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streifig

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

streifig adj.

Bd. 19, Sp. 1286
streifig, streificht, adj. , gestreift, zu 4streif; ahd. striphahten virgatis (11. jh.) ahd. gl. 2, 713, 16 St.-S.; mhd. strifeht; die nhd. wörterbücher verzeichnen bis ins 18. jh. nur streificht neben vereinzeltem streiflich (s. d.); erst Adelung 4 (1780) 819 hat als regelform streifig. streificht findet sich in der literatur des 19. jhs. nur noch in spuren. zu den formalen abweichungen von streificht in frühnhd. zeit (streffecht, strifot, straiphot usw.) und zu seiner weiterbildung streifichtig (streffechtig, stripechtich usw.) vgl. Diefenbach gl. 554c; 556c; nov. gl. 351a; Schiller-Lübben 4, 437; Schmeller-Frommann 2, 811. auf nd. boden begegnet neben verbreitetem stripig (nördl. Rheinland, Westfalen, Schleswig-Holstein, Waldeck, Göttingen, Mecklenburg, Altmark, Preuszen) vereinzelt auch striperig s. Westermann Baden (krs. Verden) 77; Böning Oldenburg 109. mhd. begegnet ein vereinzeltes streichecht, s. mhd. wb. 2, 2, 688. zu streifig 'gebildet, schriftgelehrt' bei S. Brant vgl. oben 1streifen sp. 1260. streifig geht entweder auf die form eines gegenstandes oderseltenerauf seine farbige streifung. 11) von kleidung und gewebe; zum mhd. vgl. mhd. wb. 2, 2, 689: auch ensullen kein frawennamen keinerleye kogelin dragen, die da sint stryffechte adir geteilet adir gestücket (kleiderordn. Frankfurt/M. 1356) bei Senkenberg selecta juris et historiarum 1, 36; sagulum virgatum ein streiffichts oder streiffigt gebremtes schützenröcklein Corvinus fons lat. (1646) 727; ja wann der sammetpeltz oder die streifichte kappe reden könte Chr. Weise erznarren 74 ndr.; sie machen auch einen streiffichten zeug, von halb seide und halb baumwolle Mandelslo morgenl. reisebeschr. (1696) 38 Olearius; streifichter taffet etc. taffetà vergata Kramer t.-ital. 2 (1702) 1007b; hier sieht man das wunderbare lockere gewebe vieler tausend fasern in diesem holze, welches nach der länge recht streifigt geht, wie ein streifigter zeug anmuth. gelehrsamk. 4, 310 Gottsched; sie kleidete sich blos in streifige leinwand S. v. la Roche frl. v. Sternheim 222 lit.-denkm.; in meinem streifigten schlafrock und mit der groszen troddelmütze auf dem kopf Unger Julchen Grünthal (1784) 78; rasch nun verliesz er den stuhl, und bedeckte das haupt mit der müze, warm, von streifichter woll', und hob aus dem winkel die leuchte J. H. Voss ged. (1802) 1, 179; zerschlitzt barette mit und ohne federn und bunte gefärbte, streifige filzhüte (der landsknechte) W. Raabe s. w. I 4, 4. 22) mannigfach bei beschreibungen aus dem reiche der natur; von der zeichnung der tiere: citharoedus ... hat streimen vom schwantz bisz an kopff wie seyten vff der harpffen, ... der ist streifficht Alberus dict. (1540) q 2a; es befindet sich auch umb der stadt Kaschan eine andere arth schädliches ungezieffers, ... bey zwey zoll lang, gesprenckelt und streifficht Olearius verm. reisebeschr. (1696) 261; kein kleines, streifiges schnecklein ... blieb unbemerkt Ch. v. Schmidt ges. schr. (1858) 1, 86. ganz üblich in der botanik: ein runder stengel, streiffecht, grün und schwank Tabernämontanus kräuterb. (1687) 813; hülsen ..., welche auswendig weiszgrau, streifficht und mit einem kleinen stiel versehen sind Hohberg georg. cur. 3, 1 (1715) 501; die kelchblätter (der tulpen) streifig und fleckig Göthe II 6, 449 W.; von ... streifichten blättern des türkischen weizens musenalmanach (Hamb. 1785) 6; der wurzelstock (treibt) äste ... hellbraun ... und streifig Schlechtendal flora v. Deutschl. (1880) 26, 75. in der zusammenrückung: die hülsen (der platterbse) streifig-aderig Röhling Deutschl. flora 5 (1839) 142; der stengel ... streifig-gefurcht Schlechtendal flora 29, 343. in der mineralogie, vgl. streifig gestreift, faserig P. Gerhard Siegerländer bergmannsspr. (1922) 165: (d. edelstein) sieht so streifigt aus, als ein seidener zeug anmuth. gelehrsamk. (1751) 4, 310 Gottsched; marmor mit streifichten adern Bodmer d. Noah (1752) 409; ein streifiges quarzgestein Göthe IV 31, 787 W.; die mehr streifichten (steine) gehen in die porphyrarten über Knebel literar. nachlasz (1835) 2, 203; fettglanz ... die farben schmutzig, mitunter streifig und wolkig Oken naturgesch. (1839) 1, 315. von der erdschichtung: im nordosten die streifige pyramide der alpspitze Barth Kalkalpen (1874) 587; streifige, geröllbedeckte bänder ebda 98. 33) von licht und schatten, besonders als atmosphärischen erscheinungen: das sanftere roth des streifichten westens (am abend) Zachariä poet. schr. (1772) 2, 178; plötzlich schosz Aurora ... mit purpurnem fittich durch den streifichten himmel ebda 2, 16; die oberen wolken streifig und wollig Göthe I 30, 5 W.; nebel schwanken streifig empor aus Eurotas heil'ger fluth Göthe I 15, 1, 203 W.; die leisen stunden fliehn, und streifig dunckel (flacky darkness) bricht im osten sich Shakespeare 9 (1810) 194; der Christus, der so ruhig daliegt und nun alles überstanden hat, — dazu die herrliche farbenpracht und der dunkele, streifige himmel — es ist ein bild, das mit fortreiszt und spricht Mendelssohn-Bartholdy reisebr. (1861) 32; die gebrochenen augen starren anklagend und leer hinauf ins streifige cirrusmeer Liliencron s. w. (1896) 7, 100; nur hie und da schien ein wenig dunkles blau aus dem streifigen gewölk L. Richter lebenserinn. (1909) 523. vom schweif des kometen: an des schwerts spitzen und seiten, seind drei grosse sterne gestanden, von welchem sich, ein breiter wolckenfarber streiffiger schwantz, weit auszgestrecket Megiser annales Carinthiae (1612) 1353. 44) von den leuchtenden farben in feld und flur: verlasz noch nicht die anmuth der streifichten landschaft Zachariä tageszeiten (1756) 20; wie blitzt die streifichte wiese von demantähnlichen tropfen E. v. Kleist s. w. (1760) 2, 43; o, welch ein frohes gewühle belebt das streifichte land! wie lieblich lächelt die anmuth aus wald und büschen herfür ders., w. 1, 178 Sauer; kaum lacht so die streifige flur im blumigen frühling Eschenburg beispielslg. (1788) 3, 301; ein streifiges band (der tulpen) von feuerfarbe, zitronengelb J. G. Forster s. schr. (1843) 3, 347; zinnoberroth erschien das gras der au! ... doch grüngelb streifig jeder tropfen thau Immermann w. 15, 87 Boxb.
6238 Zeichen · 160 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Streifig

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Streifig , -er, -ste, adj. et adv. Streifen habend, aus Streifend bestehend. Streifiger Taffet. Indessen ist dafür das M…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    streifig

    Goethe-Wörterbuch

    streifig [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    streifigAdj.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    streifig Adj. : ' mit Streifen versehen ', strääfich [NW-Frankeck LA-Impfl], streefich [ Lambert Penns 144 Gal-Dornf], s…

  4. Spezial
    streifig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    strei|fig adj. das strisciores, da risses.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit streifig

2 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von streifig

streif + -ig

streifig leitet sich vom Lemma streif ab mit Suffix -ig.

streifig als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von streifig (1 von 1)

Unstreifig

Campe

Unstreifig , adj . u. adv . keine Streifen habend. Davon d. — keit .