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suppan

mhd. bis nhd. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

suppan m.

Bd. 20, Sp. 1217
suppan, m., slavischer würdenträger; güterverwalter, gemeindevorsteher. aus slav. župan, das verschiedene ähnliche bedeutungen hat, so im slovenischen, tschech., poln. und sorbischen; župan ist von župa 'gau' (so serbokroat.) abgeleitet; zu župa s. Walde-Pokorny 1, 562. — dem kurzen u des mhd. sŭppân entspricht suppan und suppän in österreich. urkunden vom 15. bis ins 18. jh. (s. u.); dazu gehören die in lat. urkunden bezeugten zupanus, suppanus, sopanus, s. du Cange 8, 434 ff.; anders jupanus ebda; bis heute erhalten in familiennamen: Supan, Suphan Heintze-Cascorbi 4 270. — von diesem unabhängig ist auf md. boden ein sûpân entlehnt worden: ze Behemen und in Polenlant die fursten sameten sich zehant ... manegen stolzen sûpân (: getân) brengen sie ze strîte Ebernand v. Erfurt Heinr. u. Kun. 520. diesem sûpân entsprechen diphthongierte formen, ebenfalls im md.: swappnig 'salzpächter' hs. d. Breslauer stadtarch. v. j. 1420 bei Jungandreas gesch. d. schles. ma. (1937) 21, vgl. slav. župnik; die saupeney zu Krotschow urk. lausitz. herkunft bei Haltaus 1596, vgl. supania bei du Cange a. a. o.; der saup urk. lausitz. herkunft bei Haltaus 1596, vgl. slav. župan; supan 'werden die dorff-schultzen in Crain genennet' Nehring hist.-pol.-jur. lex. (1717) 916; auch noch in jüngster zeit: auch die slawischen bezirke wurden beibehalten samt den darübergesetzten supanen (saupen = gauvorsteher) O. E. Schmidt die Wenden (1926) 27; als familiennamen: Saupe, Sauppe Heintze-Cascorbi a. a. o.aus jüngerer zeit stammen entlehnungen mit anderer wiedergabe des slav. anlautes: župpon 'ortsvorsteher' Tschinkel Gottscheer ma. 130; župan, županei u. a. ableitungen Stifter Witiko 189, 203 u. ö. (inselverl.); wahrscheinlich mundartlich: schupan, jupan Höfer österreich. 3, 203; hierher gehört der lausitz. familienname Schuppan, s. Mucke wb. d. niederwend. spr. 3, 118. — ebenfalls aus slav. župan, aber über ungar. vermittlung, stammt gespan (teil 4, 1, 4132). suppan bezeichnet im mhd. einen slavischen würdenträger und erscheint nur in slavischem milieu: do getorsten niht gebîten die Bêhaim in ir lande. mit fiure man dô brante Wiscerat unt Brâge, man houbet di suppâne, der herzoge vil kûme entran kaiserchron. 16423 E. Schröder; sich liezen ouch da vinden Behame und Polane, mit graven di sopane, dinstherren unde frien vil, die alle suochten ritter spil heil. Elisabeth 160 Rieger; dâ saz ouch an der wîle an des kuninges rât der brobst von Wischerat und manic bêheimischer suppan, der nam ich nith genennen kan Ottokar v. Steier reimchron. 14685. — in den österreich. urkunden bezeichnet das wort leitende beamte, in deutscher umgebung meist 'güterverwalter' und 'gemeindevorsteher': ist ain diep auf dem guet ..., den sol der suppan oder der schaffer vahen ... und sol in dem landrichter antwurten (1435) Salzburgische taidinge 333; wie du Lienharten seinem suppan, gesessen zum Göll, als er nach seiner notdurft gefarn sey, in unserm wald ... zway ros nemen habst lassen, auch desselben suppan und fünf seiner nachtpawrn ... zu unpillichen zynnsen genött habst (a. d. j. 1478) mon. Habsburg. 1, 2, 891 Chmel; so hat mein herr ain vorst under Tobel und leit in des herzogen walt, des schol huten ain ider suppan zu Pairdorf und daraus nichts geben an des herren willen (15. jh.) österr. weist. 10, 121; die sollen mit sambt den geschwornen oder suppan und taferner solche aufruer verhelfen zu stillen (um 1575) ebda 6, 434; wann ainer dem andern rainstain auszziecht ohne erlaubnus eines suppän oder der gemain (16. jh.) ebda 6, 221; nach alten gebrauch soll alle jar ain anderer dorfrichter oder suppan aus ihnen ... erwelet werden (1717) ebda 10, 210. — die eindeutschung des wortes im österreich. sprachgebiet beweisen bildungen wie: supphaus, n.: der nach beschechener ansag desz richters nicht insz dorfrecht oder supp(an)haus erscheunt ... der solle gestrafft werden (1737) österr. weist. 6, 395 (steirisch). —
3967 Zeichen · 121 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    suppân

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    suppân s. sûpân.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    suppanm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    suppan , m. , slavischer würdenträger; güterverwalter, gemeindevorsteher. aus slav. župan, das verschiedene ähnliche bed…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit suppan

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