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trauschein

nhd. bis spez. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trauschein m.

Bd. 21, Sp. 1544
trauschein, m. 11) ein schriftliches zeugnis von dem geistlichen oder der obrigkeit, dasz ein paar personen wirklich getrauet oder ehelich verbunden worden Adelung 4 (1780) 1038. belegt erst seit dem ende des 17. jh. (G. Arnold 1699 s. u.). wort und sache anfänglich wohl nur in besonderen fällen üblich: trauschein ist ein attest von den pfarrern, welches diejenigen weiber aufweisen müssen, so sich in einer fremden stadt oder auszerhalb landes haben trauen lassen Amaranthes (1715) 2037. jener pfarrer ... verrieth sein herrschsüchtig gemüth allzusehr, als er in einen trauschein diese worte setzte G. Arnold kirch. u. ketzerhistorie (1699) 2, 179b; meine mutter gab vor, ... eine reise nach Magdeburg zu thun und von dar die zeugnisse ihres ehelichen lebens und wandels, unterwegs auch einen neuen trauschein von demjenigen dorffpriester der sie getrauet abzuholen, weil sie den ersten ohngefähr verlohren hätte Schnabel insel Felsenburg 2 (1746) 469; der geistlichkeit durch ein ausdrückliches circulare die nunmehrige unnöthigkeit der sonst üblichen trauscheine bekannt machen zu lassen Lessing 18, 489 L.-M.; steht es doch bei ihr, sich einem manne in der fremde zum schein antrauen zu lassen, und mit hülfe des trauscheins dereinst witwe zu werden J. Möser sämtl. w. (1842) 2, 186; die junge frau Jörg sei die geliebte des grafen von Nesselkron gewesen, und jäger Jörg habe gegen klingende münze sich bereit finden lassen, die folgen jenes galanten verhältnisses mit seinem trauschein zu decken T. Kröger schuld? (1898) 36; ich hörte an der thür, dasz sie deinem vater sagte, sie sei verheiratet. sie zeigte ihm ein goldnes ringlein und den trauschein G. v. Arnim mondkönigstochter (1844) 28; nun setzt euch und schreibt den trauschein Jung-Stilling sämtl. schr. (1835) 6, 70; gegen erlegung der gebühr für den trauschein G. Keller ges. w. (1889) 5, 246; taufscheine ... die mit den trauscheinen nicht zusammenstimmen Göthe IV 20, 188 W.; durch verweigerung der trau- und taufscheine zum katholischen glauben gezwungen Becker weltgesch. (1801) 6, 607; wo sollten trauscheine und taufscheine nachgesucht werden, wenn's nicht bestimmte gesetze für die gemeinden und ihre kirchen gäbe Holtei erz. schr. 18, 112; freund Hein nimmt sein langes radirmesser und schabt meinen namen aus ihrem trauschein und ehering heraus Jean Paul werke 11/14, 323 Hempel. 22) zuweilen auch, z. b. bey den soldaten, ein schein des vorgesetzten, dasz sein untergebener von ihm die erlaubnis habe, sich trauen zu lassen Adelung 4, 1038; trauschein codicillus indulti connubialis Frisch 2, 382b; trauscheine müssen alle unterofficiers und gemeine bey den kriegsvölckern von dem obristen des regiments haben, bevor sie heirathen dürfen Eggers neues kriegslex. (1757) 2, 1161; (ein jäger), der sich ziemlich gut gehalten ... hat um den trauschein gebeten ... durchl. sind geneigt ihm zu willfahren Göthe IV 10, 85 W.: das institut der trauscheine ... will keine familie entstehen lassen, die nicht zur zeit ihrer entstehung einen bestimmten festen sitz hat C. G. A. Stüve wesen u. verf. d. landgemeinden (1851) 157; geistlich gedeutet: der trauschein, der einer seele in heilands arme hilft, und certificiret, dasz sie der vater sicher trauen kann, wird in der schrift der geist genannt Zinzendorf gemeinreden (1749) 304.
3326 Zeichen · 61 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trauschein

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Trauschein , des -es, plur. die -e, von eben diesem Zeitworte, ein Schein oder schriftliches Zeugniß von dem Geistli…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Trauschein

    Goethe-Wörterbuch

    Trauschein [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Trauschein

    Rheinisches Wb.

    Trau-schein (s. S.) Allg. m.: wie nhd.

  4. Spezial
    Trauschein

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Trau|schein m. (-[e]s,-e) atestat de matrimone m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trauschein

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Ableitung von trauschein

trausch + -e + -in

trauschein leitet sich vom Lemma trausch ab mit Suffixen -e und -in.

Zerlegung von trauschein 2 Komponenten

trau+schein

trauschein setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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