Eintrag · Rheinisches Wb.
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Suppe II das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk sup, –o- [uNahe -ǫ-]; Mosfrk Saarl, Zell, Koch, May, Kobl, Westerw (nicht kurköln. Neuw) sop; sonst Saar, Mos von Trier bis Bernk, WEif tsop [Daun-Neroth -o- u. -a- 1860]; Altk, Siegld sobə; Berg zupə, –o- [Elbf, Sol zup, –pə u. tsup]; Rip, kurköln. Neuw tsup [Monsch-Witzerath -u- u. -ǫ-]; Eup tsup u. zup; SNfrk tsup; Klevld sup [Dinsl auch daneben tsop]; meist Sg. t., doch für 1 a nach dem Nhd. jüngst auch Pl. -ə(n); Demin. sibχə(n), –e-, tsypχə, –pkə f.: 1.a. wie nhd., Fleisch-, Rindfleisch-, Fleischbrih-, Milch-, Buttermilch- (Kiərnmelch-, Sauermelch-), Griessmehl-, Reis-, Nudel-, Klössbrih-, Bier-, Wein-, Quetschen-, Schnitzeln-, Brot-, Wasser-, Grumbirns. Allg.; Sauerampels-, Schmanten (Rahm)- Bitb, Verbr.; mit Gemüse Bohnen-, Erwesen-, Linsens. Rhfrk, Allg. (doch s. 2 c); Gebrodmehls. S. von geröstetem Mehl, Kirwels.; gerappt S. aus geriebenen rohen Kartoffeln Rhfrk; de gre Fleischs. von frischem Rindfleisch; de dear Fl. von Fl. oder Wurst aus dem Rauchfang; Bodders. mit Butter, Mehl od. meist mit Wecken (Weckes. Netphen); Weckes. Milchsuppe mit eingebrockten Wecken; gebrockde Melchs., Rismelchs., gebrannde Mehls. aus geröstetem Mehl (schwarze S. Netphen); häwern S. (Grotzs.) aus Hafermehl Siegld.; bleng Z. (blinde S.) (Gegens. klare Bouillon, Fleischbrühe) = trübe S., wenn Haferflocken, Graupen, Mehl (nicht Reis) darin ist, Fleischknochens. mit Grün Gummb-Berghsn; grön Z. Rindfleischs. Sol-Rheind; sauer S. aus gekochter Dickmilch mit etwas Süssmilch, Mehl, Ei, Salz Simm-Laub; remsch (römische) S. Kartoffels. mit grünem Kraut Wend.-Pfeffelb; breihzig (brühig) Z. Kartoffels. Trier-Geisf; Hinkelsmiffelchess. mit Kartoffelwürfeln; Franzoses. Gemüsesuppe Saargeb. [im Rhfrk haben die Zs. den Hauptton auf der letzten Silbe, also Lensesopp ]; de Z. anrühre, opsetze, koche, usschäppe (usschloəh Aach-Stdt) Rip, Allg. RA.: Esu nass wie Z. durchnass Wittl, Bitb, Prüm. Vill Z. un winnig Auge, magere S.; do lore mih Fettauge eren wie erus dass. Köln-Stdt, Verbr.; de Zupp süht mich met keinem Aug an ebd., — kuckt meich möt kanem scheelen Af on Trier-Stdt. Neischt un kän Z. dabei! abschl. Antwort Trier-Konz. E Leffel on kän S., on et es Meddag! Saarl-Niedaltorf. De Z. as net op der Wäsch gekocht gen ist heiss Trier-Schleidw. De Wek (Woche) es kört (kurz), mar de Z. es langk Schmalhans ist Küchenmeister Kref. Dat es Z., wo mer möt de Klompe üəver goəhn kann dickflüssige S. Erk; de S. es so stif, do kann de Katz met sibben Jongen drüəwer lofen Gummb-Nümbrecht, — et kann en Katz driwer gehn un micht sich känen Fuss nass Rhfrk. Dat es en Z., die von selver geht sehr dünn, bes. von der Wöchnerinnensuppe Düss-Stdt. Z., dat se schlupp so dünn MülhRh-Heumar. De S. is meh Brīh wie Brocke Hunsr. Viel Geschwätz un winnig Fett, dat get en moger Z. WEif. Vill Z.ə mache dönn Backe Jül; v. Z. esse mät dönn B. Köln-Stdt. S., S. dur de Zit macht dem Bur den Boch (Bauch) wit Gummb-Nümbrecht. S. schlahn einen Stein über eine Wasserfläche hüpfen lassen Meis. He hät sich en Z. parat gemäck sich etwas eingebrockt MGladb, — en schün (got, nette) Z. engebrock Rip, Allg.; de Z., die mer sich enbrock, moss mer och useisse Rip, Allg., — soll mer ach ausleffele Kreuzn. Die S. esse, die en annerer angerihrt hat Ottw-Wiesb. Die Z. häste dech self angebrennt Kemp-SHubert. Dor (von dem fettigen Rock) kann me S. van koke; op den sinne R. kann me S. k. Klevld; do konn me aut (8) Dag Z. van k., dann es se (die Hose) de negende (9.) noch eəven fett Kemp-Breyell. Adelheid hät Z. gekouch, de ganze Wouch van ene Knouch! LRip. He (der Ungläubige) glöf och, dat sechs Pond Rendflesch en got Z. git Rip, Berg, Mosfrk, Rhfrk; e gut Steck Fleisch un wenig Wasser get en gut S. Bernk (Hunsr); fönf Pongk Fl. git en got Z., ävver se darsch (darf) net em Rhing Rhein) gekouch sen Dür; drei P. Rengkflesch, dat git mingem Vader en Z., bewahre sech dat Levve lang, dann kreg her och de Z. darvan Bergh-Heppend. Al Höhner gevven en fette Z. Köln-Stdt. Mit »danke schön« schmälzt mer kä S. man will für eine geleistete Arbeit auch entsprechend bezahlt sein Kreuzn. Ding Moder het gester Omend widder et Stochise glöhnig gemach, für de Z. ze schmälzen! zu einem, der von armen Leuten stammt und sich wichtig macht Neuw-Asbach. De wäss sich sei Sippche se koche versteht sich auf seinen Vorteil Hunsr. A.: Was haben wir gekocht? B. scherzh.: S., Gemis un zweierlei Grumbere Goar-Salzig; S. o klän Stäncher Merz; S. o son Essen Merz, Saarbg, Trier; S., Salat un Kaffi Kreuzn, Bernk, Neuw-Segend, Malm-Ouren. Alles muss sei Sach hon wie der Hund sei S. Saarbr, Saarl. De Fuchs esst (kret) et ganze Johr kan Z.! sagt der, der nicht gern Suppe isst Bitb-NWeis, Bernk-Kesten. Der moss noch as (einmal) en schin S. ausessen er ist schwer bestraft worden Koch-Lutzerath. Jüppche (Josef), eiss deng Züppche! Neckr. Schleid-Hellenth. Wacht (warte) noch en bettje, gej bruckt de S. ja nit so heit te etten, as sei op de Tofel gebrocht word! überlege dir die Forderung einmal, du brauchst ja nicht sofort auf sie einzugehen Klev; de S. wörd nit so het gegeten, as se opgedragen wörd Dinsl, Nfrk; de hät sing Z. ze hēss gesse Bo-Stdt. Wen et red (fertig) kregt, kan de Z. mot em Gref (Mistgabel) essen Prüm-Ihren. Wer geinen Leffel hät, mot de S. drinken Sol. Spor den Odem fir de Z. ze blosen! Mosfrk. Dem han ech de Z. versalte seine Pläne vereitelt MGladb, Verbr. Der Schmarotzer od. Anbringer will sich e fett S. verdiene Rhfrk. — Mach de Spis (dem Mörtel) net a en S.! nicht zu dünn Siegld. Den as esu faul, de verdient dat Wasser net fir op de Z. Wittl. Der ischt Peterle (Petersilie) of all S.ən er ist überall dabei oNahe. Bei er steifer Z. leift (läuft) käm Bauer de Knecht fort Trier-Schleidw. Van neist schneid mer kä Brut en de Z. Bernk. Die (der) hät jet en de Z. ze brocke ist reich Rip, Allg. Enem en Put (Pfote) Salz en de Z. dohn ihm einen Streich spielen Wittl. Den fend en Hör (Haar) in de S. die Sache ist ihm nicht annehmbar Geld, Allg. De wet der Fenger en der Z. to halde seinen Vorteil zu wahren SNfrk. Der Jagdliebhaber, der sein Geschäft vernachlässigt, schüss sich de Oge van der Z. Rip, Mosfrk, Rhfrk; de schwätzt äm det Fett (de Aue) vun der S. er schwatzt einem den Kopf voll Rhfrk; den schefft (scheppt) am et F. (de Oge) vun der Z. nimmt sich das Beste vorweg Bitb, Allg., — schnützt et F. va jen Z. Aach-Breinig. Et F. es van de S. das Geschäft, das Unternehmen hat seine beste Zeit hinter sich Klev. Vun de steifen Z.ən un den dicken Steckern Brut lofen de Gesinner (Gesinde) net fort Trier-Schleidw. Töschen (zwischen) Z. en Rengkflesch kome ungelegen kommen Kref. — Im Kinderld.: 1, 2, 3, 4, of dem Klavier setzt e Peppchen, dat kocht Seppchen; an dem S. as en Ei; an dem Ei as en Dodder, an dem D. as en Has, de sprengt dir of de Nas! Abzählr. Trier-Schleidw. Rene (regne), r., Seppche ein Kinderspr. Wittl-Cröv. — Zu der dem Nhd. entsprechenden Bed. 1 a treten ältere Bed., zum Teil lautl. anders als 1 a; danach scheint 1 a zunächst nur für die dünnflüssige S. gegolten zu haben (das RRip u. Berg unterscheiden noch tsup, zupe 1 a von tsǫp[ə] 1 b; jüngst tritt freilich dafür, wenigstens RRip, auch tsup ein; ebenso unterscheiden sich klevld. sup 1 a u. sǫp 1 c ff.). — b. früher nannte man das Mittagessen, das aus dicker S. bestand, einerlei aus wie vielen Gerichten (S., Gemüse, selten Fleisch), Zopp WMosfr in Trier, Bitb, Prüm, Malm, Schleid-Dollend, Eup; heute noch: loss der de Z. got schmachen, wenn man vor dem Mittagessen auseinandergeht; selten de Z. essen zu Mittag essen (was früher allg. galt, wie auch has de de Z. kriegt?) [in den Zs. Suppenblech, –düppen, –kessel lebt diese Bed. Rhfrk, Mosfrk noch weiter]. RA.: Mettes Z. on domet op! Malm. Et leit (läutet) Möttig (Mittag), schneid Z. an (ein), siewen Kemp voll fer ä Mann! am Mittag des Ostersonntags gesagt, weil die Leute nach der langen Fastenzeit soviel Hunger haben, dass jeder 7 Portionen hintereinander verzehren kann Trier-Thomm. Bei de fremm Leckt (Leuten) soll mer dienen (mat de fr. L. soll mer hannele) on bei de Frend (Verwandten) Z. esse gohn weil man mit letzteren nur kurze Zeit gut auskommt Prüm. — Nach dem Begräbnis werden die Leute aus dem Leichengefolge op de Z. gebeten Prüm-Dackschd Hallschlag; früher gab es nach einer Beerdigung de Z. aus Milch, Bier, Syrup, verdickt mit Mehl Kref-Anr (abseits). — Nach dem Schweineschlachten werden die Verwandten auf dem nächstfolgenden Sonntag op de fette Z. gerofen zum Wurstessen Prüm-Ihren, Malm. — (De) Zupp drohn das Essen mittags zur Arbeitsstelle tragen Bitb-Mettend, Bernk-Neumag. — Mittag- u. Abendessen, wenn auch nur aus Kartoffeln bestehend Koch-Laub. — Dicke Mehlsuppe für ländl. Arbeiter als erstes Frühstück (veralt.) Dür, Aach-Merkst. — Abendessen; de Z. prat maken Kemp-Niep. — c. tsǫp(ə) (also lautl. von 1 a, b verschieden) dicke Bohne-, Erbsen-, Linsens. Berg, RRip; sǫp, ts- breiige S. Eup-Stdt (sup 1 a). S. Zoppe. — d. sop Gericht aus Gemüse u. Kartoffeln Geld, Mörs; tsop Eup-Eynatten (sup 1 a). — e. sǫp Brühe, Seifenlauge, Spülwasser mit Speiseresten für das Vieh Klevld. — f. tsǫp m. Wurstbrühe Aach-Stdt (1836). — g. tsøpχə geröstete Schnitte zu Krammetsvögeln Aach-Stdt 1836. — h. zupə, Ferkenss. Schweinesaufe mit Gerstenmehl; Rifs. mit geriebenen Rüben Gummb-Schwarzenbergisch, Mettm (wie 1 a lautend). — 2. übertr. a. sachl. α. tsup scherzh. Schnaps Sieg-Troisd. — β. sup, die rot S. starkes Bluten aus Nase u. Mund Simm. — γ. sop, dat es e alt S. eine alte, längst vergessene Geschichte Birkf-Bundenb. — δ. tsop Hiebe; he kritt sein Z. Ahrw-Burgsahr. — ε. tsop verächtl. verrufene Gesellschaft, Gesindel; mat su er Z. soll en urdentliche Mensch net omgohn Bitb-Wiersd; -u- Dür-Birgel, Geilk-Gangelt, Rheydt-Odenk; dat es nij völ Supps (necks S.) nicht viel Besonderes, Pöbel Geld, Klev. — b. persönl. sop; en arm S. verächtl. schwächl. Mensch May-Stdt. — Anm.: Bei diesem Wort hat anscheinend vielfach zoppen, Zoppe »tunken, Tunke« (s. d.) eingewirkt.
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DialektSuppe II
Rheinisches Wb.
Suppe II das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk sup, –o- [uNahe -ǫ- ]; Mosfrk Saarl , Zell , Koch , May , Kobl , Westerw (nic…
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Cotta, M. (2026). „suppeii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/suppeii/rhwb?formid=S28769
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Cotta, Marcel. „suppeii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/suppeii/rhwb?formid=S28769. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „suppeii". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/suppeii/rhwb?formid=S28769.
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