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Streusel

mhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
7 in 7 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Streusel

Streusel

streuen Vb. ‘werfend gleichmäßig ausbreiten’, ahd. strewen, strouwen (8. Jh.), mhd. strewen, ströuwen, ströun, strouwen, streun ‘niederstrecken, zu Boden werfen, (aus)streuen, -schütten, vergießen, ausbreiten, zerstreuen, verbreiten, bedecken’, asächs. strōian, streuwian, mnd. ströu(w)en, mnl. strōien, strouwen, nl. strooien, afries. strēwa, aengl. strewian, streowian, engl. to strew, anord. strā (statt *streyja, Neubildung zum schwach gebildeten Prät. strāða), schwed. strö, got. straujan (germ. *straujan) führt mit lat. struere (strūctum) ‘schichten, über-, aneinanderlegen, aufbauen’, struēs ‘Haufen, Menge’ auf ie. *streu-, Erweiterung der Wurzel ie. *ster(ə)-, *strē-, *stru- ‘ausbreiten, (aus)streuen’, wozu (mit Nasalpräsens) aind. stṛṇā́ti ‘streut (hin), bestreut, wirft hin’, stṛṇṓti ‘streckt nieder, unterwirft, besiegt’, griech. stornýnai (στορνύναι) ‘hinbreiten, ausbreiten, ein Bett machen, ebnen, bahnen, ausstreuen, bestreuen’, lat. sternere ‘hinbreiten, streuen, ebnen, bedecken’, air. sernim ‘breite aus’ sowie (ohne Nasal) aslaw. prostrěti, russ. prosterét’ (простереть) ‘ausbreiten, ausdehnen’. Verwandt sind u. a. die unter Strahl, Stirn, streichen, Streifen, Stroh behandelten Wortgruppen. Im Nhd. hat sich aus einer Vielzahl mundartlicher Formen streuen durchgesetzt. Zur Bedeutungsentwicklung von ‘ausbreiten’ zu ‘verteilend auswerfen’ vgl. Pfeifer in: PBB 82 (1960) 132 ff. Streu f. ‘das Hingestreute, Material zum Unterstreuen, Stallstroh’, Bildung auf ī zum Verb, mhd. ströuwe, strewe, ströu; vgl. ahd. gistrewi, gistrouwi (8. Jh.). Streusel m. n. ‘Klümpchen aus Mehl, Butter und Zucker, auf Kuchen gestreut’ (19. Jh.; dazu Streuselkuchen, ebenfalls 19. Jh.), mundartlich und in der bäuerlichen Umgangssprache gleichbed. mit Streu, Deverbativum mit dem Suffix -sal, -sel (s. d.); vgl. mnd. strouwelse. zerstreuen Vb. ‘auseinanderstreuen, -jagen’, mhd. zerströuwen, -ströun. Übertragener Gebrauch der Mystik daʒ gemüet, herze zerströuwen ‘die Seele von der Gemeinschaft mit Gott ablenken’ geht im 15. Jh. auf Störungen des seelischen Gleichgewichts über, wird jedoch in mystisch-religiösem Sinne vom Pietismus übernommen. Zu Anfang des 18. Jhs. entwickelt sich daraus jmdn., sich zerstreuen ‘ablenken, vergnügen’, beeinflußt von zerstreut Part.adj. (15. Jh.), das Anfang des 18. Jhs., wohl in Anlehnung an frz. distrait, die Bedeutung ‘unaufmerksam, durch fremde Eindrücke abgelenkt, unkonzentriert’ annimmt. Zerstreuung f. ‘Ablenkung, Vergnügen, Zeitvertreib’ (18. Jh.), zuvor ‘das Auseinanderwerfen, -treiben, Auflösen’, spätmhd. zerströuwunge ‘Uneinigkeit’. Zerstreutheit f. ‘Unaufmerksamkeit, Unkonzentriertheit’ (18. Jh.), vereinzelt ‘Abgesondertheit, Isoliertheit’ (19. Jh.).
2713 Zeichen · 81 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    streusel

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    streusel s. ströuwesal.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    streuseln.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    streusel , n. und m., was gestreut oder zum streuen bestimmt ist. deverbative bildung mit suffix -sal; so auch im nl., v…

  3. modern
    Dialekt
    Streuseln. (f.)

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Streusel n. (f.) : ' Material, das als Streulager für das Vieh dient ', um 1930 meist aus Stroh und Strohabfällen, in fr…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit streusel

36 Bildungen · 36 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von streusel

streu + -sel

streusel leitet sich vom Lemma streu ab mit Suffix -sel.

streusel‑ als Erstglied (30 von 36)

Streuselbart

PfWB

streusel·bart

Streusel-bart m. : 'zotteliger, ungepflegter Bart', Strääselbaʳt [ LU-Maud Opp NW-Geinsh ]. —

Streuseldeputation

PfWB

streusel·deputation

Streusel-deputation f. : 'Kommission, die die Zuteilung von Laubstreu regelt'. a. 1848: »Großer Waldbegang mit der Sträsel-Deputation, Streu…

Streuselgabel

PfWB

streusel·gabel

Streusel-gabel f. : '(hölzerne) Gabel zur Aufnahme der Streu', Strääselgawwel [ NW-Bobh Kallstdt LA-Maik BZ-Annw ], Strausel- [ PS-Schmalbg …

Streuselkorb

PfWB

streusel·korb

Streusel-korb m. : 'großer Korb für Streu, Häcksel u. a.', Strääselkoʳb [ KL-Alsbn Enkb Fischb PS-Hintwdth NW-Kallstdt Wachh Weidth ]; Syn. …

Streuselkuchen

PfWB

streusel·kuchen

Streusel-kuchen m. : 'flacher Kuchen mit Streuselauflage', Streiselkuche, -kuuche, s. Kuchen [vereinzelt ges. Pf], Strääsel- [vereinzelt VPf…

Streuselmachen

PfWB

streusel·machen

Streusel-machen f. : 'das Zusammenrechen und Einholen der Waldstreu', Strääs'lmache [BZ-Schweighf ( Gimmel in PfL 30. 1. 1932)]. —

Streuselmist

PfWB

streusel·mist

Streusel-mist m. : 'Mist aus Laubstreu', im Gegensatz zum Strohmist [ NW-Kallstdt LA-Maik BZ-Albw ], -mescht [ PS-Erfw BZ-Dierb ]. Strohmesc…

Streuselreff

PfWB

streusel·reff

Streusel-reff n. : 'Gatter vorn (und hinten) am Wagen, das verhindert, daß die Laubstreu herausfällt', Strääselreff [ FR-Saush BZ-Barbr ], P…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „streusel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/streusel/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „streusel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/streusel/pfeifer_etym. Abgerufen 20. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „streusel". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/streusel/pfeifer_etym.
BibTeX
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