Wehtriebel

Wander

weh·triebel

Wehtriebel Er ist ein rechter Wehtriebel. »Ich bin ja wol ein rechter Wehtriebel, wenn nur ein Unglück vom Himmel fällt, so trifft's mich.« …