lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

steinhaufen

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
10 in 10 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
49
Verweise raus
37

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

steinhaufen m.

Bd. 18, Sp. 2091
steinhaufen, m., nebenformen: -hauf und -haufe, vgl. th. 4, 582; hinzuzufügen: -huff gemma gemm. (1508) f 4a; pl. -heuffe G. Braun beschr. u. contr. 5, 17a. unregelmäszige und planlose oder zufällige anhäufung von steinen. 1) allgemein: acervus Diefenbach 9; congeries 142b; mucchio di pietre Hulsius (1618) 239a. ihr hausz ..., dafür ein grosser st. lag Hertzog schiltw. a 5; darbey sehet ihr auf den bergen etliche st. v. Birken ostländ. lorb. 114; ich konnte die st., welche darneben aufgeschüttet waren, nicht begreifen Göthe II 9, 145 W.; er ... warf die armbrust unter einen st. Arnim w. 3, 320; sie lag hinter einem aufgeschichteten st. Fontane I 1, 252; eine nebenwirkung können sie (sprenggeschosse) haben, wenn sie auf ... st. ... treffen v. Alten handb. 4, 175. bildlich: der chaotische st. eurer lebenstage rolle euch nie unter die füsze Jean Paul 11/14, 438 H. in beziehung zu steinbruch gesetzt: was für sich selbs herauss dringt, ... macht auss ihm selbst st., wie dann die steinbrüch seind Paracelsus op. 2, 58 Hus.; wie aber die steinmetzen an einen andren st. ... kamen Micrälius Pommerland 2, 200. etwas wertloses: ein ungeschickter ... findet bissweilen ... einen schatz ... oder alte st. A. Olearius verm. reis. beschr. (1696) pers. ros. 24. 2) hindernis a) für das wachstum der feldfrüchte: da man noch grosze reuten und st. findt Mathesius Sarepta (1571) 16a; man findet hin und wieder im felde grosze st. Prätorius anthr. plut. 2, 207; ein theil der ebene war mit unzähligen st. ... bedeckt G. Forster s. schr. 2, 434; (die kinder) begaben sich dann auf einen streifzug in den wilden acker, da derselbe mit seinen unkräutern, stauden und st. eine ungewohnte wildnis darstellte G. Keller 4, 79. b) auf einem wege, besonders einen berg hinauf: haben ihnen vielleicht die st. ängstlich gemacht, über die wir kraxeln müssen? Nestroy ges. w. 4, 48; nachdem sie über kalkhügel und st. gegangen Stifter 2, 61; sie schlug mit ihrem wanderstabe ... nach den st. in ihrem wege Raabe schüdd. 2, 44. aber auch von den steinen gesagt, die am rande der strasze für spätere ausbesserungen aufgeschichtet sind: wir fanden unter den zur erhaltung der chaussee aufgestapelten st. mehrere ammonshörner fürst Pückler briefw. 2, 103; ich ... wartete dann auf einem st. der landstrasze Laube ges. schr. 1, 240. 3) steinerne untiefe im wasser: mit netzen bekommt man sie (spitzfische) nicht, sondern nur mit angeln, die man ... auf die st. niederläszt Oken nat. 6, 100; der Coppermineriver ..., der ... überall mit wasserfällen, sandbänken und st. gleichsam abgedämmt ist G. Forster s. schr. 5, 93; wenn der kahn nicht etwa wieder in jene verwünschten st. läuft Moltke schr. u. denkw. 1, 81. 4) grenzmal, merk- oder wahrzeichen: maceria (umfriedigung) Diefenbach 341b; scorpio (spitzer st. als grenzzeichen) Corvinus fons 749; bei den kirchen pflegt man auff die wegscheitten sewel oder steinshauffen zu stellen Menius spr. Salomo (1526) 136; Laban sprach: dieser st. sei heute ein zeugniss zwischen mir und dir! M. Mendelssohn ges. schr. 7, 73; über der wasserscheide ist die gränze der Welschen und der Teutschen mit st. abgemarkt Görres ges. br. 1, 156; der gipfel ... trägt kein vermessungssignal, wohl aber einen st. v. Barth nördl. Kalkalp. 252 (s. unten steinmann); die stammesgrenzen (sind) durch st. markiert Ratzel völk. 2, 78; st. (triangulationspunkte) v. Alten handb. 3, 567. 5) kultmal: Hermes war für beide erfindungen das symbol, und ein heiliger steinhaufe war das bild der ... rede Creuzer symb. 1, 26; die Mongolen verehren die scheidegebirge, richten daselbst st. und gebetflaggen auf Ritter erdk. 1, 79. 6) grabmal: in disem grab und st. Schaidenreiszer Odyss. 6 Weidling; er hält sie (die pyramiden) für grabmäler und leitet den ursprung von ... st. her allg. dtsche bibl. 86, 13; Herder 14, 78 S.; im walde ... ist ein st. sein (des mönches) grab Laistner nebels. 46; das grab wird durch einen st. ... bezeichnet Ratzel völk. 2, 458. 7) schanze, barrikade: über steynhauffen ... ist man gestigen inn die statt Carbach Titus Livius 239r; die Türcken ... trangen ... mit gewalt und aller macht über den vorgemeldten st. hernach Dannhauer cat.-milch 3, 160; da starrte mir ein hoher st., eine barrikade, entgegen Laube ges. schr. 16, 110; es fanden sich leute ..., die hinter den st. der barrikaden vorschossen Ruge briefw. u. tag. 2, 35; dem feind entgegen, der am abhang des hügels hinter st. verschanzt lag Herwegh br. 197. 8) a) aufenthalt für thiere: zwischen ... st. hüpfen sie (steinmerlen) am boden herum nach kleinen käfern Naumann vög. 2, 1, 355; er (weiszschwanz) nistet ... in st. Oken allg. nat. 7, 44; wohl um auf die verborgenheit der eidechse unter st. und erde zu deuten Welcker alte denkm. 1, 410. b) standort von pflanzen: sich windende gewächse bestimmte die natur, um an st. ... sich zu schlingen Hirschfeld gart. 4, 51; vor jedem der alten st., die mit brombeer überrankt auf der öden fläche zerfallen Gaudy s. w. 13, 54; Jakob stolperte über einen mit hollerbusch und brennesseln bewucherten st. Rosegger I 1, 190. 9) schutt, trümmer: a heap of rubbish or rubble Ludwig 1853; da man endtlich einen krebs ... funden hatte unter dem geschütt und st. Nigrinus hex. 38; die gegend ist mit st. und schutt bedeckt Babo schausp. 159; in tiefer bergschlucht ... liegt ein stein- und schutthaufen Holtei erz. schr. 5, 189. überaus häufig von verfallenen oder zerstörten mauern, gebäuden und städten; rovinazzo st., verfallene mawr Hulsius 2, 343a. aber inwendig nit ein statt, sunder ein stainhawff vol vervallens und ödes gepews Alt buch d. cronick. (1493) 77b; was ist er (der tempel Salomos) jetzt? nichts dann ein ellender steinhauff Paracelsus op. 2, 248 Hus.; als were es keine kirch, sondern ein wüster steinhauff Luther bib. 7, 382 Binds.; der keiser machet die statt der erden gleich und fur mit einem pflug darin her ... zum zeichen, das sie ein ewiger steinhauff bleiben solt Gholtz leb. bild. (1557) y 3b; der steinhauff eines verfalnen alten thurms Stumpf Schweizerchr. (1606) 458b; Bela ... kame in Hungarn und begunte das land aus den st. wieder aufzurichten v. Birken Donaustr. 142; das von der gantzen statt fast nichts anders als ein stainhauffen überbliben v. Brandis tirol. adl. 118; in wenigen stunden ist die statt ein st. theater d. Deutschen 15, 471; der nachen war zertrümmert und seine hütte darneben ein st. Nicolai literaturbr. 2, 374; ihre tempel sind schutt, ihre bildsäulen st. Herder 14, 142 S.; das geschrei des schakals, der unter den st. des altertums sein wildes grablied singt Hölderlin ges. dicht. 2, 67 Litzm. mit verben verbunden: machen: eine stadt etc. zu einem st. machen ridurre una città etc. in un monte di pietre cioè incendiarla, incenerirla e distruggerla Kramer 2, 950c. sie haben auss Hierusalem steynhauffen gemacht Luther 10, 2, 418 W.; und ward ... die alte wolerbaute ... stadt Bardewick angezündet und zum st. gemachet Danckwerth Schleswich u. Holstein (1652) 217a; der ort ... ward ... in die lufft gesprenget und zu einem st. gemachet v. Chemnitz schwed. kr. 2, 334; Boleslaus ... machte die hauptstadt ... zu einem st. S. F. Hahn staats-, reichs- u. kayserhist. 2, 56; das letzte erdbeben, welches ... das prächtige Lissabon zu einem st. gemachet Gottsched d. neueste 9, 653. verwandeln: ich sehe schon zum voraus dein ganzes haus in einen st. verwandelt Holberg n. schaub. 3, 119; eine stadt nach der andern in einen st. verwandelt (durch krieg) Cramer nord. aufs. 3, 461; ein versengender blitzstrahl ... verwandelte mein vaterhaus in einen st. Meisl theatr. quodl. 6, 119. werden: Hierusalem, die werde statt, durch tyranney und Judas rath ein steinhauff solte werden J. Jonas bei Wackernagel dtsch. kirchenl. 3, 44; weissagt auch der prophet Micha, Zion wurdt geackert wie erden, die statt zu eim steinhauffen werden H. Sachs 11, 7 K. - G.; sein haus ... wird zu einem st. G. L. Hartmann fluchspiegel (1672) 229; so fällt das gantze haus, thut einen starken fall, und wird ein steinhauff draus Wieland w. I 1, 3 akad.; dieser pallast werde ein st.! theat. d. Deutsch. 4, 105. fallen, stürzen u. ä.: nu itzt aber habe ichs komen lassen, das feste stedte würden fallen in einen wüsten st. 2. Könige 19, 25; in einem augenblick waren ganze lange gassen voll häuser ... in einen st. zusammengestürzt Hebel w. 2, 81 B.; zu groszen st. zusammengesunken ... Kagenfels Scheffel ges. w. (1907) 3, 234. liegen: dasz der berg Sion wie ein acker gepflügt ward, Jerusalem wie ein steinhauff darnider lag G. Braun beschr. u. contr. 4 reg. + + + +b. 10) bauwerk, namentlich ein solches, das durch grösze oder pracht kalte bewunderung erregt: der clockerthurm bin ich genant ... wie wol ich nur ein steinhauff bin, zwingt mich doch des evangelisten sin Eberlin v. Günzburg s. schr. 3, 111 ndr.; grosse gebäu ein jederman heutiges tags zum pracht wil han; solche steinhauffen kosten viel H. Braun decas XIII u. XIV (1617) 83; sie ... setzten dann ihre reise zu jenen berühmten pyramidalischen st., den denkmälern alter ägyptischer pracht und thorheit, fort A. G. Meiszner skizz. 2, 15; die ägyptischen pyramiden, ... so ungeheure st. Heinse 4, 122 Sch. bildlich: man folge den erpressungen und kriegen nach, durch welche die künste Etruriens, Griechenlands und Ägyptens nach Rom kamen: so wird man den st. der römischen pracht vielleicht als die höchste summe menschlicher gewalt und grösze anstaunen Herder 14, 197 S. daher meist in wegwerfendem sinne: also schwätzet man auch in den st. (kirchen, städten) vom mantel und opffer Christi ... und mordet doch unterdessen ... die kinder Christi Jac. Böhme schr. (1620) 2, 200; in die tempel aber begehrten sie kein götzenbild ... zu setzen, weil das unbegreifliche ihres eigenen gottes nicht ... von einem st. verschlossen werden könnte Lohenstein Arminius 2, 366a; warumb soll man so viler leben ... verschwenden wegen eines st. (festung) Abr. a s. Clara Judas 2, 131; zu was, schrien sie, taugt denn nun das grosze gebäude? kommt, verlasst den unbrauchbaren st. Lessing 1, 201 M.; wo sind diese künstlichen symmetrischen st., die der thörichte mensch durch seinen stolz aufrichtet und palläste nennt? Wieland I 2, 330 akad.; (der palazzo Pitti) ist ein entsetzlicher regelmäsziger st. ohne alle grazie, leichtigkeit und schönheit Heinse 7, 17 Sch. besonders oft von groszen städten: Lyon ist ein gar groszer st. 7, 53; die stadt (Paris) ist ein wüster unregelmäsziger st. Tieck schr. 6, 49; eine stadt ..., dieser gleichsam als eine mumie und erstarrung des lebens in die ewigkeit hinausblickende st. E. M. Arndt schr. f. u. an s. l. Dtsch. 2, 114; alle blüthe (in Frankreich) drängt sich in die ungeheuern st., woraus die hauptstadt gebildet wird Görres ges. schr. 2, 374; mich zöge es mehr in das schöne gebirgland als in die heide von Berlin und in die st. darauf J. Grimm br. mit Dahlmann u. Gervinus 1, 402; ich begreife eigentlich kaum, ... warum ich mich habe überreden lassen, zwei tage in diesem gradlinigen st. (Brüssel) hier zuzubringen Bismarck br. an s. braut u. gattin 356. daher einfach gleichbedeutend mit stadt in der sprache des niederen volkes: Ostwald rinnsteinspr. 148; v. Train chochemer loschen 121c. vereinzelt von einer ungeheuren bildsäule: was will dieser grosze st. sagen? Herder 8, 305 S.
11395 Zeichen · 447 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Steinhaufen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Steinhaufen , des -s, plur ut nom. sing. ein Haufen unordentlich auf einander geworfener Steine. Eine Stadt, einen O…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Steinhaufen

    Goethe-Wörterbuch

    Steinhaufen [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Steinhaufen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Steinhaufen ( Hermaia oder Hermakes der Griechen, Cairn der Engländer, »Toter Mann«), zum Gedächtnis von Ereignissen, Mo…

  4. modern
    Dialekt
    Steinhaufenm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Stein-haufen m. : 'Lesesteinhaufen am Rande von Äckern, Weinbergen', Stääⁿ -, Steeⁿhaufe, -haafe [mancherorts NPf verbr.…

  5. Sprichwörter
    Steinhaufen

    Wander (Sprichwörter)

    Steinhaufen Man kann auf einem Steinhaufen hausen. ( Leutkircher Haide. ) – Birlinger, 239.

  6. Spezial
    Steinhaufen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Stein|hau|fen m. (-s,-) (Lesesteinhaufen) majira (-res) f. , müdl de peres m.

Verweisungsnetz

50 Knoten, 61 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 2 Hub 1 Kompositum 40 Sackgasse 7

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit steinhaufen

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von steinhaufen 2 Komponenten

steinh+aufen

steinhaufen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — steinhaufen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „steinhaufen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/steinhaufen/dwb?formid=S43762
MLA
Cotta, Marcel. „steinhaufen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/steinhaufen/dwb?formid=S43762. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „steinhaufen". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/steinhaufen/dwb?formid=S43762.
BibTeX
@misc{lautwandel_steinhaufen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„steinhaufen"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/steinhaufen/dwb?formid=S43762},
  urldate      = {2026-05-18},
}