Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Stenz m.
Stenz m.
Stenz m. ‘Prügel, Stock’, aus dem Rotw., auch Stens, Stanz, Stänz, besonders der knorrig gewachsene ‘Gehstock’ wandernder Handwerksburschen (19. Jh.). Herkunft ungewiß. Nach Rotw. 318 eine Bildung zu stemmen ‘dagegendrücken’ (s. d.), hier ‘fest gegen etw. drücken, sich stützen’. Oder eher zu mundartlichem (südd.) stanzen ‘wegstoßen’, mit Umlaut (südd. md. nd) stänzen, stenzen ‘stoßen, schlagen, forttreiben, -jagen’? Danach auch ‘Spazierstock’ und dessen Besitzer ‘eitler Geck, Angeber, Luftikus, Taugenichts, Schürzenjäger, Gauner’, im städtischen Milieu ‘Zuhälter’. Die Bedeutungsbreite des Substantivs überträgt sich auf stenzen Vb. ‘stoßen, schlagen, prügeln, fortjagen’ (19. Jh., doch wohl älter), dann (Äpfel, Obst) ‘stehlen’ (mit dem Stock abschlagen) und ‘umherstreichen, herumlungern, eitel einherstolzieren’.