stellage,
f. ,
vereinzelt neutr., gestell, gerüst. auch stellasche (
Adelung, Kinderling
u. a.),
älterdeutsch stellagie (Diefenbach
gl. 421
a; Chyträus
nomenclator 61;
märtyrbuch [1590] 593; H. L. Wagner).
zu stelle,
f. aus nl. holl. stellagie, stellaazi, stellaadje
im 16.
jh. ins nd. gedrungen, s. Adelung 4, 347; Seiler
kultur 3, 83,
dann aus dem nd. (
brem. wb. 4, 1023; Dähnert 460
b; Danneil 211
a; Frischbier; Stürenburg 263
a; Woeste 254
a)
in md. und obd. dialekte: Müller-Weitz
Aach. ma. 235; Rovenhagen 139; Crecelius 809; Bauer-Collitz 99
a; Kehrein
Nassau 1, 389; Pfister 1.
erg.-heft 25; Spiesz 241; Hentrich 69; Reuting
Höchster ma. 43; Hertel
thür. sprachschatz 235; Albrecht
Lpz. volksspr. 217; Göpfert 50; Bernd 293; Sallmann
Esthland 28
a;
luxemb. 422; Meisinger 182
a; Fischer
schwäb. wb. 5, 1724; Schmeller-Fr. 2, 747; Castelli
Österr. u. d. Enns 236; Schöpf 705; Seiler
Basler ma. 278.
das französ. suffix -age
findet sich auch sonst als ableitungssilbe deutscher stämme, z. b. nd. kledage, tackelage,
wozu noch aus der studentenspr. leckage, futterage, paukage, schmierage, spendage, schenkage
kommen, die alle wie st.
den wortaccent auf dem suffix haben. von Adelung
a. a. o. wurde st.
noch als wort niederer sprechart empfunden, heute bereits verkehrs- und schriftsprachlich. bedeutung: 11)
concret für gerüst, häufig mit dem nebensinn des transportablen, provisorischen. 1@aa)
gerüst für handwerker, die in der höhe arbeiten, baugerüst: tabulatum fabrorum brem. wb. 4, 1023;
gerüst beim bauen und streichen der häuser Sallmann
neue beitr. 41; Jacobsson 4, 283
b;
gerüst für schiffszimmerleute und kalfaterer, s. Bobrik
seewb. 662
b; '
ist eine ... aus einigen böcken und darüber gelegten brettern ... bestehende rüstung, welche leicht von einem ort zum andern geschafft werden kann' Helfft
landbaukunst (1836) 347.
ähnlich Krünitz 173, 75. 1@bb)
zuschauertribüne, erhöhte bühne: Verwijs-Verdam 7, 2065; nach gethaner predigt hat sich der ertzbischoff ... von seinem theatro auf der königlichen und fürstlichen personen stellagie ... begeben
märtyrbuch (1590) 593; stellagen, auf denen stufenweise stehen konten die zuschauer
d. jüdische Robinson (1759) 184;
ähnlich Bettine
d. buch gehört d. könig (1843) 1, 94. 1@cc)
primitive bettstelle, feldbett, ersatz für eine bettstelle: Frischbier 2, 368
a; Dähnert 460
b; seht doch das stellagie da an, halb bett, halb kanapee, ich glaub gar, es ist ein feldschragen, den sie aus dem spital gestohlen haben H. L. Wagner
die kindermörderin 8. 1@dd)
gerüst, um gegenstände abzustellen, bzw. aufzubewahren: '
a stage or scaffold, darauf man fässer etc. leget oder stellet' Ludwig
teutsch-engl. lex. (1716) 1855;
predelle da botti in una cantina Kramer (1702) 2, 954
c; die magd steigt (
im keller) auf eine stellage ..., wirft eine grosze flasche voll branntwein um Hebel 2, 246
Behaghel; Lauff
Pittje Pittjewit (1903) 255. st.
für bücher Follmann 496,
für blumen Danneil
a. a. o. 1@ee)
die in st.
häufig mitschwingende verächtliche bedeutung des unsoliden, gebrechlichen führt zu bildlich-scherzhafter verwendung für menschenfigur, gestalt: Göpfert 50; was machst du für eine stellasche dazu (=
wie stellst du dich dabei an)? Spiesz
henneberg. id. (1881) 241.
haltung: Castelli
a. a. o.; Hentrich 69.
ähnlich scherzhaft bei Jean Paul
für menschl. unterleib, beine, auf denen der oberleib wie auf einem gerüst ruht: 1, 134
H. 1@ff)
secundär auch collectiv für unordentlich durcheinanderstehende gegenstände: Seiler
Basler ma. 278; Crecelius
a. a. o. comp.
stellagepfahl, m., pfahl eines gerüstes, s. Jacobsson 4, 283
b. 22)
abstract für status, positus, ordnung nur bei Apinus (1728) 51
und Sperander (1727) 681
a gebucht. 33)
als term. der börsenspr. stellage
oder schlusz auf geben und nehmen:
der eine kontrahent, der wähler, erhält das recht, ob er zur erfüllungszeit sich oder dem andern kontrahenten, dem steller, die rechte und pflichten des käufers oder verkäufers zuweisen will; hiezu stellagegeschäft was stellgeschäft,
s. handwb. d. staatswiss.2 2, 1003
f.