Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
stofflich
stofflich
Stoff m. ‘Materie in ihrer körperhaften, gegenständlichen Erscheinungsform, Material, aus dem etw. besteht, hergestellt wird’, besonders ‘Gewebe, Tuch’. Das seit der Mitte des 17. Jhs. geläufige Substantiv ist eine wohl durch gleichbed. nl. stof f., mnl. stoffe f. vermittelte Entlehnung (mit Genuswechsel) aus dem Femininum afrz. estofe, mfrz. frz. (bis ins 18. Jh.) estoffe ‘Material, Zubehör, Zeug, Gewebe’ (heute frz. étoffe). Dieses gehört als Ableitung zum Verb afrz. estofer, mfrz. frz. (älter) estoffer, frz. étoffer ‘gut ausstatten’ (s. ausstaffieren), das zunächst im Afrz. auch im Sinne von ‘ausstopfen, polstern’ bezeugt ist und wahrscheinlich auf das unter stopfen (s. d.) behandelte westgerm. Verb (in einer im nordwestlichen Frankenreich verbreiteten Form mit bereits von der hd. Lautverschiebung geprägtem Lautstand) zurückgeht. Mit der Bedeutung ‘thematische Grundlage, Gegenstand einer wissenschaftlichen oder künstlerischen Darstellung eines Gesprächs’ (Anfang 18. Jh.) folgt Stoff entsprechenden übertragenen Verwendungen von frz. étoffe, die sich an den älteren Gebrauch ‘für eine Arbeit notwendiges Material’ anschließen. Seit dem frühen 19. Jh. begegnet Stoff ferner in studentischen Kreisen als verhüllende Bezeichnung für ‘Getränk, Bier’, vielleicht nach (ebenfalls aus dem Frz. stammendem) engl. stuff, das schon früh die Bedeutung ‘Trunk, Essen’ entwickelt. Euphemismus ist auch Stoff ‘Rauschgift’ (um 1920). – Stoffwechsel m. ‘Gesamtheit der zur Erhaltung des lebenden Organismus nötigen biochemischen Umwandlungsprozesse’ (Mitte 19. Jh., anfangs auch Wechsel des Stoffes, 1843). stofflich Adj. ‘aus Stoff bestehend, gegenständlich, materiell, den Stoff, Inhalt betreffend’ (Ende 18. Jh.); vgl. vorausgehendes stoffen Adj. ‘aus Seidenstoff gefertigt’ (Frisch 1741).