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streichholz

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

streichholz n.

Bd. 19, Sp. 1230
streichholz, n. , verbreitete bezeichnung für hölzerne streichgeräte nach den verschiedenen bedeutungen des verbs. 11) in ältester und häufigster verwendung zu streichen D 3 c für das walzenförmige holzgerät zum glatt- und abstreichen gefüllter gefäsze. seit frühnhd. zeit reich bezeugt, s. Götze frühnhd. gl. (1920) 210; Diefenbach gl. 281a s. v. hostimentum; 281b s. v. hostorium; 483a s. v. radius; hostorium eyn streycholcz (1420) lat.-dt. voc. 18a Schröer; hestimentum, hesterium idem dicitur lignum cum quo adequatur mensura frumentorum voc. incip. teut. (1485) ee 6a; hostorium ein streyche oder streychholtz, als ein kornstreychen, darmit man das übermAesz abstreycht Frisius dict. (1556) 635b; Junius nomencl. (1567) 362b; Faber thes. (1587) 392a; 680a; Calepinus (1598) 659b; Hulsius-Ravellus (1616) 312b; Zincke allg. öcon. lex. (1744) 2833; Adelung 4 (1780) 816; Campe 4, 704. mundartlich: strykholt Richey id. Hamb. (1755) 295; striekholt brem.-ns. wb. 4 (1770) 1067; schtrîkholt Damköhler Nordharz 181a; štrêichholz luxemb. ma. (1906) 429; Fischer schwäb. 5, 1848; trichholz Hunziker Aargau 260; strîchholz schweiz. id. 2, 1262: in welchen (haufen hafer) er mit einem pferde reiten, und ein silbern masz, sampt einem streichholtz einem metal gleich ... für sich füren solte Faber Saxonia (1563) 210b; in dem vierten (bilde) strich er (Cupido) mit einem streichholtz über einen scheffel voll ungleich liegender körner Besser schr. 2, 659 König; gleichwie aber ein gewissenhafter und rechtschaffener hauswirth billig nur einerley maasz bey der einnahme und ausgabe des getreides haben soll, also ist auch nöthig, dasz seine streichhöltzer einerley, und wie ein lineal schnurgerade abgestossen sind Noel Chomel öc. u. phys. lex. 8 (1757) 1710; der alte ... steht wohl später mit kreide und streichholz in der hand auf der diele, das getreide 'aufmessend' Allmers marschenbuch (31900) 1/2, 229. in bildlicher verwendung: ich glaube, die christenliche kirchen, das die sey ein vngewisz zerstrewet versamlung in Sachsen, Hessen, und sonst wa die lehr nach dem streichholtz Luthers wirdt fürgetragen Nas antipap. eins u. hundert (1567) 2, M 7a; damit sie mit eim viertheil oder eym par sester seelmessen vnd vigilien, vnd eym sack siben psalmen, sampt trei oder vier messen paternoster vnd aue Marien mit eim streichholtz glatt abgemessen, den seelen jm fegfeure ein presentz ... verehrn mögen Fischart binenkorb (1588) 121b; wiewol sein tod dennoch nicht ungerochen blieb, sondern den Pizarris bald hernach mit gleicher masz bemessen, und mit eben so blutigem streichholtz abgestrichen worden Francisci d. hohe trauersaal (1665) 1, 1648. obszön: ich pin ein stolzer wittib stolz und hab noch unten ein guot streichholz, damit ich ein frauen wol mag strafen, das sie mich an irem arm last slafen fastnachtsp. 1, 347 Keller. im schweizerischen auch 'butterstreichmasz', s. Bühler Davos 4, 117b; schweiz. id. 2, 1262. — zum abstreichen des überflüssigen lehms von der ziegelform, s. encycl. wb. 9 (1803) 61; Weber allg. termin. öcon. lex. (1838) 573b; Helfft wb. d. landbaukunst (1836) 352; Mothes ill. baulex. (1882) 4, 281. 22) zu streichen B 6, für ein hölzernes gerät zur streichenden bearbeitung im bereiche des handwerks. bei der erzaufbereitung, 'eine etwan 1 halbe ellen langes und fast einer quer hand breites streich-holtz oben mit einem runden loch oder däumling, vermittelst dessen der wäscher die schlämme von denen obern zwey planen, durch hin und her bewegen, vom reinen schlich oder ertzen sondert und also reiniget' Nehring hist. polit. jur. lex. (1725) anh. 76; Minerophilus bergwerckslex. (1730) 647; Noel Chomel öcon.-phys. lex. 8 (1757) 1711; Richter berg- u. hüttenlex. 2 (1805) 470: aber den schlich des kupffers, die jm letzten faszboden seindt gelegen, werden herausz genommen vnd geschmeltzt, dasz aber ein jeglicher wäscher mit dem streichholtz hat hinweg genommen, das wirdt auff dem herdt, mit planen bedeckt, gewäschen Ph. Bech Agricolas bergwerckbuch (1621) 232. ein rundes holz zum walken der hüte, s. encycl. wb. 9 (1803) 61; Krünitz öc. encycl. 175 (1840) 566; Beil techn. wb. (1853) 583. ein mit riemen versehenes holz zum abreiben des polierstahles der uhrmacher, s. encycl. wb. 9 (1803) 61; Jacobsson techn. wb. (1781) 7, 473a. mit teer und sand überzogenes brett zum schärfen der sense, s. Adelung 4 (1780) 816; Weber allg. terminol. öcon. lex. (1838) 573b; Hupel Lief- u. Ehstl. 230. mit leder bezogenes holz zum abziehen des rasiermessers, s. Krünitz öcon. encycl. 175 (1840) 567; vgl. streichriemen. 33) durch streichen entzündbares hölzchen; 'holzstäbchen mit rundem oder viereckigem querschnitt, deren eines ende mit einer durch reibung entzündlichen masse überzogen ist' gr. Brockhaus (1928) 20, 713b; allgemein im md. u. nd. sprachgebiet neben älterem schwefelholz, schwefelhölzchen, -hölzlein, s. teil 9, 2396, und vorwiegend süddt. zündholz teil 16, 562 (vgl. aber strixheltsl Martin-Lien hart els. 1, 333a). über die geographische verteilung von streichholz, schwefelholz und zündholz s. Kretschmer wortgeogr. (1918) 503 und vor allem die karte und die wortliste streichholz bei Mitzka dt. wortatlas, bd. 3 (1954): zum überflusz fanden sich in seinen (des vermutlichen brandstifters) taschen mehrere schachteln voll streichhölzer Spielhagen s. w. (1877) 3, 313; man zeigte sich sehr ängstlich gegenüber den früher so bewunderten streichhölzern Steinen naturvölker Zentralbrasiliens (1894) 130; das ... spielen der kinder mit streichhölzern, ... hantieren mit benzin, sind dinge, die anlasz zu ... bränden bieten hdwb. d. staatswiss. (1898) 3, 854; einmal ertappte sie ihn, wie er die katze angebunden hatte, und ihr mit einem streichholz das fell anzünden wollte A. Supper auf alten wegen (1928) 114; ein streichholz flammt auf und streckt sich nach der kerze aus Ernst Wiechert d. todeskandidat (1934) 24; (er) malte mit einem abgebrannten streichholz ein zelt auf das tischtuch Kluge Kortüm (1938) 80; (er) hält eine zigarre in der hand und versucht mehrmals vergeblich ein streichholz anzuzünden Hauptmann d. ges. werk I 5 (1942) 31. oft als bild geringer festigkeit und stärke, wobei einer übermäszigen gewalt gegenüber ohnmächtige dinge mit streichholz (-hölzern) verglichen werden: aber diese tanks sind ... die vernichtung ... vor ihrer kolossalen wucht werden unsere arme zu strohhalmen und unsere handgranaten zu streichhölzern Remarque im westen nichts neues (1929) 277; ich sah die stämme von flöszen ... wie streichhölzer zerknicken E. Strausz Hans u. Grete (1934) 8. 44) zu streichen A 6, bei einem wasserbau angebrachte hölzer, s. Benzler deich- u. wasserbau-lex. (1792) 2, 201; Jacobsson technol. wb. (1781) 7, 473a; Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 743. —
6819 Zeichen · 167 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Streichholz

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Streichholz , des -es, plur. die -hölzer, ein Holz damit zu streichen, eine hölzerne Streiche. In der Landwirthschaf…

  2. modern
    Dialekt
    Streichholz

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Streichholz [‘Straiχhòlts Saarunion ; ‘Striχhèltsl Dehli. ] n. Schwefelhölzchen.

  3. Spezial
    Streichholz

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Streich|holz n. (-es, ...hölzer) solprin (-s) m. , fulminant (-nc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit streichholz

3 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von streichholz 2 Komponenten

streich+holz

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streichholz‑ als Erstglied (3 von 3)

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Cotta, M. (2026). „streichholz". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/streichholz/dwb?formid=S51628
MLA
Cotta, Marcel. „streichholz". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/streichholz/dwb?formid=S51628. Abgerufen 20. May 2026.
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Cotta, Marcel. „streichholz". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/streichholz/dwb?formid=S51628.
BibTeX
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