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streusand

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

streusand m.

Bd. 19, Sp. 1510
streusand, m. , zum ausstreuen (streuen C 4 d) bestimmter feinkörniger sand; 'streusand ist ein feiner sand, der entweder von natur oder durch zerschlagen der sandsteine und brennen anderer materien erhalten wird. manche verstehen auch das streukupfer darunter' Richter berg- u. hüttenlex. (1805) 2, 472. 11) vornehmlich das saugmittel, mit dem die tintennasse schrift bestreut wird: sträwsand, schreibsand, den man auff das geschriebene zettet du sable, qu'on iecte sur l'escriture Hulsius-Ravellus (1616) 312a; die brieff strewen, mit strewsand stippen Güntzel haubtschl. (1648) 741a; streusand Stieler stammb. (1691) 1680; Kramer t.-ital. 2 (1702) 424b. die bezeichnung streusand wird auch auf andere, nicht aus sand bestehende substanzen übertragen, diesandförmig oder pulverisiertdem gleichen zwecke dienen: streusand aus geraspelt elffenbein Marperger kauffm.-magazin (1708) 1236; bunter streusand ... auch pulverisiertes, besonders blaues glas handelslex. (1847) 5, 243: die schrifft trucknen wir mit dem löschblat oder mit streusand aus der sandbüchse (1658) Comenius orbis sens. pictus 187 Kühnel; ich höre, der pfeffer und ingwer, streusand, bindfaden und löschpapier wachsen in deinem lande (in scherzhafter anspielung auf den kaufmannsstand) (1673) Weise erznarren 114 ndr.; der streusand, den wir täglich reiben, bedeutet unsern leib, der als wie der winde spiel sich dermahleinst in staub verkehret Günther ged. (1735) 229; so war doch der neunte tag ... verflossen, als er (der dichter) ... zum letzten male streusand auf sein papier streuen wollte Schwabe belust. (1741) 2, 519; ich bitte mir anzuzeigen, wo man reinen grauen streusand erhält, der meinige ist aus (1816) Beethoven s. br. 3, 109 Kal.; der stock gehört zum ehestand, wie zu dem tintenfasz streusand Tieck schr. (1828) 1, 105; ergriff ich, statt des streusands, das tintenfasz Schopenhauer w. 4, 288 Gr.; frau Elmenreich ... thronte bei federn, streusand und einer rechenmaschine hinter einer art von ladentisch Th. Mann Lotte in Weimar (1946) 11. dazu die verbreitete redensart punctum, streusand drauf (drüber), den abschlusz eines schreibens bezeichnend, in allgemeinem sinne eine sache als erledigt betrachten und jede weitere erörterung abweisen, 'fertig, abgemacht'; (wohl nur selten imperativisch aufzufassen, vgl. teil 8, 1757 s. v. sand und oben streuen C 4 d δ): der himmel mache solches wahr! aus! punctum, streusand drüber Henrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. (1727) 2, 335; punktum, streusand drauf Pocci lust. komödienb. (1859) 32; nun aber prosit, streusand darüber Pückler briefw. u. tageb. (1873) 4, 142. in freier abwandlung der redensart: die direktion mag immerhin die suche mit dem schluszpunkt als abgetan betrachten, das publikum und die kritik gibt aber erst den streusand darauf H. Wolf musik. kritiken (1911) 65; baron Massy ist nicht der mann, einen satz, den er spricht oder schreibt, unbeendet zu lassen. bei ihm folgt das prädikat dem subjekt und dem letzten punkt der streusand Werfel Bernadette (1948) 328. 22) jeder in der natur vorkommende, reine weisze sand (seesand), soweit er ausgangsprodukt des streusandes oder diesem ähnlich ist: bald ist auff etliche fusz tieff obenwerts erdreich ... bald ein fach von herrlichen weissen streusande Prätorius anthrop. pluton. (1666) 1, 63; (sand,) der ... so klein ist, als ein feiner streusand anmuth. gelehrsamk. 9, 156 Gottsched; in diesem see ragt der feinste, weisze streusand hervor br. Grimm dt. sagen (1891) 1, 86. 33) in besonderen anwendungen; als streuunterlage im stall: Schwerz prakt. ackerbau (1823) 1, 155. als scheuersand: Schönermark-Stüber hochbaulex. (1902) 730; streisand, n.(!), sand zum streuen der stuben, witt streisand Mensing schlesw.-holst. 4, 885.
3779 Zeichen · 73 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Streusand

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Streusand , des -es, plur. car. eine Art grobkörnigen Sandes, welchen man auf frisch geschriebenes Papier streuet, d…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Streusand

    Goethe-Wörterbuch

    Streusand [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Streusand

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Streusand , s. Schmalte .

  4. modern
    Dialekt
    Streusandm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Streu-sand m. : 'Sand zum Trocknen frischgeschriebener Tinte', veraltet, Strausand [ KU-Schmittw/O ], Strää- [ RO-Als LU…

  5. Sprichwörter
    Streusand

    Wander (Sprichwörter)

    Streusand Punctum, Streusand drauf. Es ist alles geschehen, wir sind fertig. Lat. : Factum transactum. ( Cic. ) ( Philip…

  6. Spezial
    Streusand

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Streu|sand m. (-[e]s,-e/...sände) saurun (da ingiaré) m. , giara (-res) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit streusand

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von streusand 2 Komponenten

streu+sand

streusand setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

streusand‑ als Erstglied (2 von 2)

streusandbüchse

DWB

streusand·buechse

streusandbüchse , f. , ' eine oben durchlöcherte büchse mit streusand, denselben daraus auf frische schrift zu streuen ' Campe 4 (1810) 712 …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „streusand". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/streusand/dwb?formid=S52150
MLA
Cotta, Marcel. „streusand". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/streusand/dwb?formid=S52150. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „streusand". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/streusand/dwb?formid=S52150.
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