strotzig,
adj. ,
auch strotzicht, strotzet, strutzig,
mundartlich stratzig Fischer
schwäb. 5, 1831;
nicht vor dem 16.
jahrh. belegt. die bedeutungsentwicklung des wortes läuft der von strotzend
parallel, gegen das es aber nie recht aufkommt. nur spärliche ansätze zu eigenen bedeutungen. 11)
gestrafft von innerer fülle, wie strotzend 1: hör nicht zu fressen auf, der bauch sey denn so vol und strotzig alsz die wurst, die bald zubersten sol Wencel Scherffer 255
Drechsler; die strotzeten vollen adern Paracelsus
opera (1616) 1, 720
H.; ein strotzeter beutel mit roten gulden Kreckwitz
lustwäldlin (1632) 41; das er zu der beinahe strotzigen brottasche mit steinen noch kein recht hatte Hans Grimm
volk ohne raum 2, 136.
im übertragenen sinne: bücher mit unnützen details steif und strotzig machen und aufschwellen I. v. Müller 16, 79;
nach 3
hinüberspielend: für denen bang ich nicht, die von den stolzen winden der groben dunckeley sich strotz- und trotzig finden Logau 562
Eitner. adverbial: für faistem speck si baussen strutzig, reden mit yrm maul stoltzer mas Schede 57
neudr. 22)
von der natur '
üppig' '
schwellend von saft und fülle': (
ein baum) dær saftig gruont, uf ainem boden strutzig Schede 140
neudr.; die zweige waren strotzig Stifter 2, 254; der Prestl stand endlich oben auf der hochblösze, wo ... ihm der strotzige baumschlag das thal verdeckte Rosegger
schr. II, 3, 120. 33)
als '
aufgeblasen', '
stolz'
seit dem beginn des 18.
jahrh. verzeichnet: strotzig ... seyn
to strut, ein strotziger gang
a strutting, a strutting along. strotzig einhergehen
to strut it along Ludwig
teutsch-engl. lex. (1716) 1903; strotzig
arrogans Wachter (1737) 1623;
in leichterem sinne als gelegentliche weiterbildung: strozzliche, schwänzliche und finzliche junge mägde Göthe IV 3, 46, 11
W. als stratzig
mundartlich noch heute Fischer
schwäb. 5, 1831. 44)
die vereinzelt stehende bedeutung '
widerspenstig', '
hartnäckig'
ist offenbar in anlehnung an das lautlich und bedeutungsmäszig nahestehende trotzig
entstanden (
vgl.strotzkopf): wie können sie ihnen dann zueignen, dasz Christus das haubt ihrer gegeneinander so strotzigen und starrigen gemein sei J. Scheffler
ecclesiol. 2 (1677) 466; (
die Deutschen sind) dem herrn liebere kinder Evä als die Polacken, wenn diese ungewaschen und strotzig bleiben Freytag 11, 339; auch einer der nächsten genossen zeigte wenig guten willen ... er blieb strotzig
ders. erinnerungen 292. —