Teneeui,
Teneefui,
Teneehui,
Teneewui n., selten
m. : ein Knabenspiel mit dem Wurfholz, benannt nach dem
frz. tenez (haltet ihr?) und der Antwort oui (ja!). Spielverlauf in KU-Kaulb: Ein Spieler schlägt das
Tenee, ein spannenlanges, beidseitig zugespitztes Holz, von einem Stein oder aus einem Kreis und ruft dabei
tenee! (ˈtęnē). Die etwa 10 m im Halbkreis vor ihm stehenden Fänger antworten
fui! und sind bestrebt, das Holzstückchen zu fangen. Gelingt das einem, dann wirft er das Holz zum Stein oder in den Kreis zurück. Hat er
auch damit Erfolg, dann darf er selbst schlagen. Beim Verfehlen des Steines oder Kreises schlägt der Schläger das Holz mit drei Schlägen ins Feld hinaus; die dabei erzielte Gesamtentfernung wird ihm gutgeschrieben. Das Spiel wird mit jedem der Mitspielenden wiederholt. Es gewinnt, wer die höchste Meterzahl erzielt.
Suchen sich e bessere Platz for ehr Tennee-Wui [Kiefer 40]. »
Tennee?«,
fahrt de Peere los. »
Wui!«
ruft 's Ottche stolz. Wuppdich, iwwer Klaam un Stroß saust e Stückche Holz, vorne spitz un hinne spitz, dicker in de Mitt. Sin die Buwe in de Hitz, flieht der's hunnert Schritt [
ebd. 37]. — Das Spiel T. war bis etwa 1910 in der ganzen Pfalz, besonders WPf und NPf, eines der beliebtesten Kinderspiele. Der Ausruf des Schlägers lautete zumeist
ˈtennee, auch
ˈtennii, ˈdennee, ˈdennii. Sonderformen:
ˈhenni [KU-Schmittw/O KB-Kriegsf],
tenni-batti [RO-Mannw]. Die Antwort der Fänger:
fui, vielerorts auch
wui oder
hui; Sonderformen:
bui [KU-Hüffl],
pui [KU-Heinzhs],
tui [KU-Nußb RO-Feilbg Steinb],
ui [NW-Dürkh],
fuide [IB-Ballw],
wui Mossjö [KB-Dannfs],
hui Massee [KL-Münchhf],
pfui [KU-Körbn Elzw Hachb RO-Gundw],
hopp [SP-Harths]. Mancherorts wurden beide Wörter vom Schläger ausgerufen. mitunter abgewandelt in
tenni hupp [ZW-Nd'aub],
tennee bloo [KL-Matzb],
dennee wublee [Zweibr]; auch die Wiederholung des zweiten Wortes
(fui, hui usw.) war üblich, ebenso dessen Weglassen. Hin und wieder verzichtete man auf jegliches Rufen. Die Benennung des Spiels entsprach dem jeweils geübten Zuruf:
Teneehui, -fui, -hui, -wui; vgl. auch
Teneewuplee,
Hennihui, Kernissel. Ergänzend zu den Ausrufen sind gemeldet:
denni hubblee [ZW-Ixh];
tenni hussee [ZW-Kl'bundb];
dennerle dublee [ZW-Mittb];
dennee fissee [HB-Seyw];
kernee hui [NW-Haßl Spey]. Vielerorts hieß es einfach
Tenee [KU-Patb Blaub Körbn KL-Stelzbg FR-Albsh] oder
Tenees [LU-Assh NW-Meckh LA-Venn BZ-Apphf],
Tenis (ˈtenis) [FR-Grünstdt],
Tenissels [LA-Nd'hochstdt BZ-Dernb],
Ternee [LA-Altd],
Terneels [LA-Bornh],
Ternis [LA-Edh]. In mehreren pfälzischen Siedlungen in Galizien kannte man ein ähnliches Spiel, das jedoch erst in neuerer Zeit mit slawisch klingender Benennung Eingang fand. — In der Pfalz dürften Sache und Bezeichnung in der Zeit der französischen Besatzung 1792-1814 aufgekommen sein. Die pfälzischen Kinder haben wohl beides in jener Zeit von ihren französischen Spielkameraden übernommen. — Südhess. I 1467;
Rhein. VIII 1135; Saarbr. 209 Tennetadee;
Els. II 128 Tennibutz; Bad. I 457.