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tresenei

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

tresenei f.

Bd. 22, Sp. 166
tresenei, f. , grobes, würziges pulver als leckerei und medicament; gemüse. form und herkunft. 11) das wort ist nur auf continental-westgermanischem boden zu belegen: mnl. tresie, traitsye zuckerwerk Verwijs-Verdam mnl. wb. 8, 632; mhd. tresenei, tresanei; daneben formen auf -et: trisanet, drysenet; mnd. trisanet, trisinet, treserye; Schiller-Lübben 4, 613b; nhd. überdies tresznei, tressei, dräseney, tres(e)net, tresset, triset (vgl. auch driet teil 2, 1409), sowie im 18. jh., wo die tradition abbricht, fast allgemein trisenet, trisinet. 22) das bei Adelung vers. 4, 1066, Lexer 2, 1516, Schiller-Lübben 4, 613 als ursprungswort genannte frz. trisenet ist nicht nachzuweisen; auch die herleitung aus ahd. triso, treso 'schatz' (Woeste westf. 274; ebenso Alemannia 3, 134) will angesichts des scharf ausgeprägten bedeutungsgehaltes 'pulver' nicht als ausreichend erscheinen. lautlich und bedeutungsmäszig nahe liegt prov. trissar 'zerreiben, zerstoszen', trisson 'stöszel des mörsers' (Diez et. wb. d. roman. spr. 693), davon vielleicht eine ableitung *trissonat als grundlage des nl.-dt. wortes. einen andern weg könnte zeigen mnl. dresene glechoma hederacea, gundermann (eine aromatische, als volkstüml. heilmittel gebrauchte pflanze); spät-anfränk. dresna edera nd. jahrb. 17, 83a; 18, 137; westfläm. dreesem de Bo-Samyn westvlaam. id. 229b. 33) das geschlecht der auf -ei, -ie endenden formen ist fem., die auf -et endenden sind neutra (s. u. die bel.); ausnahmen sind selten: trisenet, f., Hulsius-Ravellus teutsch-frz.-ital. 326. die flexion ist im sg. für beide gruppen stark: gen. dye ... büchs ist tresznye vol Schweiz. arch. f. volksk. 14, 249; dat. to trezerye gesch. d. herzöge v. Braunschw. u. Lüneb. 8, 245; von einem tryset Guarinonius grewel 581; acc. starke treseney visirl. exorcist (1675) 46; ein liebliche dräseney H. Bock kreuterb. (1587) 446b; der plural ist von tris(en)et nicht, von tresenei nur im dat. belegt: zu den ... dräseneien ebda 332b (s. auch unter 2). 44) das wort ist bei beginn des 19. jhs. so gut wie ausgestorben: trisenet gröblich gestoszene sachen Kinderling reinigkeit (1795) 151; Campe führt es trotz der notierung [] bei Adelung (1801) 4, 685 nicht mehr auf. auch litterarisch ist es im 19. jh. nicht mehr belegt. in den maa. hat es sich in der bedeutung 1 gehalten, im westfälischen: trisêdüppen 'gewürztopf' Woeste 274b und im schwäbischen: trisinettschnitte Fischer 2, 390. die bedeutung 2 wird noch aufgeführt als trisonettpulver bei Arends volkstüml. namen der arzneimittel (1930) 266. s. auszerdem B. bedeutung. AA. eine pulverförmige mischung aus gestoszenen vegetabilischen stoffen. A@11) als naschwerk. A@1@aa) in form eines wohl nur grob gestoszenen gemisches von verschiedenen, nicht völlig zu erschlieszenden, aber gewisz wechselnden, wohlschmeckenden gewürzen mit zucker: da kam ein kamerer on vil brachtes und bracht mir zucker und tressny und me des besten wynes daby Hans v. Bühel königstochter 3278 Merzd.; 18 gulden ... umb worze und dreseny (1390) dtsch. reichstagsakten 2, 363, 28; ausgeben zum tanz 10 sz. umb drysenet chron. d. dt. städte 3, 344; vor tzugkir unde krude to trezerye myme gn. juncheren (1409) gesch. d. herzöge v. Braunschw. u. Lüneb. 8, 245 anm. 2 Sudendorf; will man ein guoten lauttertranck haben, oder ein liebliche dräseney zuorichten, so muosz der canel allmal zuo forderst da seyn H. Bock kreuterb. (1587) 446b; es müssen schier die edle negelein allen confecten, träseneyen, pulver, latwergen, dräncken und dergleichen dienen ebda 445. oft synonym mit confect: man sol auch kainerlay trysanet oder confect, notwein oder ansinggelt geben (Nürnberger policeiordn.) chron. d. dt. städte 3, 423a; ain zwehel strackt er über tisch und satzt darauf ein schlaftrunk frisch, confect und ander tresanei zimmr. chron. 4, 245 Barack; trisanet oder confect (1485) Siebenkees materialien zur Nürnb. gesch. 2, 462; die tresneien und confect Wurstisen Pauli Aemilii histor. (1572) 2, 156. oft auch in verbindung mit wein Schumann nachtbüchl. 93; 160 lit. ver.; wein, bier und driessney (a. d. j. 1608) bei Diefenbach-Wülcker 876. übertragener gebrauch ist selten; in der composition: nun ist ein junger mann dir, gleichfalls junges kind, ein dorn in deinen augen, ein alter aber ists, aus dem dein auge kan das liebestrieseneth mit vollem schlunge saugen Hoffmannswaldau u. a. ged. 5, 7 Neukirch. eine beliebte verwendung war das aufstreuen und rösten auf brot, vgl. A. Schultz dt. leben im 14./15. jh. (1892 gr. ausg.) 500: dye ander büchs ist tresznye vol, die sol man an dem morgen essen vff gebeytem brot im bad gesessen badschenkenged. (15./16. jh.) Schweiz. arch. f. volksk. 14, 249; wer ein wenig von einem ringen tryset auf die brotschnitte strewen wil Guarinonius grewel d. verwüst. (1610) 581. A@1@bb) daher bedeutet tresenei (vor allem in der form trisenet) auch die gewürzte, geröstete, in wein getauchte brotschnitte selbst (vgl. driet teil 2, 1409): des rosties à l'Hippocras (gewürzter wein) Stör dict. frç.-all. (1663) 2, 491; panis imbutus Falerno Aler (1727) 2, 1921a; Steinbach dt. wb. 2, 1380c; Adelung vers. 4, 1066; Schrader dt.-frz. 2, 1384; vgl. schwäb. trisinettschnitte Fischer 2, 390; 'trisinet heiszt, wenn man gebähete semmelschnitten mit gestoszenem zucker und gewürz bestreuet, mit wein begeust und bey gebratenen türckischen hänen, capaunen ... mit aufsetzet' Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 2043. A@1@cc) eher eine gebrauchsform von a) als eine besondere bedeutung ist die anwendung im sinne von 'gewürz für gekochte speisen': er möchte erzürnet zu starke treseney und gewürtz hinein (in die suppe) thun der visirliche exorcist (1675) 46; folgt allerhand gute dreseney und sonst allerlei gewürz koch-, gewürz- und confectbuch (16. jh.) in Scheibles antiquariat 1, 86. immer mit der gemengevorstellung: 'trisanet, trisenet ein aus gewürz zusammengemengtes [] pulver zu abwürzung der speisen' verzeichn. d. gebräuchlichsten ... wörter (1748) 181. in bildlicher verwendung: glübd ist gegen guotten wercken zuo schätzen als zucker gegen coriander, der davon lieblichen wirt ... und trAesseney gegen aim schlechten muosz Keisersberg predigen teutsch (1508) 85d. A@22) medicinisches pulver; diacalamentum confect oder treseney von katzen- o. bergmuntzen (1694) Diefenbach gl. 179a; triffera (medic. statt tryphera) tressei var. triszeny (1493) ebda 596a; trisenet tragema, tragea Calvisius thes. lat. serm. 797 (im cap. 'de medicina'); trisenet, triet tragea in off. Weismann lex. bipart. (1698) 2, 380; trisenet aus der apoteck Aler dict. (1727) 2, 1921a; pulvis medicus Frisch 2, 338b; Adelung vers. 4, 1066: triet, triseney, oder treseney heisset griechisch tragema ... und bey unseren artzten tragea Wirsung artzneybuch, register s. v. triet; die medici hetten mier gären geholfen mitt lassen (aderlasz), trAesznien, was aber alles umbsunst Platter 69 Boos; treseney ist zu jetziger zeit bey unseren artzten also in brauch kommen, dasz man die vermischten pulver mit zucker, die wir treseneyen nennen, tragemata heiszet Tabernämontan kreuterb. (1588) register s. v. triseney. sachlich oft dasselbe wie 1: byren küten gebraten möchte ich in auch woll geratten, gesprengt mit zucker süsse woll, oder treszney, die man sol in der appotecken machen (als mittel gegen die pest) tractat contra pestem (Straszb. 1500) d 3b; (sie) hat ihr trisinettlein und gestüp auff ire essen gestrewet, damit die leut ir krafft in der schüssel und schalen suchten Mathesius Sarepta (1571) 10a. A@2@aa) an ein bestimmtes pulver wird auch hier meist nicht gedacht, sondern nur an die pulverförmige consistenz: ein gut träszeney zum haubt: nim ymber ... muscatnusz ... zucker ... und mach ein pulver dorusz Gersdorff wundarzn. (1526) 30b; tresenei wird so zum inbegriff des medicin. pulvers (ähnlich wie pulver teil 7, 2217): ein gar köstlich trisenet, zu vorkommnung vieler hauptkrankheiten (aus einer receptsammlung) v. Hohberg georg. cur. aucta 3, 1, 197a. A@2@bb) daneben die specialisierung 'magenpulver', 'abführmittel' (vgl. auch Schiller-Lübben 4, 613): ein magewurtz oder dreseny Hier. Braunschweig (1509) bei Ch. Schmidt els. 358; (man mag das süszholz) under andere artzney brauchen, sonderlich zu den magenpulvern und dräseneien H. Bock kreuterb. (1587) 332b; sie machen auch ein köstliche träsenei ..., vermischen zucker darzu so viel, dasz man es niessen mag, für den magen Tabernämontan kräuterb. (1687) 1167; trisenet pulvis aut tragema laxativum Frischlin nomencl. (1591) 219; die alten verstunden eigentlich darunter (unter tresnei) nur grob zerstossene pulver aus gewürzen ... zur stärkung des magens, zu beförderung der däuung ... heutzutage aber verstehet man darunter alle zarte süsze magenpulver onomatol. med. compl. (1755) 1291; (den wundärzten) soll neben den äuszerlichen mitteln auch wundtränck ..., aber keine purgationen, julep, träseney ... einzugeben zugelassen sein corps der chirurgorum (1757 Straszb. stadtarchiv). BB. mundartlich übertragen auf 'gemüse, frucht, specereiwaren': treszenei auf brachäckern gezogenes gemüse (zehntordnung von 1742) Bauer-Collitz waldeck. 177; tresenîe gartengewächse aller art wie kohl, steckrüben, runkelrüben, das gemüse Schambach Götting. 234; dräsenei runkeln, kohlrabi Hertel Thür. 84; gemüse, nichtgetreide, specereiwaren (in Kaberg am Inselberge) sprachwart 1 (1866) 379: im Cölnischen am Rhein war sehr gute zeit anno 1463, und wolfeil an frucht und anderer treseney Frankenl. chron. bei Frisch 2, 385c. dazu treseneiland land, auf dem ein deputat von gemüse gebaut werden darf Schambach 234; Hofmann niederhess. wb. 241. —
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    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tresenei

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Ableitung von tresenei

tresen + -ei

tresenei leitet sich vom Lemma tresen ab mit Suffix -ei.

Zerlegung von tresenei 2 Komponenten

trese+nei

tresenei setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

tresenei‑ als Erstglied (1 von 1)

treseneizehnte

DWB

tresenei·zehnte

treseneizehnte eine abgabe: treseneyzehnte decimae munitae von dem, was unter der erde wächst Estor staats- u. kirchenrecht § 372 .