Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Stichling
Stichling
Stichel m. ‘spitzes Instrument’, ahd. stihhila (um 1100), stihhil ‘Stachel, Spitze, Pfahl’ (Hs. 12. Jh.), mhd. stichel ‘Stachel’ (neben stickel ‘spitzer Pfahl’), mnl. stekele ‘stachlige Pflanze’, nl. stekel ‘Stachel’, aengl. sticel ‘Stachel’, anord. stikill ‘Spitze eines Trinkhorns’, ahd. stehhal ‘Becher’ (9. Jh.) und (ohne Bindevokal) got. stikls ‘Becher, Kelch’ sind mit den für Gerätebezeichnungen typischen l-Suffixen gebildet; sie stellen sich mit dem bis ins 17. Jh. verbreiteten Adjektiv nhd. stickel ‘steil ansteigend, hoch’, mhd. stechel, stichel, stickel ‘stechend, spitzig, jäh, steil’ (vgl. ahd. hornstehhal ‘mit den Hörnern stoßend’, 9. Jh.), asächs. stekul ‘rauh, steinig’, aengl. sticol ‘steil, stechend’ zu den unter stechen und Stich (s. d.) genannten Wurzelerweiterungen ie. *(s)teg- bzw. *(s)teig-, *(s)tig- ‘stechen, spitz’. Stichel bezeichnet in neuerer Zeit vor allem ein spitzes Werkzeug zum Gravieren in Metall (besonders bei der Herstellung von Kupferstichen). – Grabstichel m. ‘mit einer Spitze versehenes Gerät zum Graben, Gravieren u. dgl.’, mhd. grabestickel, -stichel. Stichling m. Name für Fische, deren Rücken- und Bauchflossen Stacheln aufweisen, spätmhd. stichelinc ‘Sägefisch’ (?), ‘Stachel’ der Disteln, der Mücken (14. Jh.).