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Swārde

ae. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
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Eintrag · Westfälisches Wb.

Swārde f.

Bd. 5, Sp. 732
Swārde f. [allg.] 1.1. (behaarte) Kopfhaut des Menschen. De Schwer dǟ (tat) iä wai opp’em Kopp sie hatte Kopfschmerzen (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Heu jiätt ne blanke Swaar einen Kahlkopf (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@HeldenHe). Diu kannst nä (ihm) dä Swoarn up’n Koppe kaputt hacken, heu deit öt ni er ist nicht empfänglich für Ratschläge, eigensinnig, trotzig (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@LüchtringenLü). Hei weiet (wird) rout bis unger de Schwar rot bis unter die Kopfhaut (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@KierspeKi). — 1.2. Haut des Menschen. Ick kuemm di an de Schwaor! Androhung von Prügeln (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa). Platt vo de Schwaar seggen Kritik unverblümt anbringen (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh || ähnl. mehrf.). — Ra.: Diu kressa wecke owa, dat de Schwōgen baßt! Androhung von Prügeln (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). Siupen, dat ’e Schwarte kracht sich heftig betrinken (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@VolkringhausenVo). Iäme juecket wol de Schwotel er ist übermütig (Kr. SoestSos Kr. Soest@SassendorfSd). Hei hät ’ne dicke Schwoar ist unempfindlich, nicht empfänglich für Ratschläge, eigensinnig (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@WüstenWü || mehrf.). Siek dä Schwa vull supen sich heftig betrinken (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@HerbedeHe). Et gaht en an de Schwoaren es setzt ihm hart zu (Kr. MindenMin Kr. Minden@KutenhausenKh). — 2. dicke, feste, zähe Hautschicht, bes. des Schweins; spez.: Fell des Schweins, das nicht beim Schlachten abgezogen wird, sondern nur von den Borsten gereinigt am Speck sitzen bleibt (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LeedenLd), Haut des gekochten Fleisches (Kr. WiedenbrückWie Kö). Wat ne dicke Schwaore an dat Speck! (WmWb). De Swaor van en old Schwien is tao (zäh) (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@HoltwickHw). Dat Swin hat ’n dicke Swoarn (Kr. MindenMin Kr. Minden@SchlüsselburgSb). De Schwaoren afschnieden vom Speck lösen (WmWb). — 3. äußerer Teil des Baumstamms, der beim Bretter- oder Balkenschneiden übrigbleibt; spez.: abgeschnittene Rinde der Bäume, die abfällt, wenn Balken geschnitten werden (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@KierspeKi); Rinde des Nadelbaumes (Frbg.) (Kr. PaderbornPad Kr. Paderborn@PaderbornPb). — 4.1. Grasnarbe (Frbg.) (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@FredeburgFr). — 4.2. ausgestochenes Rasenstück (Frbg.) (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Bo). ⟨›Swar(e)(n)‹ [OWestf (außer Kr. LübbeckeLüb Kr. BielefeldBie Wbg) Münsterl (außer Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Gel) Kr. IserlohnIsl Kr. BrilonBri Alt], ›Swa(r)de‹ [WMünsterl Kr. TecklenburgTek Kr. MünsterMün Rek], ›Swarte‹ [Kr. MeschedeMes Bri], ›Swate(n)‹ [Kr. LübbeckeLüb Kos], ›Swae‹ (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@ElseyEl); ›Swage(n)‹ [Kr. HerfordHfd Bie], ›Swagel‹ (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@AhlenAl), ›Swatel‹ bzw. ›Swadel‹ [Kr. WiedenbrückWie die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Hellweg Kr. IserlohnIsl Arn], ›Swale‹ [Unn]; Swāde [Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Rek], Swā(r) [Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Ennepe-Ruhr-KreisEnr die krfr. Stadt HagenHag Kr. MeschedeMes Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Olp], Swāre [Olp], Swarte bzw. Swāte [Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. PaderbornPad die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Arn], Swātel (Kr. ArnsbergArn Wa)⟩ ¶ WWB-Source:238:RhWbRhWb 7,2011: Schwarte; HnVwb 3,508: Schwarte. Zus.:→ Bō²m~, Gras~, Kop~, Spek~, Suᵉge~, Swīne~.
2295 Zeichen · 49 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    swardest. F. (ō)

    Köbler Afries. Wörterbuch

    swarde , st. F. (ō) nhd. Schwarte, Kopfhaut ne. rind, scalp (N.) Hw.: vgl. an. svǫrðr, ae. sweard, ahd. *swart (2?) Q.: …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    swarde

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    swarde, f. dicke, behaarte Haut, bes. Kopfhaut des Menschen, u. Schweinshaut.

  3. modern
    Dialekt
    Swārdef.

    Westfälisches Wb.

    Swārde f. [allg.] 1.1. (behaarte) Kopfhaut des Menschen. De Schwer dǟ (tat) iä wai opp’em Kopp sie hatte Kopfschmerzen …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit swarde

9 Bildungen · 7 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

swarde‑ als Erstglied (7 von 7)

Swārdemāge

WWB

swarde·mage

Swārde-māge m. [WMünsterl Dor Enr Olp] das Gericht Schwartemagen: aus Schweinefleisch und Schwarten hergestellte, in den Magen, Dickdarm ode…

swardentow

KöblerMnd

swardentow , N. Vw.: s. swārdentouw

swardeswang?

KöblerAfries

swarde·swang

swardeswang? , st. M. (i?) nhd. Hautbegießung? ne. scalp-pouring Q.: E, R, B, H, W E.: s. swarde, swang L.: Hh 175, Rh 1058a

swarde als Zweitglied (2 von 2)

grö̑nswārde

MNWB

groen·swarde

grö̑nswārde , grônswārde , f. , (s. grôde, grêt ) Graswuchs bes. des Vorlandes („ ere g., dat se greet edder den groden heten ” Neoc. I, 375…