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tarantel

mnd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
13 in 13 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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3

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Tarantel

Bd. 19, Sp. 321
Tarantel (Tarantula Walck.). Gattung der Webspinnen aus der Familie der Zweilungigen (Dipneumones), Wolfsspinnen, deren vordere Kopffläche steil abfällt und oben auf einer Querschwiele die vier vordersten, kleinen Augen trägt; je zwei große Augen stehen in den beiden hintern Reihen, und eine mehrzähnige, stark entwickelte Klaue bewehrt die weiblichen Taster. Sie erjagen meist nur nachts ihre Beute im Laufe. Die apulische T. (T. Apuliae Walck., Lycosa tarantula L., s. Tafel »Spinnentiere II«, Fig. 3), 3,5 cm lang, rehfarben, auf dem Hinterleib mit schwarzen, rötlichweiß eingefaßten Querstrichen, am Bauch mit schwarzer Mittelbinde, auf dem Vorderleibe schwarz, rötlich gezeichnet, lebt in Spanien und Süditalien, baut einen etwa 30 cm langen Gang in die Erde, tapeziert diesen mit Gespinst und überwintert darin, nachdem sie ihn mit versponnenen Blättern etc. verschlossen hat. Im Sommer jagt sie auf Heuschrecken und andre Insekten. Den weißen Eiersack, der 600 bis 700 Eier enthält, schleppt sie mit sich herum, die im Hochsommer ausgeschlüpften Jungen bleiben in der Nähe der Mutter, bis sie selbständiger geworden sind. Man hat früher und bis in die neueste Zeit geglaubt, der Biß der T. erzeuge im S. und in der heißesten Jahreszeit Schmerz, Entzündung, Ermattung, Unbehagen, Zuckungen, große Reizbarkeit, Melancholie und Tobsucht und gab an, daß die Kranken den Anblick gewisser Farben nicht ertragen könnten, daß der Zustand durch musikalische Dissonanzen verschlimmert werde. Als bestes Heilmittel galt ein wilder Tanz (Tarantella), der nach zwei alten Melodien getanzt wurde. Gerieten die Tanzenden dabei in starken Schweiß, und verfielen sie dann in tiefen Schlaf, so waren sie geheilt. Man weiß jetzt, daß der Biß der T. gewöhnlich keine schweren Erscheinungen nach sich zieht, und daß die ältern Angaben auf Aberglauben und Übertreibungen zurückzuführen sind. Im Mittelalter trat dann in Apulien und andern Teilen Italiens eine Tanzseuche (Tarantismus) auf, die aber mit der Spinne gar nichts zu tun hatte, sondern auf einer Art psychischer Ansteckung beruhte. Vgl. Bergsöe, Über die italienische T. und den Tarantismus (dän., Kopenh. 1865); Kobert, Beiträge zur Kenntnis der Giftspinnen (Stuttg. 1901).
2233 Zeichen · 28 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    tarantelSb.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    tarantel , Sb. nhd. eingelegtes Stück vom Thunfisch Q.: Hans. Gbl. 1887 43 I.: Lw. it. tarantello E.: s. it. tarantello,…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tarántel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Tarántel , plur. die -n, eine Art Spinnen mit acht Füßen, deren Augen in drey Linien stehen, und deren Gift wahnsinn…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Tarantel

    Goethe-Wörterbuch

    Tarantel [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Tarantel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Tarantel . lat. Lycosa tarantula , eine Spinnenart des südl. Europa, oben graubraun und schwarz gestreift, von der Größe…

  5. modern
    Dialekt
    Tarantel

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Tarantel  Klev ; dranādəl Saarbr Sg. t. f.: in der Wend.: den hät en T. gestoke; wie van de T. g. solche Unruhe plagt…

  6. Sprichwörter
    Tarantel

    Wander (Sprichwörter)

    Tarantel 1. Mancher entgeht dem Biss der Tarantel und wird dann vom Skorpion gestochen. ( Aegypt. ) 2. Wenn die Tarantel…

  7. Spezial
    Tarantel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ta|ran|tel f. (-,-n) ‹zool› tarantel (-tí) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tarantel

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von tarantel 2 Komponenten

tar+antel

tarantel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

tarantel‑ als Erstglied (2 von 2)

Tarantelbiß

Campe

tarantel·biss

Der Tarantelbiß , — sses, Mz. — sse , oder der Tarantelstich, — es, Mz. — e , der Biß oder Stich der Tarantel.

Tarantella

Pfeifer_etym

tarant·ella

Tarantel f. Der als Tarantela (1566), Tarantula (1586), Tarantul, Tarantel (17. Jh.) bezeugte Name der südeuropäischen Wolfsspinne, deren Bi…