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trensen

mhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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11 in 7 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trensen vb.

Bd. 22, Sp. 149
trensen, vb. , schnauben, heftig atmen, stöhnen, auch in den formen trenzen, transen, tre(n)sgen; ablautend und anderer bildung ahd. trinson treni ahd. gl. 1, 638, 1. nahe liegt auch mlat. trinsare brummen des bären Ruodlieb III 96, nach Diefenbach-Wülcker 367 aus dem deutschen, ähnl. mlat. drensare schreien des schwanes Diefenbach gloss. 191b, frz. drenser Körting 132. die gruppe ist wahrscheinlich lautmalenden ursprungs wie nasallose formen gleicher bedeutung: ahd. drâsjan, drâsôn duften schnauben Graff 5, 252; gl. 2, 636, 68 drâsôt; 2, 702, 45 thrasindi zu Vergils georg. III 85 collectumque premens volvit sub naribus ignem (equus); mhd. drâsen, dræsen, drasen, dräsen, trâsen, trasen mhd. wb. 3, 84b; 1, 386b; Lexer 1, 459; nachtr. 125; Schmeller-Fr. 1, 675; dresen teil 2, 1406. zwischen beiden gruppen haben übergänge und kreuzungen stattgefunden. das verbreitungsgebiet ist Süd-, Mittel- und das westliche Norddeutschland und die Niederlande: mnl. drensen; nnl. drenzen wb. d. neederl. taal 3, 3291; in verschiedenen bedeutungsnüancen und lautlichen spielarten notiert bei Loritza id. vienn. 133; Schmeller-Fr. bair. 1, 670; Fischer schwäb. 2, 367; Martin-Lienhart elsäss. maa. 2, 761; Stalder schweiz. id. 1, 303; Tobler appenzell. 151. Schröer ungr. bergl. 43; Vilmar Kurhessen 78 mit der bemerkung 'ächzen, stöhnen, seufzen sind dem volk völlig fremde wörter'; Crecelius oberhess. 294; rhein. wb. 1, 1436. 11) 'schnauben', 'dumpfe laute ausstoszen' vor allem von tieren, bes. vom pferd: danach sprütz ihme (dem pferde) rosenwasser in die naszlöcher, damit es trenszge Seuter roszartzn. (1599) 9; über das keichen, treszgen und husten lests (das pferd) auch einen dampf aus den naselöchern Böhme roszartzn. (1618) 111; (das rosz) fängt ... an, zu prausten oder zu tresenen Walther pferde- und viehzucht (1658) 105. trensen, trenzen vom rind 'traurige töne von sich geben' Schmeller-Fr. 1, 670; d' chue trēszet Tobler appenzell. 151; drasen, dräsen, dränsen 'leise brummen' von der kuh rhein. wb. 1, 1436; schwäb.: die capuziner, wans gehen in den chor, träsen wie ein alte kueh, capuzen gibt den tact darzue (um 1740) Ostracher liederhandschrift bei Rattay diss. (1911) 110. in der anwendung auf den menschen 'heftig und schwer atmen'; vgl. Martin-Lienhart elsäss. 2, 761; Schröer ungr. 43; Fischer schwäb. 2, 301 u. ö.: und er bucklig und hustend und trensend auf dem stecken herum wanke Rosegger nixnutzig volk (1907) 229. schon früh in erweiterung der bedeutung: murmuro tresen Calepinus sept. ling. (1731) 2, 49a; gemere heiszet achtzen, trensen Keisersberg postille (1522) 3, 17 (randglosse); gutturisare drensen, kneesten, stoenen, dazu gutturisatio drensinge Schueren Teuthonista 86 Verdam; crissari kreisten, anchtzen, trensen, trentschen Diefenbach gl. 158b; trensen und achzgen propheten (Augsburg 1528) Jes. 38; als er aber gesehen, dass es sich gegen den getroheten schoss nicht gewaigert oder gereget, sondern alda hangend zum zweiten mahl [] gedrenset und darnach gekrauchet Marburger hexenproceszacte von 1659 bei Vilmar Kurhess. 78. so auch in neuerer zeit besonders in den maa. als 'stöhnen, seufzen, weinen' bezeugt: Vilmar Kurhess. 78; Tobler appenzell. 151; Chr. Schmidt elsäss. 79 u. ö.: (das weib) holtert und poltert ... pentzt und trentzt, pfnaust und haust, dasz dem armen mann der buckel graust Neiner tändlmarckt 155; wir haben schier geweint, geplärrt, gerehrt und trenzt Mozart in O. Jahn Mozart 1, 647. 22) übermundartlich ist eine seit dem 18. jh. belegte einengung der bedeutung auf das schreien des hirsches in der brunftzeit: 'der kurze ächzende ton, welchen der hirsch in der brunftzeit, bevor er schreit und während er die thiere treibt, häufig auszustoszen pflegt' Behlen forst- u. jagdk. 6, 88; Schrader dtsch.-frz. wb. 2, 1380; 'nur vom hirsche' Adelung 4, 670; die förster hörten den mörder trenzen und röhren Löns Mümmelmann 139; (er) ahmte erst das gereizte trenzen nach und dann den vollen grollruf R. H. Bartsch frau Utta 155.
4063 Zeichen · 92 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    trensensw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    trensen , sw. V. nhd. ächzen ÜG.: lat. crisari Voc Q.: Voc (1482) E.: Herkunft ungeklärt? W.: nhd. DW- L.: LexerHW 2, 15…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trênsen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Trênsen , verb. reg. neutr. mit dem Hülfswort haben, welches nur bey den Jägern von dem Hirsche üblich ist. Der Hirsch t…

  3. modern
    Dialekt
    trënsen

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    trënse n [transə O. Scherw. Uttenh. Barr Bf. Ndhsn. Bisch. Illk. ; trąįsə M. ; traisə Sulzern Geisp. ] schwer und mit Ge…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trensen

10 Bildungen · 8 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von trensen 2 Komponenten

tren+sen

trensen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

trensen‑ als Erstglied (8 von 8)

Trensengeschirr

PfWB

trensen·geschirr

 Trensen-geschirr n. : ' Paradegeschirr für Pferde ', Trensegescherr [Don-Lenauh Schowe Torscha ( Steinmetz )].

trensenknopf

DWB

trensen·knopf

-knopf Hoyer-Kreuter 1, 776 ; trenseriemen mag. d. mod. 2 (1791) 253; trensenring v . Alten 1, 342 ; unter seinem einflusse wurden des junge…

trensenspiel

DWB

trensen·spiel

-spiel : und als ich so ritt, klang mein herz in den rasengedämpften schritt, klang ins schnauben und trensenspiel meinem schimmel B. v. Mün…

Trensentüᵉgel

WWB

Trensen-tüᵉgel m. Trensenzügel ( die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen Dor Wl).

trensenzügel

DWB

trensen·zuegel

-zügel : endlich ergriff ich den linken trensenziegel, zog dem flüchtigen pferde den kopf an die linke schulter F. v. Trenck leben und thate…

trensen als Zweitglied (2 von 2)

antrensen

PfWB

ant·rensen

 an-trensen schw. : a. 1792: 'den Zaum anlegen' [ Klein Prov. 20]; dafür gew. aufzäumen; vgl. PfWB antun 1 a. — Zu PfWB Trense .

us trënsen

ElsWB

ust·rensen

us trënse n ausschnaufen, nach harter Arbeit. s Ross trënst us Geisp.